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2:0 gegen Hertha BSC : Der BVB bleibt Spitzenreiter

  • -Aktualisiert am

Spitzenreiter: Der BVB übernimmt nach dem 2:0 gegen Hertha BSC wieder die Tabellenführung Bild: AFP

Makelloser Saisonauftakt: Borussia Dortmund bleibt ohne Gegentor und schlägt Hertha BSC Berlin souverän - auch ohne Ousmane Dembélé.

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          Vorsorglich hatte Hans-Joachim Watzke darauf hingewiesen, dass ein so talentierter Spieler wie Ousmane Dembélé „nicht eins zu eins zu ersetzen“ sei, schon gar nicht auf die Schnelle. Deshalb hatte der Vorsitzende Geschäftsführung von Borussia Dortmund ein „bisschen Geduld eingefordert, wenn es darum gehe, die Lücke zu schließen, die der junge Franzose nach seinem Wechsel zum FC Barcelona hinterlasse. Wie groß diese Lücke ist, wird sich vermutlich erst in Spielen gegen große Gegner, etwa in der Champions League zeigen. Im Bundesliga-Alltag kamen die Dortmunder auch ohne Dembélé zu einem ungefährdeten Heimsieg über Hertha BSC. Die Tore beim 2:0 gegen die abwehrstarken, aber vorne zu harmlosen Berliner erzielten Pierre-Emerick Aubameyang (15. Minute) und Nuri Sahin (57.).

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          Am späten Freitagnachmittag hatte der BVB bekannt gegeben, der Klub habe sich mit dem FC Barcelona grundsätzlich über einen Wechsel Dembélés zu dem spanischen Renommierklub geeinigt. Der Angreifer soll an diesem Montag die sportärztliche Untersuchung bei den Katalanen absolvieren. Nach mehr als zwei Wochen der Ungewissheit haben die Vereine sich auf die Ablösemodalitäten verständigt und das Sommertheater um den zuletzt suspendierten Jungstar beendet. Nach Angaben des BVB erhält der Bundesligaklub eine feste Ablösesumme in Höhe von 105 Millionen Euro, dazu kommen Bonuszahlungen von maximal vierzig Prozent dieser Summe. Das Gesamtvolumen dieses größten Transfers, der je von einem Bundesligaklub vorgenommen wurde, kann demnach bis zu 147 Millionen Euro erreichen.

          Aubameyang gratuliert Dembélé

          Zu den ersten Gratulanten gehörte Torjäger Aubameyang, der in der vergangenen Saison oft von Dembélés Vorarbeit profitiert hatte. Der Torschützenkönig der Bundesliga ließ seinem ehemaligen Juniorpartner über Twitter eine Nachricht zukommen, die bei manchen BVB-Fans auf Unverständnis stieß. „Herzlichen Glückwunsch, mein Bruder, bring mich zum Träumen!!!“, schrieb der Gabuner: „Und vergiss nicht, mir Eintrittskarten zu besorgen.“ Aubameyang hatte vor kurzem selbst noch von einem Wechsel zum AC Mailand geträumt, musste sich aber damit abfinden, in diesem Sommer von seinem Arbeitgeber keine Freigabe zu erhalten.

          Ein Mann, ein Tor: Pierre-Emerick Aubameyang hat zum 1:0 getroffen Bilderstrecke

          Bei allem Verdruss verhielt sich der Gabuner jedoch professioneller als Dembélé, der unentschuldigt dem Training ferngeblieben war, als der Wechsel zunächst zu platzen schien. Auch gegen die Hertha erwies sich Aubameyang für seine Mannschaft als wertvoll, so etwa beim Führungstreffer. Als sich im Berliner Strafraum ausnahmsweise ein paar Zentimeter Platz boten, beförderte der Stürmerstar Nuri Sahins Flanke mit einer Direktabnahme ins Netz. Obwohl die tief stehenden Berliner konzentriert und zweikampfstark verteidigten, hätte Christian Pulisic den Vorsprung ausbauen können, doch dem quirligen Rechtsaußen fehlte es im Abschluss an Präzision; erst scheiterte er an Torhüter Rune Jarstein (28.), dann schoss er knapp am Tor vorbei (52.), ehe ihm wieder Jarstein im Weg stand (82.)

          Pulisic hatte abermals die vakante Planstelle Dembélés übernommen. Der 18 Jahre alte US-Amerikaner gilt als Favorit für die Nachfolge des Franzosen. Doch Pulisic, der nicht so brillierte wie eine Woche zuvor, könnte bald Konkurrenz bekommen. Das Management des BVB versucht offenbar, bis zum Ende der Transferperiode am kommenden Donnerstag zusätzlich noch einen Profi mit Perspektive zu verpflichten, der Dembélé ersetzen könnte.

          Dem Vernehmen nach hat Sportdirektor Michael Zorc den 20 Jahre alten Brasilianer Malcom im Blick, der bei Girondins Bordeaux in der französischen Ligue 1 unter Vertrag steht. Was Pulisic im Abschluss versäumte, besorgte Nuri Sahin nach knapp einer Stunde. Im zentralen defensiven Mittelfeld wieder eine verlässliche Größe, zeichnete der Türke sich auch als Schütze aus und erzielte mit einem fulminanten Schuss von der Strafraumgrenze das zweite Tor. Damit war die Partie entschieden und die BVB-Fans auch ohne Dembélé glückselig.

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