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0:8--Niederlage in München : „Unerträgliches“ HSV-Trauma

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Achtmal musste Rene Adler den Ball aus dem Netz fischen – und das war keine Premiere. Bild: dpa

3:44 Tore lautet die HSV-Bilanz aus den letzten sieben Gastspielen in München. Nach der jüngsten 0:8-Pleite steht der Nordklub in der Liga wieder mal am Abgrund. Im DFB-Pokal soll die Wende kommen.

          Die HSV-Profis gingen am Tag nach der fast schon gewohnten XXL-Watsch’n in München einem möglichen Spießrutenlauf durch die eigenen Fans aus dem Weg. Der Großteil der im Internet als „HaHaHaSV“ verspotteten Mannschaft zeigte sich nach der deftigen 0:8-Pleite bei den Über-Bayern am Sonntagvormittag erst gar nicht, die Zufahrt zu den Parkplätzen war überwiegend gesperrt.

          Trainiert wurde bei Regenwetter im Kraftraum im Stadioninneren, nur eine vor allem aus Reservisten bestehende Kleingruppe lief weit entfernt von den wenigen Zuschauern. Selbst die Verantwortlichen, die sich sonst am Tag nach Spielen den Fragen der Medien stellen, erschienen diesmal nicht. Doch auch ohne Worte sagt die abermalige Blamage alles.

          Immerhin hatten die Verursacher am Vortag nach der Pleite gar nicht erst nach Ausreden gesucht. „Das war ganz klar unsere Schuld. Wenn man so nachlässig ist wie wir, kommen acht Tore zusammen“, räumte Kapitän Gotoku Sakai in seltener Offenheit ein. „Wir haben es zu keinem Zeitpunkt geschafft, ein angemessener Gegner zu sein“, gab auch der leidgeprüfte Markus Gisdol zu. Er reihte sich nach Armin Veh, Michael Oenning, Thorsten Fink, Bert van Marwijk, Joe Zinnbauer und Bruno Labbadia mit „seinem“ 0:8 nahtlos in die Riege der vom FC Bayern geprügelten HSV-Trainer ein.

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          Egal, wer auf der Bank sitzt - der HSV hat seit Jahren eine schlimme Bayern-Allergie entwickelt, zumindest in München. 0:8, 0:5, 0:8, 1:3, 2:9, 0:5, 0:6 - sieben Niederlagen am Stück, Torverhältnis 3:44! „Unerträglich“ nannte der machtlose René Adler die 90 Spielminuten. „Wir haben alles mit dem Arsch eingerissen“, sagte der Keeper der „Hamburger Morgenpost“ - und meinte den wieder mal selbst zerstörten Geist des Aufschwungs von zuvor sieben Punkten aus drei Partien. „Das schmerzt“, meinte Gisdol. Sportchef Jens Todt stöhnte: „Ein schlimmer Tag, ein ganz schlimmer Tag. Das war ein ganz herber Rückschlag.“

          Der Bundesliga-Dino steht wieder mal am Abgrund zur 2. Liga. „Das 0:8 spiegelt die Zwei-Klassen-Gesellschaft wider“, bemerkte Adler. Auch für den Ex-Nationalkeeper setzte sich die persönliche Negativ-Bilanz gegen die Münchner nahtlos fort: Seit zehn Jahren spielt Adler in der 1. Liga, erst für Bayer Leverkusen, seit 2012 für den HSV. In dieser Zeit hat er 16 Spiele gegen die Bayern bestritten. Bilanz: 13 Niederlagen, kein einziger Sieg, 50 Gegentore. Ein Albtraum!

          „In der Bundesliga ist es nicht so leicht, Tore zu schießen. Heute war es leicht“, sagte der dreimal erfolgreiche Bayern-Torjäger Robert Lewandowski und legte damit noch den Finger in die HSV-Wunde. Bayern bot Weltklasse, der HSV Kreisklasse. Auch Kingsley Coman (2), Arturo Vidal, David Alaba und Robben beteiligten sich am Torreigen. „Wir wollten nach jedem Tor mit dem Toreschießen weitermachen“, erklärte Lewandowski. Das Schlimmste dabei war: Der HSV ließ es zu.

          Viel Zeit zum Schämen bleibt nicht. Schon am Mittwoch geht es für den klammen Nordclub darum, den Traum vom lukrativen Pokalfinale am 27. Mai aufrechtzuerhalten. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, skandierten die mitgereisten HSV-Fans trotzig. Das Traumziel ist für den HSV nur noch zwei Spiele entfernt. „Wir wollen dem Verein und den Fans das Pokal-Halbfinale schenken“, verkündete Adler. „Wir werden uns einen Tag lang ärgern“, kündigte Todt an, um dann im Viertelfinale gegen Borussia Mönchengladbach „wieder ein anderes Gesicht zu zeigen“. Man vertraue der 0:8-Truppe weiter. „Genauso wie vor einer Woche nicht alles ganz toll war und wir schon durch waren, ist jetzt nicht alles in Schutt und Asche“, bemerkte Todt.

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