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VfL Wolfsburg : Der Labbadia-Nachfolger heißt Glasner

Der neue Wölfe-Dompteur: Oliver Glasner übernimmt das Amt von Bruno Labbadia beim VfL Wolfsburg. Bild: dpa

Der VfL Wolfsburg hat einen neuen Trainer gefunden: Oliver Glasner wird zur neuen Saison Nachfolger von Bruno Labbadia. Der 44 Jahre alte Österreicher kommt vom Linzer ASK.

  • -Aktualisiert am

          Fast alle Fragen rund um die Neuausrichtung des VfL Wolfsburg waren zuletzt resolut abgeblockt worden. Was will und soll der Verein eigentlich langfristig erreichen? Warum konnte Bruno Labbadia nicht auf Dauer als Cheftrainer bleiben? Die Verpflichtung von Oliver Glasner, die einen Tag nach dem 1:1 gegen Eintracht Frankfurt bekannt wurde, ist eine Antwort auf solche Fragen. Der gebürtige Salzburger verlässt den österreichischen Erstligaklub Linzer ASK, nutzt eine Ausstiegsklausel in seinem bisherigen Arbeitvertrag und schließt sich zur Saison 2019/20 dem VfL Wolfsburg an.

          „Der Wechsel in die Fußball-Bundesliga ist eine große Herausforderung, auf die ich mich sehr freue“, sagt der 44 Jahre alte Glasner. Von ihm wird erwartet, dass er die gute Arbeit des in Kürze abtretenden Labbadia veredelt bis überbietet. Die jüngste Entwicklung des VfL Wolfsburg vom Fastabsteiger zum Bewerber für einen europäischen Wettbewerb ist nur auf den ersten Blick eine Erfolgsgeschichte. Unter der Regie von Labbadia war es auf sachliche Art und Weise gelungen, sich zu stabilisieren.

          Aber mehr Punkte in der Tabelle sind eben keine Garantie für zufriedenstellende Zuschauerzahlen und bundesweite Aufmerksamkeit. Jörg Schmadtke hat als Geschäftsführer des Vereins beschlossen, die nächste Entwicklungsphase anzugehen. Dafür nimmt er den Abschied von Labbadia und offenbar auch noch eine Abfindung für Glasner in Kauf. Mit der Verpflichtung des neuen Mannes bis 2022 ist der Wunsch verbunden, erfolgreichen und attraktiveren Fußball spielen zu lassen. Um dieses Ziel anpeilen zu können, hat Schmadtke seine Muskeln spielen lassen. Er hat das getan, was ihm zunächst deutlich mehr Ärger als Applaus aus der Fankurve beschert.

          Konzepttrainer für modernen Fußball 

          An Lobeshymnen für Glasner mangelt es nicht. Er hatte den Linzer ASK im Jahr 2015 als Zweitligaklub übernommen, zum Aufstieg geführt und in einen aktuellen Herausforderer des österreichischen Serienmeisters RB Salzburg verwandelt. Seine Einstufung in die Kategorie „Konzepttrainer“ hat wohl damit zu tun, dass Oliver Glasner gerne modernen, abwechslungsreichen Fußball spielen lässt. Angeblich waren auch der VfB Stuttgart und Schalke an ihm interessiert. In Wolfsburg wird Glasner als „fachlich hervorragender Trainer und echter Teamplayer“ eingestuft. Das hätte auch auf Marco Rose zugetroffen, der beim VfL lange im Gespräch war, sich aber für einen Wechsel von RB Salzburg nach Mönchengladbach entschieden hat.

          Die Rahmenbedingungen für erfolgreichen Fußball sind in Wolfsburg immer noch sehr gut. Mit Schmadtke als Vordenker ist aber auffällig, dass die Transferpolitik eher von Zurückhaltung geprägt ist. Angesichts der hohen Ansprüche beim VfL-Sponsor Volkswagen weiß Schmadtke, dass er mit Mittelmaß auf Dauer nicht punkten kann. Mit der Verpflichtung von Glasner soll die Chance steigen, zehn Jahre nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft wieder besser von der Stelle zu kommen und zunehmend als große Nummer der Bundesliga wahrgenommen zu werden. Der neue Chefcoach gilt als impulsiver Stratege, der auch aufbrausen kann. Glasner sagt: „Ich werde nie mit verschränkten Händen 90 Minuten auf der Bank sitzen können. Das würde mich innerlich auffressen.“

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