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1:0 gegen Mönchengladbach : Der BVB meldet sich zurück

Glücklicher Kapitän: Marco Reus bringt den BVB in Führung. Bild: AFP

Die eine Borussia gewinnt, die andere bleibt zumindest bis Sonntag Tabellenführer: Der BVB vermeidet ausnahmsweise mal einen späten Ausgleich und schließt zu Mönchengladbach auf. Ein Tor des Kapitäns genügt in einem rasanten Spiel.

  • -Aktualisiert am
          3 Min.

          Es war eine wunderbare Vorlage, die der Rest der Liga den beiden Borussias aus Dortmund und aus Mönchengladbach für ihr Spitzenspiel am Samstagabend geliefert hatte. Kein einziges Team aus dem oberen Tabellendrittel hatte zuvor gewinnen konnte, woraufhin die Gladbacher ihren Vorsprung an der Tabellenspitze ausbauen konnten, während der BVB die unverhoffte Option hatte, nach Punkten zum FC Bayern aufzuschließen und das Krisengefühl der vergangenen Wochen zumindest für ein paar Tage abzuschwächen. Und tatsächlich retteten die Dortmunder nach einer Serie später Gegentreffer diesmal ihre knappe 1:0-Führung ins Ziel und bejubelten am Ende einen ganz besonders kostbaren Sieg. Das Tor des Tages war Marco Reus nach 57 Minuten gelungen. „Ich denke, der Sieg ist verdient. Gladbach hat am Ende Druck gemacht. Wir hatten aber gute Gelegenheiten. Die zwei nicht gegebenen Tore sind nicht gut für den Fußball“, sagte BVB-Trainer Lucien Favre.

          Erster im Tableau bleiben allerdings die Gladbacher, die die Partie trotz ihrer Tabellenführung mit einer Art Außenseiterattitüde begonnen hatten.

          Der BVB war viel am Ball, hatte in der ersten Halbzeit ordentliche Chancen durch Julian Brandt (12.) und den agilen Reus (27.), aber ein Gefühl von klarer Dominanz entwickelten sie nicht. Vielmehr wurde wieder die mittlerweile chronische Schwäche bei Standardsituationen sichtbar, als Tony Jantschke nach einer Ecke (5.) und Stefan Lainer (26.) nach einem Freistoß gute Möglichkeiten hatten. Das war das Vorspiel für einige besonders wilde Bundesligaminuten.

          Bundesliga

          Zweimal rettete Bürki mit hochriskanten Aktionen gegen den alleine aufs Dortmunder Tor zu laufenden Breel Embolo (29., 41.). Auf der anderen Seite lenkte Yann Sommer einen Kopfball von Mats Hummels an die Latte, bevor das Stadion schließlich einen Treffer von Thorgan Hazard bejubelte, der aufgrund einer hauchdünnen Abseitsstellung vom Videoassistenten annulliert wurde. Der BVB spielte stark, obwohl Jadon Sancho fehlte. Die Suspendierung des jungen Angreifers ist ein neues Indiz für die inneren Unruhen, die beim BVB in diesem Herbst zu toben scheinen.

          Sancho war zu spät

          Der Engländer war offensichtlich zu spät vom seinem Länderspiel ins Revier zurückgekehrt. Dass die Dortmunder in so einem wichtigen Spiel freiwillig auf einen ihrer gefährlichsten Offensivspieler verzichten, deutet darauf hin, dass Sancho ein grundsätzlicheres Problem mit dem Einhalten von Regeln hat. „Jadon ist eigentlich ein anständiger und guter Junge“, sagte Sportdirektor Michael Zorc vor der Partie, „aber er ist noch sehr jung, ist sehr schnell groß geworden und testet vielleicht auch Grenzen aus. Dann ist es an uns, Grenzen zu setzen.“ In der Champions-League-Partie bei Inter Mailand am Mittwoch wird Sancho aber wieder dabei sein.

          Der BVB ist wieder da: Für Trainer Lucien Favre kommt der Sieg gegen den Tabellenführer zur rechten Zeit.

          Da an diesem Tag neben Sancho auch der an einer Achillessehnenverletzung laborierende Paco Alcácer und der an einer Grippe erkrankte Mario Götze fehlten, hatte Trainer Lucien Favre sich zu einer ungewöhnlichen Aufstellung inspirieren lassen. Julian Weigl spielte in der Innenverteidigung für Manuel Akanji, der rechts in der Viererkette agierte. Den Angriff bildete ein Quartett mit Reus, Brandt, Hakimi und Hazard, die sich ziemlich frei von Positionszwängen bewegen konnten.

          Dass Favre allerdings abermals auf den seit Wochen formschwachen Akanji setzte, sorgte auch für Erstaunen unter den Beobachtern und ist eine neue Angriffsfläche für Kritik am Trainer. Denn Akanji spielte auch in seiner neuen Rolle mäßig. Die Melange aus der zurückliegenden Phase der Dortmunder Sieglosigkeit und dem schwächsten Saisonstart des BVB seit fünf Jahren entwickelte sich zuletzt ja immer deutlicher zu einer Trainerkrise. Es gelinge dem Trainer nicht, seinem Team durch motivierende und emotionale Impulse von der Außenlinie über schwierige Phasen hinwegzuhelfen, heißt es unter anderem.

          Doch in der Phase nach der Pause mangelte es dem BVB erst mal nicht an emotionaler Wucht. Die Dortmunder investierten nun viel, wurden immer überlegener, und Reus gelang nach einem guten Hazard-Pass aus relativ spitzem Winkel das 1:0 (57.). Wie labil die Dortmunder derzeit sind, zeigte sich dann jedoch, nachdem Bürki sich bei einer Faustabwehr verletzt hatte und gegen Marvin Hitz ausgetauscht werden musste (70.). Plötzlich spielten nur noch die Gladbacher, der eingewechselte Patrick Herrmann (72.), der von Hummels wohl elfmeterreif bedrängt wurde, und Christoph Kramer (75.) hatten gute Möglichkeiten. Zwei Minuten vor dem Ende rettete Hitz akrobatisch gegen Florian Neuhaus und hielt den Sieg fest.

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