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Naldo verlässt Schalke 04 : Der Derby-Held bricht seine Zelte ab

  • Aktualisiert am

Abschied mit Wehmut: Naldo verlässt Schalke als Publikumsliebling. Bild: dpa

Naldo verlässt nach mehr als 13 Jahren die Fußball-Bundesliga. Erst im Oktober hatte Schalke 04 den Vertrag mit dem 36-Jährigen bis 2020 verlängert, jetzt geht er nach Monaco. Sportvorstand Heidel rechtfertigt den Deal.

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          Ein Derby-Held bricht seine Zelte ab: Der einstige Abwehrchef Naldo verlässt Schalke 04 und wagt im Spätherbst seiner Karriere einen Neustart beim französischen Klubs AS Monaco. Das gaben beide Klubs am Donnerstag bekannt. Naldo erhält einen Vertrag bis 2020, laut Medienangaben soll die Ablöse 1,2 Millionen Euro betragen.

          Naldo verabschiedet sich damit fluchtartig nach mehr als 13 Jahren in der Bundesliga und über 450 Pflichtspielen für Werder Bremen, den VfL Wolfsburg und die Knappen. Im Oktober hatten die Königsblauen den Vertrag mit dem Routinier noch bis 2020 verlängert.

          „Die Zustimmung zu diesem Transfer ist uns nicht leicht gefallen, denn Naldo hatte mit seinen Leistungen großen Anteil an den Erfolgen des FC Schalke 04, insbesondere an denen in der vergangenen Saison“, sagte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel: „Aufgrund dieser Verdienste haben wir seinem Wunsch entsprochen, sich noch einmal verändern zu wollen.“

          In der aktuellen Spielzeit hatte der gebürtige Brasilianer Naldo seinen Stammplatz nach einer Niederlagenserie zum Saisonstart verloren, Trainer Domenico Tedesco gewährte dem wohl wichtigsten Spieler aus der Vizemeister-Saison nur sieben Ligaeinsätze.

          „Er hat den Fuß immer am richtigen Ort, ist clever in der Balleroberung und kopfballstark. Naldos Zeit wird kommen“, erklärte Tedesco Anfang Dezember noch beschwichtigend. Naldo selbst hatte seinen Wechsel nach Schalke 2016 als „beste Entscheidung meines Lebens“ bezeichnet.

          Seine Zeit als Fußballer sieht der 1,98 Meter große Verteidiger trotz seines Alters längst nicht abgelaufen: Er wolle „noch einige Jahre spielen, denn ich fühle mich körperlich wie Mitte, Ende 20. Vielleicht schaffe ich es auch, noch mit 40 Jahren in der Bundesliga dabei zu sein.“ Das sagte Naldo vor wenigen Monaten. Nun sieht6 er die Zukunft im Ausland.

          Rückblick mit Wehmut

          „Meine zweieinhalb Jahre auf Schalke mit vielen großen Momenten werde ich immer in bester Erinnerung bewahren. Ich habe den Klub und die Fans für immer in mein Herz geschlossen“, sagte Naldo: „Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen, aber ich bin so ehrgeizig und fühle mich noch so fit, um noch einmal eine neue große Herausforderung in einer großen Liga anzunehmen.“

          Nun führt der Weg von Naldo, der seit vier Jahren auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, zum früheren Champions-League-Finalisten Monaco. Der vom ehemaligen Starstürmer Thierry Henry trainierte Vorletzte der Ligue 1 kann Erfahrung gut gebrauchen.

          Im Schalker Kader befinden sich mit Salif Sane und Matija Nastasic nun allerdings nur noch zwei gestandene Innenverteidiger. Es ist schwer vorstellbar, dass S04 sich dahinter allein auf die Dienste von Benjamin Stambouli und des vielseitig einsetzbaren Weston McKennie verlässt.

          In der vergangenen Spielzeit hatte Naldo beim legendären 4:4 der Schalker nach 0:4 im Derby bei Borussia Dortmund für den Ausgleich in der vierten Minute der Nachspielzeit gesorgt. Für die Fans der Königsblauen stieg Naldo damit endgültig zum Publikumsliebling auf.

          Auf Schalke wäre Naldo nicht der erste Innenverteidiger, der den Klub in dieser Saison vorzeitig verlassen muss. Im Sommer verkauften die Knappen bereits Klubidol und 2014er Weltmeister Benedikt Höwedes an den russischen Meister Lokomotive Moskau, zudem ließen die Gelsenkirchener mit Thilo Kehrer einen hoffnungsvollen Spieler für 37 Millionen Euro Ablöse zum französischen Meister Paris St. Germain ziehen.

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