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Der HSV vor dem Abstieg : Auf Hilfesuche

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Ganz schnell verstecken: Rafael van der Vaart möchte nicht gesehen werden Bild: Reuters

Was nun, HSV? Nach der Niederlage in Stuttgart steht der erste Abstieg der Hamburger unmittelbar bevor. Aus eigener Kraft ist nichts mehr zu retten. Die Spieler sprechen vom Prinzip Hoffnung, wissen aber: „Das fühlt sich beschissen an.“

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          Am Tag nach dem brutalen Absturz auf einen Abstiegsplatz trotteten die Profis des Hamburger SV mit hängenden Köpfen auf dem Trainingsplatz umher. Etwa 50 Fans hatten sich eingefunden, um ihrer Mannschaft Mut zuzusprechen. Aber es klang beinahe verzweifelt. „Ihr schafft das!“, schallte es über den Platz. „Wir glauben an euch“, stand auf einem Plakat. Die Köpfe der Spieler blieben unten.

          Nach der zweitligareifen Vorstellung gegen den VfB Stuttgart hat sich beim Hamburger SV Hilflosigkeit breitgemacht. „Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand, das fühlt sich beschissen an“, motzte der frühere Nationaltorwart René Adler unmittelbar nach dem 1:2 (1:2) am vorletzten Spieltag. „Die Enttäuschung bei uns ist riesengroß, dass wir das Spiel noch aus der Hand gegeben haben“, sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia. „Das ist keine gute Ausgangslage, aber wir geben nicht auf.“

          „Nicht die Nerven verlieren“

          Labbadias Worte klangen wie Durchhalteparolen, auch wenn er am Tag danach betonte: „Wir brauchen jetzt keine Durchhalteparolen. Wir dürfen nicht die Nerven verlieren.“ Der Coach prüft mit dem Vorstand, ob sich das Team in ein Trainingslager zurückziehen soll, um sich auf das Endspiel am Samstag gegen Schalke 04 (15.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesligaticker auf FAZ.NET) unbehelligt einschwören zu können.

          Vorstandsvorsitzender Dietmar Beiersdorfer forderte von der Mannschaft mehr Engagement: „Wir müssen alles reinpacken, was in Körper und Geist steckt“, meinte er. Nur ein Heimsieg am letzten Spieltag erhält den Hamburgern die Hoffnung, den Klassenverbleib zu schaffen. Dafür sind die Norddeutschen aber auf Schützenhilfe von Konkurrenten angewiesen. „Wir müssen auch an das Positiv glauben“, riet Beiersdorfer und lehnte es ab, sich in der Öffentlichkeit mit dem möglichen Abstieg zu beschäftigen: „Ich spreche nicht über die 2. Liga!“

          Am besten im Boden versinken: Angreifer Olic kann´s auch nicht mehr ertragen Bilderstrecke

          In Stuttgart hatten sich Hanseaten einmal mehr erschreckend schwach präsentiert. „Wir hatten lange genug Zeit, das zu korrigieren“, räumte Adler, Hamburgs bester Mann auf dem Rasen, nach der 17. Niederlage in dieser Saison ein. Nur in der schon enttäuschenden vergangenen Spielzeit hatten die Hamburger noch mehr Pleiten (21) kassiert.

          Damals reichte es immerhin noch zur später erfolgreichen Relegation. „Wir können es noch schaffen. Da bringt es nichts, alles in Schutt und Asche zu reden“, beteuerte Adler. „Ich glaube einfach, dass wir gegen Schalke gewinnen.“ Und der HSV-Direktor Profifußball, Peter Knäbel, meinte beim ZDF: „Die Relegation ist, so wie es jetzt gelaufen ist, vermutlich schon ein Erfolg.“

          Zumindest die Anfangsphase am Neckar machte bei den Hamburgern leise Hoffnung auf überlebensnotwendige Zähler im Kampf gegen den Abstieg. Mit seinem dritten Tor in Serie schockte Gojko Kacar (12. Minute) die Stuttgarter kurz. Christian Gentner (27.) und Martin Harnik (35.) drehten dann den Krimi, den der VfB viel höher hätte gewinnen müssen.

          „Sie haben mehr als verdient gewonnen. Der Gegner war fast in allen Belangen besser“, sagte Adler. Auch wenn es während der 90 Minuten in Stuttgart kaum den Anschein hatte, ergänzte der 30-Jährige: „Ich kann die Hand für die Mannschaft ins Feuer legen, dass wir mit Herz und Leidenschaft agieren.“

          Dürftig indes wäre fast noch eine schmeichelhafte Umschreibung für die Leistungen in den HSV-Abteilungen Abwehr, Mittelfeld und Angriff. Nach einem Zusammenstoß bei einem Kopfball mit Teamkollege Ivica Olic war Pierre-Michel Lasogga zu allem Übel ab der Anfangsphase des 100. Bundesligaduells beider Teams auch noch gehandicapt. Sichtbares Zeichen: ein Pflaster mitten auf seiner Stirn.

          Was nun, HSV? Ein Dreier gegen das extrem wechselhafte Schalke ist Pflicht. „Das ist die einzige Chance“, bekräftigte Innenverteidiger Johan Djourou. Dann müsse man hoffen, dass die anderen „vielleicht für uns spielen“, sagte Adler.

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