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Darmstadt in zweiter Liga : Eine Frage des Geldes

  • -Aktualisiert am

Im Fokus: Lilien-Sportdirektor Carsten Wehlmann Bild: Florian Ulrich/Jan Huebner

Mit einem Sieg gegen Wehen Wiesbaden steigt die TV-Prämie für die Lilien. Aber nicht nur deshalb ist das vorletzte Zweitligaspiel für Darmstadt 98 in dieser Saison wichtig.

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          Dass Dimitrios Grammozis auch verbal an seinem Darmstädter Vermächtnis arbeitet, ist verständlich. Schließlich ist er vom 1. Juli an ein arbeitssuchender Trainer – und da sind gute finale Arbeitsproben in der Zweitligasaison ebenso hilfreich wie die Herausstellung positiver Errungenschaften seiner Amtszeit. „Man sollte nicht vergessen“, sagte der Deutschgrieche, „dass das nicht alltäglich und nicht normal für Darmstadt ist.“ Gemeint ist die Tatsache, dass die „Lilien“ sich seit Wochen im oberen Tabellendrittel eingenistet haben und bis zur 0:1-Niederlage bei Meister Bielefeld am Donnerstagabend sogar noch eine kleine Aufstiegshoffnung hegen durften.

          2. Bundesliga

          In der Tat ist der SVD sportlich zur Ruhe gekommen nach drei Jahren Nichtabstiegskampf – davon zwei in der zweiten Liga. Am Böllenfalltor weiß man, in welcher Liga man spielen wird; das Gros der wichtigen Spieler steht noch bis mindestens Sommer 2021 unter Vertrag; man hat mit Markus Anfang einen Trainer verpflichtet, der im Hintergrund schon am Team 2020/21 mitwerkeln kann.

          Bleibt nicht mehr viel, was man in den abschließenden beiden Saisonpartien noch regeln könnte. Außer vielleicht den Heimnimbus – keine Niederlage 2020 am Böllenfalltor, nur eine in der gesamten Saison – zu wahren. Oder sich im Rückrundentableau auf Rang zwei zu halten, was ein hübscher Ausweis der Darmstädter Fortentwicklung in dieser Spielzeit wäre. „Wir sind in der Pflicht – uns gegenüber und der Liga, weil es für unsere Gegner noch um viel geht. Daher gibt es keinen Grund, nicht hochkonzentriert in die Spiele zu gehen“, sagt Sportdirektor Carsten Wehlmann. Die „Lilien“ treffen an diesem Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur zweiten Liga und bei Sky) auf den in der Liga gegen den Abstieg kämpfenden Nachbarn SV Wehen Wiesbaden und eine Woche später auf den im Aufstiegskampf geforderten VfB Stuttgart.

          Gerade in Krisenzeiten nicht unerheblich ist die Plazierung im Abschlussranking, welche direkte Auswirkung auf die Höhe der ausgeschütteten Fernsehgelder hat. Zwischen Rang fünf und zehn ist für den SVD noch alles möglich. „Jede Plazierung weiter oben ist wichtig. Zumal in unserem Fall die Bundesligajahre nun Stück für Stück aus der Fünfjahreswertung fallen“, sagt Wehlmann.

          Ein weiteres Vermächtnis von Grammozis ist, dass er nach der Corona-Pause beinahe den gesamten Kader hat vorspielen lassen. Plötzlich konnten Profis, die zuvor kaum oder keine Rolle spielten wie Braydon Manu, Patric Pfeiffer oder Sebastian Hertner, zeigen, was sie können. „Wir haben ein klareres Bild gewonnen, was die Mannschaft und was die einzelnen Spieler zu leisten imstande sind und welche individuellen Entwicklungen möglich sind“, sagt Wehlmann.

          Was gerne vergessen wird: Die „Lilien“ waren im Oktober zwischenzeitlich auf Rang 17 abgeschmiert. Dass sie mit 46 Punkten nach 32 Spieltagen auf Rang fünf residieren, ist zu einem großen Teil der in dieser Saison besonders ausgeprägten Ausgeglichenheit der Liga geschuldet. So ist der Weg nicht weit, zu sagen: Ein paar Punkte mehr in der überwiegend freudlosen Hinrunde, und die „Lilien“ hätten im dritten Zweitligajahr einen neuen Angriff auf Liga eins starten können. Dann würde jetzt vor dem Duell gegen Wehen in Darmstadt über ganz andere Themen geredet werden.

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