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0:1 gegen Augsburg : Borussia Dortmund festigt Rang 18

  • -Aktualisiert am

Die nächste bittere Niederlage: Jürgen Klopp beim 0:1 gegen Augsburg Bild: AP

Ein Ergebnis, das der Tabellenkonstellation entspricht: Der Bundesligafünfte Augsburg gewinnt bei Schlusslicht Dortmund. Für den BVB bedeutet die Heimniederlage einen heftigen Rückschlag. Die Borussia kann eine halbe Stunde in Überzahl nicht nutzen.

          Dem Spiel ging eine Schweigeminute zu Ehren Udo Latteks voraus. Am Mittwoch war der Tod des erfolgreichsten deutschen Vereinstrainers bekannt geworden. Lattek hatte auch Borussia Dortmund trainiert, zweimal sogar. Vor  fünfzehn Jahren bewahrte er, gemeinsam mit dem damaligen Trainernovizen  Matthias Sammer, den BVB vor dem Abstieg. Jetzt steht der westfälische Traditionsklub wieder vor der Aufgabe, den Gang in die Zweite Liga zu  verhindern.

          Wie schwer das wird, zeigte sich beim 0:1 gegen den FC  Augsburg. Die elfte Niederlage der aktuellen Spielzeit (zugleich der elfte Sieg des FCA), besiegelt durch Raul  Bobadillas Tor aus der 50. Minute, offenbarte, dass der Auswärtspunkt in  Leverkusen zu Beginn der Rückrunde keineswegs als Hinweis auf einen  Aufschwung zu sehen war. „Das Entscheidende machen wir momentan falsch. Aber das Entscheidende muss man richtig machen““, sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp.

          Wenn vor der Saison jemand vorausgesagt hätte, zwischen Dortmund und  Augsburg würden nach dem achtzehnten Spieltag vierzehn Punkte liegen, hätten  viele das als durchaus fachkundige Prognose eingestuft. Dass aber der FC  Augsburg einen solchen Vorsprung vor dem vermeintlichen Herausforderer des FC  Bayern München haben würde, das war selbst mit viel Phantasie nicht zu  erwarten.

          Wieder zu viele Fehlpässe beim BVB

          Beim Aufeinandertreffen im ausverkauften Dortmunder Stadion war genau  diese Konstellation gegeben: Der BVB ging als Tabellenletzter in die Partie,  der FCA als Mannschaft, die sich in die Spitzengruppe vorgekämpft und sogar  Kontakt zu den Champions-League-Plätzen hergestellt hatte. Auf dem Rasen war  kein Unterschied zu erkennen. Augsburg spielte zunächst weniger gut, Dortmund  weniger schlecht, als der Tabellenstand hätte erwarten lassen.

          Würdiger Abschied: Borussia Dortmund gedenkt vor dem Spiel Udo Lattek Bilderstrecke

          Die Borussen brauchten eine Viertelstunde, um ihrem Spiel eine Richtung zu  geben. Vielleicht waren sie aufgeschreckt durch den Warnschuss, den Ji  abgegeben hatte, als BVB-Torhüter Weidenfeller zu weit vor dem Tor stand. Um  die 15. Minute herum bot sich erst Kampl (nach einem Leichtsinnsfehler  von Klavan), dann Reus und Aubameyang jeweils die Chance, die Heimelf in  Führung zu bringen. Doch von dieser Serie ging nicht die Offensivkraft aus, die  mancher vielleicht erwartet hätte. Zu viele Fehlpässe standen auf beiden Seiten  einem geordneten Aufbau entgegen.

          Nach einer halben Stunde konnten die Dortmunder von Glück sagen, dass der  Augsburger Kapitän Verhaegh eine gute Schuss-Chance von der Strafraumgrenze  nicht zu nutzen wusste. Ein paar Minuten später wiederum durfte Tobias Werner  sich glücklich schätzen, auf dem Rasen zu bleiben. Mit der Gelben Karte  vorbelastet, ging der Augsburger Offensivspieler sein Gegenüber Kevin Großkreutz so hart an, dass er sich über „Gelb-Rot“ nicht hätte beschweren  können.

          Es blieb bei dem, was BVB-Trainer Jürgen Klopp jüngst gesagt hatte:  „Wir können nicht Abstiegskampf predigen und Champagner-Fußball fordern.“  Dortmund mag ein prosperierendes Fußball-Unternehmen sein und bleiben, aber der  Champagner ist den Borussen längst ausgegangen. Das wurde dem Publikum spätestens fünf Minuten nach dem Seitenwechsel in  Erinnerung gerufen: Bei einem Vorstoß der Augsburger wirkten die Dortmunder  viel zu passiv. Halil Altintop bahnte sich leichtfüßig den Weg durch die  Abwehr; die Verteidiger in Schwarz-Gelb wirkten wie ein Begleitservice, sahen sich außerstande, den früheren Schalker daran zu hindern, seinem Sturmpartner  Bobadilla den Weg zum Führungstor zu ebnen. „Das Gegentor ist fünf-, sechsmal zu verteidigen, am Ende steht aber einer frei, der das Tor machen kann“, sagte Jürgen Klopp nach dem Spiel. „Dementsprechend gibt es wenig Positives zu berichten.“

          Wieder einmal stand der gefallene  Spitzenklub mit dem Rücken zur Wand. Rückstände aufzuholen gehört in dieser  Saison zu den Herausforderungen, die Dortmund am wenigsten liegen. Nach gut  einer Stunde bot sich den Westfalen ein unverhoffter Vorteil, der einem Zeichen  zum Angriff gleichkam.

          Der umsichtige Schiedsrichter Marco Fritz verwies  Christoph Janker mit der Roten Karte des Feldes. Der Augsburger  Innenverteidiger hatte dem schnellen BVB-Stürmer Aubameyang mit einer Notbremse  eine Torchance genommen. Aber auch gegen zehn entschlossen verteidigende  Augsburger tat Dortmund sich schwer. Es wurde ein stumpfes, unproduktives  Anrennen. Erst kurz vor Schluss hatten Mchitrajan und Immobile Chancen zum Ausgleich, wussten aber nichts damit anzufangen. So festigte Dortmund den  letzten Tabellenplatz.

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