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1:1 bei der TSG Hoffenheim : Der BVB rettet in Unterzahl einen Punkt

  • -Aktualisiert am

Torschütze für Hoffenheim: Joelinton trifft zum 1:0. Bild: dpa

Die BVB-Fans überwinden die Stadionordner mit einem unsäglichen Transparent deutlich geschickter als die Dortmunder Spieler die gegnerische Abwehr. Immerhin gelingt Pulisic in Unterzahl der späte Ausgleich. Diallo sieht eine fragwürdige Rote Karte.

          Es war ein Spitzenspiel mit dramatischen Momenten und einem vergleichsweise „langweiligen“ Schlussergebnis. Die TSG Hoffenheim und der Tabellendritte der Bundesliga, Borussia Dortmund, trennten sich am Samstagnachmittag in Sinsheim nach den Treffern von Joelinton (44. Minute) und Pulisic (84.) 1:1.

          Doch da war noch mehr als die beiden anerkannten Tore. Zum Beispiel ein von Schiedsrichter Osmers zurückgenommener Treffer durch Bicakcic  (50.) und eine umstrittene Rote Karte für den Dortmunder Diallo (75.). Am Ende  stand ein hart erkämpftes und etwas glückliches Remis für den BVB und ein Punktgewinn, der zu wenig war für die insgesamt druckvolleren Hoffenheimer.

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          Einer fehlte diesmal von vornherein: Mario Götze, den der Dortmunder Trainer Lucien Favre nach drei Bundesliga-Beobachtereinsätzen auf der Bank zu Hause ließ. Ein Verzicht, der die Diskussionen um den Dortmunder WM-Held von 2014, eher weiter beflügeln als dämpfen wird, zumal Götze in der Stunde, während der er am Dienstag beim glücklichen 1:0-Sieg zum Champions-League-Auftakt in Brügge mitspielte, nicht der schlechteste Borusse  war.

          Schlechte Dortmunder Kinderstube

          In Sinsheim, wo sich der BVB am letzten Spieltag der vorigen Saison bei  der 1:3-Niederlage nicht gerade mit Ruhm bekleckert und deshalb die Qualifikation für diese Runde der europäischen Königsklasse nur soeben erreicht  hatte, sollte aus Dortmunder Sicht auch ohne Götze diesmal alles besser werden. Gegen eine Mannschaft, die, angespornt von ihrem beachtlichen Champions-League-Einstand beim 2:2 in Charkiw gegen Schachtjor Donezk, einen weiteren Coup gegen den BVB landen wollte.

          Doch ehe das Spiel begann, bewiesen eine Reihe von Dortmunder Hardcore-Fans wieder einmal ihre schlechte Kinderstube mit den hinlänglich bekannten Schmähungen gegen den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp. Es war so etwas wie die geschmacklose Retourkutsche für die unter der Woche bekannt gewordene Strafanzeige Hopps gegen 32 Borussen-Anhänger, die sich beim vorangegangenen Spiel in Sinsheim mit den altbekannten Parolen verbal daneben benommen hatten.

          Neuauflage eines alten Transparents: Die BVB-Fans begegnen den juristischen Schritten Hopps mit noch mehr verbalen Anfeindungen.

          Als dann Fußball gespielt wurde zwischen dem Dritten und Vierten der vergangenen Saison, bewiesen beide Teams, dass mit ihnen auch in dieser Saison  zu rechnen ist. Zuerst die Westfalen, denen Schiedsrichter Osmers einen  Foulelfmeter verweigerte, als Schulz seinen Nationalmannschaftskollegen Reus auf der Strafraumlinie zu Fall brachte; danach die Kraichgauer, die den zweiten  Teil der ersten Hälfte bestimmten und bei einem Konter durch Bittencourt eine exzellente Gelegenheit besaßen, die der Deutsch-Brasilianer aber im  Eins-gegen-Eins-Duell mit Torhüter Bürki nicht zum Führungstreffer nutzte (21.).

          Besser machte es der Brasilianer Joelinton, der nach Diallos unentschlossener Kopfballabwehr mit einem Linksschuss flach ins linke Eck traf (44.). Hoffenheim drängte nach dem Wechsel auf die frühe Entscheidung und schien dem Ziel nach Bicakcics Kopfballtreffer nah, den Schiedsrichter Osmers aber nach Rücksprache mit seinem Assistenten Arne Aarnik zurücknahm, weil Flankengeber Kramaric im Abseits gestanden hatte. Glück für den BVB, der bei Joelintons Pfostenschuss (55,) noch einmal Dusel hatte.

          Der BVB war noch einmal davongekommen, ehe zum Entsetzen aller Borussen  Innenverteidiger Diallo nach einer Notbremse als letzter Mann, so die umstrittene Entscheidung von Schiedsrichter Osmers, per Roter Karte vom Platz  gestellt wurde. Doch die Borussia bewies wie schon so oft in dieser Spielzeit  Nehmerqualitäten und glich kurz vor Schluss durch Pulisic das jederzeit  dramatische Spiel aus. Aufatmen bei den Borussen, dass der eingewechselte  Belfodil in der Nachspielzeit  die Chance zum 2:1 für Hoffenheim vergab.

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