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Auswärtssieg in Köln : Nationalspieler Raum beflügelt die TSG Hoffenheim

  • -Aktualisiert am

Mit Speed: David Raum flankt scharf von links in Köln. Bild: Witters

David Raums linker Fuß avanciert mehr und mehr zu einem Erfolgsfaktor auf dem Weg der Hoffenheimer in den Europapokal. Sein Trainer könnte zufrieden sein – wenn da nicht der Musikgeschmack wäre.

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          Wie fast immer vor den Bundesligapartien war der Hoffenheimer Trainer Sebastian Hoeneß auch am Sonntagnachmittag nicht ganz glücklich mit den Entscheidungen seines Spielers David Raum. Der Flankenspezialist vom linken Flügel des Champions-League-Anwärters ist zuständig für die Playlist, die in der Kabine abgespielt wird, während die Mannschaft sich auf die Spiele vorbereitet.

          Bundesliga

          Da müsse er „manchmal weghören“, berichtete Hoeneß nach dem 1:0-Sieg beim 1. FC Köln. Aber das war die einzige Kritik an dem 23 Jahre alten Raum. Denn der Nationalspieler war zwar nicht der Schütze des Siegtreffers, aber er hatte vier der sieben Hoffenheimer Großchancen und das Tor des Tages von Stefan Posch vorbereitet.

          Raums linker Fuß avanciert mehr und mehr zu einem Erfolgsfaktor auf dem Weg der Hoffenheimer in den Europapokal. „Ich glaube, da ist er mittlerweile der beste Spieler, den wir in der Bundesliga haben“, schwärmte Kölns Trainer Steffen Baumgart von Raums Flanken, die präzise und scharf in den Strafraum flogen und kaum zu verteidigen waren.

          Zudem habe Raum „einen super Speed nach vorne und wird immer wieder gut freigespielt“, sagte Baumgart. Nicht erst seit diesem Tag ist der U-21-Europameister vom vergangenen Sommer ein vielversprechender Kandidat zur Lösung eines andauernden Nationalmannschaftsproblems: die Suche nach dem passenden Mann für die linke Abwehrseite.

          Gute DFB-Chancen für Raum

          Leipzigs Marcel Halstenberg hat nach mehreren Verletzungen im Kampf um diesen Posten bei der DFB-Elf etwas den Anschluss verloren. Bei der EM schien sich Robin Gosens zu etablieren, wirkte in entscheidenden Momenten defensiv aber etwas instabil. Unter dem neuen Bundestrainer Hansi Flick kamen neben Gosens Christian Günter (Freiburg), Thilo Kehrer (Paris St. Germain) und eben Raum in unterschiedlichen Systemen als Linksverteidiger zum Einsatz. Das Rennen ist offen, mit guten Chancen für Raum.

          Gosens ist nach einer komplizierten Oberschenkelverletzung, fünf Monaten Pause und einem Vereinswechsel von Atalanta Bergamo zu Inter Mailand gerade erst dabei, in einen neuen Alltag zurückzukehren. Am Freitag spielte er erstmals für Inter und steuerte eine Torvorlage zum 5:0-Sieg über Salernitana bei. Kehrer kämpft um möglichst viel Einsatzzeit bei PSG, saß in den wichtigen Spielen aber oft auf der Bank. Raum hingegen ist seit Wochen exzellent in Form.

          In der Winterpause hat sich der gebürtige Nürnberger, der vor seinem Wechsel nach Hoffenheim mit Greuther Fürth in die Bundesliga aufgestiegen war, die Worte „Living Dream“ auf die Brust tätowieren lassen und dazu erklärt: „Ich bin von der zweiten in die erste Liga bis hin zur Nationalmannschaft gekommen. Ich lebe den Traum von jedem kleinen Fußballjungen in Deutschland, und deshalb passt der Spruch ganz gut.“

          Nach zuletzt vier Siegen in Folge kann er derzeit sogar recht konkret von Duellen der TSG mit Real Madrid oder dem FC Liverpool träumen, die Hoffenheimer sind nun Tabellenvierter und kämpfen um die beiden verbleibenden Champions-League-Plätze hinter dem FC Bayern sowie dem BVB. In Köln freute sich Raum über einen dieser „geilen, ekligen Siege, über die man sich extrem freut“, und erklärte: „Wenn du oben mitspielen willst musst du solche Spiele auswärts gewinnen.“

          Und wenn er zum nächsten Mal seine offenbar streitbare Playlist anwirft, steht ein noch größeres Spiel bevor: Am kommenden Wochenende ist Bayern München zu Gast. „Das ist einfach ein schönes Spiel, jetzt nachdem wir vier Spiele gewonnen haben“, sagte Raum.

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