https://www.faz.net/-gtm-9y3xy

Eintracht und Deutsche Bank : Aufschwung in der Krise

  • -Aktualisiert am

Neuer Name: Eintracht Frankfurt schließt einen wichtigen Deal. Bild: EPA

Eintracht Frankfurt plant mit einem strategischen Partner, um den der Klub lange vergeblich geworben hat. Der Deal mit der Deutschen Bank weist in die Zukunft.

          1 Min.

          Eintracht-Vorstand Axel Hellmann hat das Wort am Mittwoch in den Mund genommen: strategischer Partner. Anders als Adidas, Allianz und Audi an Bayern München zahlt die Deutsche Bank keine (in Summe) dreistelligen Millionenbeträge über einen Zeitraum von vielen Jahren an die Frankfurter Eintracht. Aber dennoch ist der neue Vertrag ein Meilenstein für den hessischen Traditionsklub. Er darf sich in der Bundesliga-Hierarchie zwar noch nicht zu den Großen, aber schon zu den Größeren zählen. Zu den Vereinen, mit denen sich große Unternehmen nicht nur auf eine Sponsorenvereinbarung verständigen, sondern sich wirklich zu ihnen bekennen, sich mit ihnen verbinden.

          Das wird einerseits an der Laufzeit sichtbar, sieben Jahre geben der Eintracht Planungssicherheit. Andererseits zeigt der Vertragsinhalt, wie tief und dadurch belastbar das Bündnis werden soll. Über das Namensrecht hinaus, das sich nicht nur über das Stadion, sondern über das gesamte Areal im Stadtwald erstreckt, das unter der Verwaltung der Eintracht steht, unterstützt der Dax-Konzern die Digitalisierung der Arena und den Amateursport, der bei der Eintracht in vielen Sparten ausgeübt wird. Die Verbindung soll nicht nur nach außen strahlen und wirken, sondern die Wurzeln erreichen, die nicht von der Sonne der großen Öffentlichkeit beschienen werden.

          Die finanziellen Zuwendungen durch die Deutsche Bank werden die Eintracht nicht schlagartig zu einem Krösus der Liga machen oder eine große Offensive auf dem Transfermarkt auslösen können. Sie sichern vor allem die Großprojekte wie Stadionausbau, Neubau des Proficamps und andere infrastrukturelle Maßnahmen ab. Aber das Bekenntnis der Deutschen Bank zur ehemals launischen Diva vom Main macht die Eintracht attraktiv für andere Investoren und kann somit mit Langzeitwirkung zusätzliche Einnahmen generieren. Darüber hinaus ist der Zeitpunkt des Engagements des Geldhauses ein großer Vertrauensbeweis in die Zukunftsfähigkeit der Eintracht.

          In einem Moment, in dem viele Vereine in verschiedenen Szenarien den Termin errechnen, an dem ihre Insolvenz droht, ruft die Entscheidung der Deutschen Bank in Erinnerung, dass es eine Zeit nach Corona geben wird. Und dass es Konzerne gibt, die dann mit dem Fußball im Geschäft sein wollen. Das ist ein Zeichen, das nicht nur der Eintracht gut tut.

          Weitere Themen

          Rhein-Derby vor leeren Rängen Video-Seite öffnen

          Düsseldorf gegen Köln : Rhein-Derby vor leeren Rängen

          Am Wochenende trifft Fortuna Düsseldorf auf den 1. FC Köln. Doch auch das Rhein-Derby muss in dieser Saison ohne die Fans stattfinden. Doch auch als Geisterspiel sei das Aufeinandertreffen der beiden Vereine etwas Besonderes, wie beide Trainer beteuerten.

          Topmeldungen

          Protest nach George Floyds Tod : Die Sportler verlassen die Deckung

          McKennie, Hakimi, Sancho, Thuram: Bundesligaspieler beklagen wie viele andere Athleten Polizeigewalt und institutionalisierten Rassismus. Ihre Proteste nach dem Tod von George Floyd dürften noch zunehmen. Wie reagieren die Verbände?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.