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2:1 gegen Hoffenheim : Hamburger Spektakel im Abstiegskampf

  • -Aktualisiert am

Große Freude bei den Spielern des Hamburger SV nach dem Treffer zum 1:0 von Hunt. Bild: dpa

Der HSV setzt seine beeindruckende Serie in Heimspielen fort und holt auch gegen Bayern-Besieger Hoffenheim drei Punkte. Dabei glänzt ein Hamburger mit gleich zwei Toren.

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          Es lohnt sich wieder, ins Volksparkstadion zu gehen. Auch an diesem Samstag bot der Hamburger SV den knapp 54.000 Zuschauern ein ziemliches Spektakel, ehe Hoffenheim 2:1 besiegt war. Zwei Treffer Aaron Hunts beim Gegentor Andrej Kramarics schenkten dem HSV den siebten Heim-Erfolg – die Serie aus den vergangenen neun Heimspielen steht nun bei sieben Siegen und zwei Remis. Für Hoffenheim, Mitte der Woche noch Bayern-Besieger, war es erst die dritte Saisonniederlage. Am Ende einer englischen Woche waren die Kraichgauer deutlich müder als der kämpferisch wieder überragende HSV, der langsam aus dem Tabellenkeller klettert. Offensiv brachte die TSG übers ganze Spiel kaum etwas zustande, während Hamburg mehr zuzusetzen hatte.

          Das Lob für den Gegner war wohl vor allem als Mahnung ans eigene Team gemeint: „Aktuell sehen wir den besten HSV der letzten Jahre“, hatte TSG-Trainer Julian Nagelsmann gesagt. Tatsächlich gingen die Hamburger in der virtuellen Tabelle der vergangenen 17 Spiele mit 28 Punkten als Ranglisten-Vierter ins Rennen; nur die Bayern, Dortmund und eben Hoffenheim sind besser. Bis zum zehnten Spieltag hatte der HSV nur kümmerliche zwei Punkte geholt – deswegen heißt die Devise bis zum Saisonende Abstiegskampf.

          Gisdol, der die Hoffenheimer ja von 2013 bis 2015 trainierte und vor vier Jahren in der Relegation vor dem Abstieg bewahrte, hat den HSV stabilisiert. Gegen Hoffenheim allerdings musste der Hamburger Hoffnungsträger auf zwei seiner besten Spieler der vergangenen Wochen verzichten. HSV-Topscorer Nicolai Müller wird nach seiner Knieverletzung aus dem Köln-Spiel wohl bis zum Saisonende ausfallen, der vielseitig verwendbare Schwede Albin Ekdal fehlt nach seinem Muskelbündelriss aus der Dortmund-Partie etwa vier Wochen. Auch Not-Innenverteidiger Gideon Jung setzte gegen die TSG aus, ebenso René Adler, dessen Brustkorbverletzung einen Einsatz verhinderte. Hoffenheim musste auf den zuletzt starken ehemaligen Hamburger Kerem Demirbay verzichten.

          Hamburgs Lewis Holtby im Zweikampf gegen Hoffenheims Hübner. Bilderstrecke

          Die Verluste waren dem HSV zunächst nicht anzumerken. Gisdols Elf war klar überlegen gegen abwartende und offenbar auch müde Hoffenheimer. Vor allem über die linke Seite kam der HSV durch. Gefährlich wurde es aber erst in der 25. Minute. Marco Terrazzino foulte Aaron Hunt 20 Meter vor dem Tor. Hunt selbst hob den Ball in Torwarteck – ein schönes Freistoßtor, aber eines, das der gegen die Bayern so starke Oliver Baumann im TSG-Tor hätte verhindern können.

          Hamburg hatte das Spiel im Griff. Wäre da nicht das ungeschickte Einsteigen Matthias Ostrzoleks gegen Ermin Bicakcic in der 35. Minute gewesen, hätte sich Hoffenheim dem Hamburger Tor in dieser ersten Halbzeit wohl gar nicht angenähert. Auf den Fuß gelatscht, Elfmeter: Schiedsrichter Felix Zwayer blieb nichts anderes übrig, als auf den Punkt zu zeigen. Andrej Kramaric verwandelte, obwohl Adler-Ersatz Christian Mathenia in die richtige Ecke sprang. Ein schmeichelhafter Ausgleich für Hoffenheim.

          Der HSV ließ dennoch nicht nach und kam noch vor der Pause durch Filip Kostic zu einer guten Chance. Kostic ist aber mehr Vorbereiter als Vollstrecker. Schon beim 0:3 in Dortmund hatte der Linksaußen zu wenig aus seinen ordentlichen Möglichkeiten gemacht. Gleiches galt da für Bobby Wood, der auch am Samstag wieder eifrig unterwegs, aber glücklos oder zu unentschlossen war, zumindest bis zum 2:1, seiner Vorarbeit.

          15 überlegene Minuten der TSG folgten, dann machte der HSV weiter, wo er aufgehört hatte. Hoffenheim kam teilweise gar nicht aus der eigenen Hälfte, mit viel Lauffreude und Einsatz drängte der HSV auf den zweiten Treffer. Der Wille wurde belohnt, als Holtby zu Wood durchsteckte, der kühl auf Hunt querschob und dieser ins leere Tor schob (75. Minute). Als der HSV auch vier Minuten Nachspielzeit gegen zu spät aufwachende Hoffenheimer überstand, war die imponierende Heimserie ausgebaut.

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