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2:1 gegen Mönchengladbach : Der BVB beschert sich mit dem Sieg im Gipfeltreffen

Der Siegtorschütze: Marco Reus untermauert seinen Stellenwert für den BVB. Bild: Reuters

Der BVB ist nicht nur in der Tabelle die bessere Borussia. Auch im direkten Aufeinandertreffen der Ligabesten behalten die Dortmunder die Oberhand. Mönchengladbach darf nur zwischenzeitlich hoffen.

  • -Aktualisiert am

          Nun können die Dortmunder also doch Weihnachten feiern, ohne beim Gedanken an ihre berufliche Situation in der Fußballbundesliga ein leises Unbehagen zu verspüren. Mit 2:1 (1:1) haben sie ein intensives Spiel gegen Borussia Mönchengladbach gewonnen, das Krisengefühl, das mit der Niederlage in Düsseldorf vom vorigen Dienstag aufkeimte, ist verflogen, der BVB wird als strahlender Herbstmeister in die Rückrunde starten. Und als Mannschaft, die nicht nur rauschhaft von Sieg zu Sieg eilen kann, sondern auch passende Antworten auf Rückschläge findet. Allerdings war dieser Erfolg gegen den Tabellenzweiten ein hartes Stück Arbeit.

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          „Der Sieg war klar verdient. 2:1 geht in Ordnung“, sagte BVB-Trainer Lucien Favre. Gladbachs Torhüter Sommer war dagegen enttäuscht: „Bei uns haben die genialen Momente gefehlt. Dortmund hatte zwei, das hat gereicht.“

          Viele Phasen der Partie waren geprägt von dem großen Respekt, den die beiden bestplazierten Teams der Bundesligatabelle voreinander hatten. Der Gast vom Niederrhein hatte sich eindeutig vom Düsseldorfer 2:1 gegen den BVB inspirieren lassen, mit zwei tief stehenden Ketten verengten sie in der ersten Hälfte die Räume vor dem eigenen Tor. Und da die Dortmunder sich nicht noch einmal so überrumpeln lassen wollten, wie am Dienstag, agierten auch sie mit reduziertem Risiko. Erst nach 20 Minuten wurde es mal etwas gefährlicher in einem der Strafräume, Marco Reus kam nach einer schnellen Kombination über Raphael Guerreiro und Paco Alcácer zum Abschluss, scheiterte jedoch an Yann Sommer im Tor der Gladbacher.

          Die Abwehrreihen standen, dabei waren die Voraussetzungen für ein paar defensive Schwächen bei beiden Team günstig. Sowohl die Dortmunder als auch die Gladbacher waren durch Verletzungen zu Improvisationen in ihren Innenverteidigungen gezwungen. Beim BVB spielten Ömer Toprak, der im bisherigen Saisonverlauf nur wenige Einsätze hatte, und Julian Weigl, der eigentlich eher im Mittelfeld heimisch ist. 

          Bei der anderen Borussia bildete der erst 18 Jahre alte Louis Beyer gemeinsam mit Tobias Strobl (der normalerweise ein paar Meter weiter vorne spielt) das Herz der Abwehrkette. Davor übernahm mal wieder Christoph Kramer die Rolle als Spieleröffner und Zweikampfinstanz. Vielleicht noch wichtiger waren jedoch die Veränderungen die BVB-Trainer Lucien Favre in der Offensive vorgenommen hatte. Mit Jadon Sancho, Alcácer und Raphael Guerreiro spielten wieder die drei formstärksten Angreifer der vergangenen Wochen neben dem gesetzten Reus.

          Die schwarz-gelben Tempofußballer aus dem Angriff sind und bleiben der Schlüssel zum Erfolg dieses Teams, auch wenn Alcácer sich nach einer halben Stunde verletzt auswechseln lassen musste. Mario Götze ersetzte den Spanier und bereitete prompt den etwas glücklichen Dortmunder Führungstreffer vor. Ausnahmsweise waren die Gladbacher mal weit aufgerückt, als Reus angespielt wurde, über das halbe Feld sprintete, in den Strafraum passte, wo Götze den Ball auf den an diesem Abend wieder einmal großartigen Sancho weiterleitete. Der Engländer spielte Oscar Wendt aus und traf aus spitzem Winkel in die lange Ecke (42. Minute). Doch schon drei Minuten später war der Jubel wieder verflogen. Kramer war mit einem etwas umstrittenen Treffer der Ausgleich gelungen.

          Die Führung: Jadon Sancho trifft zum 1:0 für Dortmund. Bilderstrecke

          Der Mittelfeldspieler hatte per Kopf im Dortmunder Strafraum die eigene Hand getroffen, wohl nicht geplant, aber durch den unbeabsichtigten Kontakt landete der Ball für einen zweiten Abschlussversuch vor seinen Füßen, es stand 1:1 (45.). Zwar hatte der BVB in der ersten Hälfte ein klein wenig stärker gewirkt, aber der Tabellenzweite hatte ordentlich mitgehalten und damit die Ankündigung von Dieter Hecking wahr gemacht. In Dortmund „bestehen zu können, ist eine Aufgabe, die wir mit Selbstvertrauen annehmen, das ist keine Mission Impossible, hatte der Trainer gesagt.

          Doch die Dortmunder waren nach dem Gegentreffer endgültig wach und voller Energie. Nun war in vielen Situationen das Tempo vorhanden, das die Gäste in der ersten Halbzeit noch nicht zugelassen hatten, und prompt fiel das 2:1. Wieder war Götze der Vorlagengeber, als er einen schönen Pass hinter die Gladbacher Abwehr spielte, wo Reus den Ball über die Linie bugsierte (54.).

          Damit schloss Dortmunds Kapitän seine imposante Hinrunde also mit einem weiteren Tor ab. „Marco hat eine sehr gute Hinrunde gespielt“, sagte Favre.  Beinahe wäre dem Hochgelobten sogar noch ein zweiter Treffer gelungen, als er per Freistoß aus 18 Metern nur das Lattenkreuz traf (65.). So blieb es erstmal sehr eng, obgleich der BVB nun deutlich überlegen war, engagiert nach vorne und so gut sortiert nach hinten agierte, dass die Gladbacher auch in ihrer Schlussoffensive zu keiner klaren Chance kamen.

          "Man hat gemerkt in den letzten 20 Minuten, dass wir am Stock gehen. Die ein, zwei Wochen Pause werden uns jetzt sehr gut tun, damit wir im neuen Jahr wieder angreifen können. Es ist erst der halbe Kuchen gegessen", sagte Kapitän Reus. Zumindest aber ist der Vorsprung des Tabellenführers auf die andere Borussia damit wieder auf neun Zähler angewachsen, und der FC Bayern steht in seiner Partie am Samstag in Frankfurt zusätzlich unter Druck.

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