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3:2 gegen Düsseldorf : Dortmund wahrt mit Ach und Krach die Titelchance

  • -Aktualisiert am

Durchatmen: Der BVB kann noch Meister werden. Bild: AP

Borussia Dortmund hat abermals Probleme mit einer eigenen Führung: Am Ende gewinnt der BVB glücklich gegen starke Fortunen. Tabellenführer Bayern München bleibt am letzten Spieltag in Reichweite.

          Meisterlich hat Borussia Dortmund wahrlich nicht gespielt bei diesem mühsamen 3:2-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf. Aber sie haben sich selbst, ihren Anhängern und der ganzen Fußballnation ein spannendes Saisonfinale beschert. Aufgrund des 0:0 des FC Bayern in Leipzig können die Dortmunder noch Meister werden, wenn sie am letzten Spieltag in Mönchengladbach gewinnen und die Münchner zugleich gegen Eintracht Frankfurt verlieren, was keineswegs völlig unmöglich scheint. Ob der BVB ein würdiger Meister wäre, kann nun noch eine weitere Woche kontrovers diskutiert werden.

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          "Es war kein einfaches Spiel. Düsseldorf war sehr gefährlich und stark nach Balleroberungen. Wir haben mit Geduld gespielt, das war manchmal nicht so attraktiv. Wir müssen es am Ende besser beherrschen und ruhiger bleiben. Wir müssen alles dafür tun, dass wir in Gladbach gewinnen", sagte BVB-Trainer Lucien Favre.

          Aber dieser kleine Erfolg hat eine Menge Mühe gekostet, auch weil mit Marius Wolf und Achraf Hakimi die beiden schnellsten Abwehrspieler ausfielen, und die große Düsseldorfer Stärke bekanntlich rasante Gegenangriffe sind. Als Gegenmaßnahme nominierte der Dortmunder Trainer Lucien Favre mit Jaco Bruun Larsen und Christian Pulisic zwei schnelle Außenstürmer, die weite Wege in die eigene Defensive mitmachen sollten. Jadon Sancho, der große Shootingstar, der aber nach vielen Einsätzen derzeit „etwas müde“ wirkt, wie Sportdirektor Michael Zorc erläuterte, saß zunächst nur auf der Bank. Für Pulisic war es sein letztes Heimspiel als Dortmunder vor seinem Wechsel zum FC Chelsea. Er schenkte dem Dortmunder Publikum noch einen besonderen Moment des Glücks.

          Kaum Gefahr

          Beinahe eine Halbzeit lang hatte der BVB sich vergeblich um die Erzeugung von Torgefahr bemüht, als Julian Weigl einen klugen Diagonalball auf die linke Seite zu Bruun Larsen spielte, der über Raphael Guerreiro und Thomas Delaney am Fünfmeterraum landete, wo Pulisic das 1:0 köpfte (41. Minute). Die Hoffnung auf den Meistertitel erhielt neue Nahrung. Zuletzt hatten die Dortmunder ja alles dafür getan, trotz ihres zum Pessimismus neigenden Trainers Favre den Glauben an die kleine Titelchance zu pflegen wie ein zartes Pflänzchen. „Man hat gerade in der letzten Woche in der Champions League Anschauungsunterricht bekommen, was im Fußball möglich ist“, hatte Zorc auf die große Comeback-Show in den Halbfinalrückspielen der Königsklasse erklärt.

          Aber beflügelnd schien diese Ausgangslage zunächst nicht zu wirken. Der Revierklub hatte große Probleme mit dem Aufsteiger, der eine solch großartige Saison spielt. Bereits nach drei Minuten ermahnte Axel Witsel seine Mitspieler erstmals mit wedelnden Armen zu mehr Aggressivität und Aufmerksamkeit. Doch hinten wirkten die Dortmunder in der ersten Hälfte träge, und vorne fehlte die Inspiration. Nach 20 Minuten hatten sie viel Glück, als Dodi Lukebakio ein Tor geschossen hatte, das aufgrund einer knappen, aber korrekt erkannten Abseitsentscheidung keine Anerkennung fand. Wie leichtfüßig der belgische Stürmer sich jedoch gegen Dortmunds Innenverteidiger Weigl und Manuel Akanji durchgesetzt hatte, war erstaunlich.

          Hohn der Düsseldorfer Fans

          „Und ihr wollt deutscher Meister sein“, sangen die Düsseldorfer Fans nach einer halben Stunde voller Hohn. Und gleich zu Beginn der zweiten Hälfte hatten sie dann endgültig Anlass, sich über die Dortmunder lustig zu machen. Oliver Fink hatte ohne Präzision und Wucht auf das Tor des BVB geköpft, wo Marvin Hitz den am Oberschenkel verletzten Stammkeeper Roman Bürki vertrat und den Ball durch seine Hände und Beine zum 1:1 ins Tor flutschen ließ (47.)

          Nun wurde es turbulent, als habe irgendeine äußere Kraft den Energiepegel dieser Partie erhöht. Thomas Delaney traf im zweiten Versuch nach einem zunächst abgeblockten Schuss zum 2:1 (53.), bevor Hitz den BVB-Anhang ein zweites mal schockte. Mit einem ungestümen Rettungsversuch brachte er Lukabakio im Strafraum zu Fall, doch der Düsseldorfer Angreifer setzte den folgenden Elfmeter neben den rechten Pfosten (59.). Und als Fink nach einem üblen Foul an Jadon Sancho mit einer Roten Karte vom Platz flog, war der Widerstand der Fortuna scheinbar gebrochen (83.), zumal Götze in der Nachspielzeit das 3:1 nachlegte. Doch der BVB kann nicht ohne Drama. Dem 2:3 von Dawid Kownacki in der Nachspielzeit folgten chaotische Szenen im Dortmunder Strafraum. Aber am Ende jubelten die Borussen über die kleine Titelchance, die ihnen noch bleibt.

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