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Darmstadt unterliegt Osnabrück : „Kollektives Versagen“

  • -Aktualisiert am

Osnabrücks Torschütze Kevin Wolze (l) erzielt den Treffer zum 2:0 gegen Dario Dumic (2.v.l) und Immanuel Höhn (r) aus Darmstadt Bild: dpa

Mit viel Leidenschaft gelingt dem Aufsteiger aus Niedersachsen der Sprung auf Platz drei in der 2. Fußball-Bundesliga. Der VfL begeistert sein Publikum an der Bremer Brücke und die „Lilien“ kassieren eine herbe 0:4-Niederlage.

          Sie hätten den Status, noch unbesiegt in dieser Zweitligasaison zu sein, gerne noch ein paar Spieltage mit sich herumgetragen. Doch an der Bremer Brücke in Osnabrück stand der SV Darmstadt 98 am Montagabend von der ersten bis zur letzten Minute auf verlorenem Posten. Die „Lilien“ kassierten eine herbe und verdiente 0:4-Niederlage beim Aufsteiger.

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          Die Gründe für den schwachen Auftritt müsse er „noch ergründen“, sagte Trainer Dimitrios Grammozis, der von einem „kollektiven Versagen“ sprach. Kapitän Fabian Holland sagte: „Das war erschreckend schwach.“ Grammozis nahm im Vergleich zum souveränen Pokalerfolg in Oberneuland zwei Änderungen vor. Für Patrick Herrmann (muskuläre Probleme) und Fabian Schnellhardt (Ersatz) begannen Victor Palsson und Mandela Egbo, der sein Startelfdebüt gab.

          Es war die schwächste erste Halbzeit der Darmstädter in dieser Saison – und die zweite Hälfte war auch nicht viel besser. In etwa so lässt sich der Abend der „Lilien“ auf den Punkt bringen. Der Aufsteiger war bissiger, engagierter und dynamischer als die nur abwartenden „Lilien“. Der Führungstreffer nach 16 Minuten kam zwar etwas glücklich zustande, war aber verdient: Heiders Kopfballverlängerung landete genau im Lauf von Amenyido, der mit dem Kopf traf.

          Es war der erste Liga-Gegentreffer für SVD-Ersatzkeeper Florian Stritzel in dieser Saison aus dem Spiel heraus. Doch die Südhessen kamen auch nach diesem Schreckmoment nicht in die Gänge. Die beste Chance für die offensiv harmlosen Darmstädter resultierte aus einem Freistoß. Doch den Kopfball von Innenverteidiger Immanuel Höhn parierte Torhüter Körber gekonnt (31.). Die SVD-Profis Dumic und Egbo wurden für ihre Frustfouls vor der Pause jeweils mit Gelb verwarnt.

          Grammozis tat zur Pause etwas, was er sonst nie tut: Er opferte Torjäger Serdar Dursun und brachte mit Mathias Wittek einen zusätzlichen Innenverteidiger. Vorne sollten Skarke, Heller und Mehlem wohl variabler im Angriffsspiel agieren, hinten eine Dreierkette mit zwei offensiveren Außenverteidigern stabilitätsfördernd wirken. Doch das klappte nicht, weil – noch bevor sich die Darmstädter in der neuen Formation orientiert hatten – der Ball abermals aus dem eigenen Netz geklaubt werden musste. Wolze vollendete einen flotten VfL-Angriff zum 2:0 (50.).

          Feierstimmung auf den Rängen, Trübsal bei den „Lilien“ und Trainer Grammozis, der die Hände über dem Kopf zusammenschlug. Heider vergab noch eine ausgezeichnete Kopfballgelegenheit (58.). Und dann war es Ouahim (72.), der den Darmstädtern endgültig die Vergeblichkeit ihres Tuns vor Augen führte. Aus einer Ecke für den SVD resultierte ein Konter, der zum 3:0 führte. Aber die Niedersachsen hatten noch nicht genug. Der eingewechselte Alvarez traf sehenswert zum 4:0 (79.). Immerhin haben die Südhessen schon an diesem Freitag die Gelegenheit, den schwachen Eindruck in Osnabrück im Heimspiel gegen Dynamo Dresden zu korrigieren.

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