https://www.faz.net/-gtm-wea1

Das Ende der „G 14“ : „Denkwürdige Entscheidungen“ für den Weltfußball

  • -Aktualisiert am

„Dies ist ein besonderer Tag”: Fifa-Präsident Sepp Blatter Bild: AP

Ganz nah ist das Ende der „G 14“. Bald wird sich die Vereinigung der Fußball-Spitzenklubs auflösen. Nach dem Schulterschluss zwischen Fifa, Uefa und den Top-Vereinen ändert sich einiges. Länderspiele wird es mittwochs nicht mehr geben.

          2 Min.

          Ihren Namen sprachen die leitenden Herrschaften beim Internationalen Fußball-Verband (Fifa) und der Europäischen Fußball-Union (Uefa), wenn eben möglich, erst gar nicht aus. Erst jetzt, da sich das Ende der „G 14“, eines europäischen Zusammenschlusses von zunächst 14, später 18 Spitzenklubs, abzeichnet, wird aus dem tabuisierten Kürzel ein Wort zum alsbaldigen Vergessen.

          Schließlich dürfte seit dem Dienstagabend feststehen, dass es die in Brüssel residierende „G 14“ zukünftig nicht mehr geben wird. Die letzte Generalversammlung der 18 Vereine, zu denen aus Deutschland Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen gehören, findet am 15. Februar in der belgischen Hauptstadt statt. Danach wird Schluss sein mit der Formation, die im Jahr 2000 antrat, die Interessen der Großklubs im Zweifel mächtig gegen Fifa und Uefa zu vertreten.

          Einig durch gemeinsame Zürcher Absichtserklärung

          Nicht nur die „G 14“, auch das Europäische Klubforum, angesiedelt bei der Uefa und angeführt von Karl-Heinz Rummenigge, dem Vorsitzenden des FC Bayern, wird sich bei seiner Tagung am kommenden Montag auflösen und einem neuen Gremium Platz machen, das unabhängig sein soll und doch die ständige Nähe zu Fifa und Uefa suchen soll: die Europäische Klubvereinigung (ECA). Sie wird aus 103 an den Europacup-Wettbewerben der Uefa beteiligten Vereinen bestehen und ohne Hypothek aus der Vergangenheit an ihre Arbeit gehen.

          Klubs wie Atlético Madrid und der SC Charleroi, die mit Unterstützung der „G 14“ Schadensersatzprozesse gegen die Dachverbände angestrengt haben, kündigten an, auf alle anhängigen juristischen Verfahren zu verzichten, bei denen Geld für Profis eingetrieben werden soll, die sich bei Länderspielen und großen Turnieren verletzt haben. Im Gegenzug haben sich Fifa und Uefa in der gemeinsamen Zürcher Absichtserklärung verpflichtet, zukünftig Klubs, die Nationalspieler „für Europa- und Weltmeisterschaften abstellen, finanziell zu entschädigen“.

          Blatter spricht von „einem besonderen Tag“

          So zahlt die Uefa für die Europameisterschaft dieses Jahres und die EM 2012 insgesamt 100 Millionen Euro an die in Frage kommenden Vereine (rund 4000 Euro pro Spieler und Tag); die Fifa will für ihre WM-Turniere 2010 und 2014 eine Gesamtsumme von 110 Millionen Euro ausschütten. Neben den finanziellen Zugaben sagten Fifa und Uefa den Klubs zu, Doppelspieltage der WM- und EM-Qualifikation künftig samstags und dienstags statt wie bisher samstags und mittwochs austragen zu lassen. Den Afrika-Cup, bisher traditionell im Januar ausgespielt, möchte die Fifa im Zuge der Harmonisierung des internationalen Kalenders demnächst im Sommer ausspielen lassen.

          Fifa-Präsident Joseph Blatter pries nach der Sitzung, an der auf Seiten der Klubs von deutscher Seite Rummenigge (“in Zürich sind denkwürdige Entscheidungen getroffen worden“) teilnahm, die Absichtserklärung: „Dies ist ein besonderer Tag. Die Klubs als Fundament und Nährboden des Fußballs werden endlich Teil der Fußballpyramide.“ Uefa-Präsident Michel Platini sagte: „Die Forderungen der Klubs auf Anhörung und Einbindung - auch finanzieller Natur - sind gerechtfertigt. Die Absichtserklärung, die wir heute unterschrieben haben, ist deshalb kein politischer, sondern ein logischer Schritt.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Tourismus : Schweiz buhlt um Deutsche

          Den Eidgenossen fehlen die ausländischen Gäste, vielen Hotels droht der Konkurs. Nun wollen sie bei deutschen Touristen punkten – mit praktischen und geldwerten Angeboten.
          Gut gelaunt mit amerikanischen Soldaten am Truppenstützpunkt Ramstein: Amerikas Präsident Donald Trump im Jahr 2018.

          Trumps Abzugspläne : Ein weiterer Tiefschlag

          Sollten Tausende amerikanische Soldaten Deutschland verlassen, würde das vor allem dem Pentagon selbst zu schaffen machen. Für das transatlantische Verhältnis aber verheißt es nichts Gutes.

          Solidarität mit George Floyd : Gemeinsam gegen Rassismus

          In Deutschland protestieren Zehntausende in mehreren Großstädten gegen Rassismus und Polizeigewalt. Allein in München gehen mehr als 25.000 Menschen auf die Straße. Auch in anderen Ländern kommt es zu Protesten – entgegen der Empfehlung der Behörden.
          Nicht nur Gnabry (links) und Goretzka trafen für den FC Bayern in Leverkusen.

          4:2 in Leverkusen : Der FC Bayern ist eine Klasse für sich

          Die Münchner meistern die wohl größte Hürde, die auf dem Weg zum Titel noch zu nehmen war, mit dem klaren Sieg in Leverkusen souverän. Die fußballerische Perfektion erinnert an die besten Phasen unter Pep Guardiola.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.