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0:2 in Berlin : Darmstadt verliert den Anschluss

  • -Aktualisiert am

Viel Kampf, viel Krampf: Darmstadt und Hertha bieten zum Jahresende keinen Fußball-Genuss Bild: AFP

Zwei Tage nach der Attacke auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz steht das Spiel der Hertha gegen Darmstadt im Zeichen der Trauer. Tore von Plattenhardt und Kalou entscheiden die Partie. Die „Lilien“ verlieren zum achten Mal in Folge.

          Auch am Ort des größten Erfolgs der Vereinsgeschichte vermochte der SV Darmstadt 98 die Trendwende nicht zu schaffen. Im Berliner Olympiastadion hatten sie im Mai den Klassenverbleib gefeiert, im Dezember nun allerdings nur eine weitere Niederlage kassiert. Die 0:2-Schlappe bedeutete die achte in Folge. Und so geht die kurze Interimstrainerzeit von Ramon Berndroth mit drei Niederlagen (0:4 Tore) kurz vor Weihnachten zu Ende. Und es braucht neben einem neuen Trainer im neuen Jahr auch reichlich Punkte, um die Liga halten zu können. Allein bis zum Relegationsplatz sind für das Schlusslicht schon fünf Zähler aufzuholen.„Wir haben viel Frust zu verarbeiten“, sagte Präsident Rüdiger Fritsch, „Am 3. Januar geht es weiter und es wäre sinnvoll, wenn dann ein neuer Trainer da wäre.“

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          Die „Lilien“ begannen mit derselben Formation, die am Sonntag gegen die Bayern (0:1) überzeugt hatte – und auch mit der unter Berndroth wiederentdeckten Disziplin und Kampfkraft. Die Südhessen blieben sich treu und setzten auf schnelle Gegenstöße aus einer gut stehenden Defensive heraus. Die zuletzt schwächelnden Herthaner hatten nach einem Fehler von Mario Vrancic durch Daridas Schuss (17.) zwar die erste ernsthafte Chance des Spiels. Doch nach knapp einer halben Stunde machten die Darmstädter den Berlinern nicht nur das Leben schwer, sondern sie wurden auch offensiv zusehends mutiger. Hellers aussichtsreiche Hereingabe fand aber keinen Abnehmer (28.), und Vrancic‘ Schuss wurde geblockt.

          Den Führungstreffer für den SVD hatte dann Rosenthal, der eine Sirigu-Flanke nicht verwertete, auf dem Fuß (39) – und Kapitän Sulu (43.) nach einem Freistoß freistehend auf dem Kopf. Doch weil die Südhessen derzeit wahrlich nicht mit dem Faktor Glück in Verbindung gebracht werden können, kassierten sie wie schon gegen die Bayern ein Gegentreffer der Marke „Tor des Monats“. Plattenhardts Freistoß aus 29 Metern rauschte in der 52. Minute unhaltbar für Keeper Esser ins Netz.

          Die „Lilien“ hatten den Schreck noch kaum verdaut, da wurde Plattenhardt abermals tätig. Dessen Freistoßflanke köpfte Kalou, von Vrancic reichlich unbedrängt, zum 2:0 ein (66.). Bitter für Darmstadt, dass der Schiedsrichter in der Szene ein Foul an Sulu im Strafraum übersehen hatte. Damit war die Partie, die vor dem Anpfiff im Zeichen des Gedenken an die Opfer des Terroranschlags in Berlin gestanden hatte, quasi gelaufen.

          Ihre Offensivschwäche, die durch aktuell nur einen Torerfolg in den vergangenen sechs Partien belegt wird, konnte der SV 98 auch in der Hauptstadt nicht beheben. Die „Lilien“ haben während des Intermezzos von Berndroth zwar in mancherlei Hinsicht zugelegt, doch muss der neue Trainer in der Winterpause im Angriffsspiel ansetzen. Er sollte die Verpflichtung von neuen Offensivkräften anregen, denn es war wieder einmal deutlich geworden, dass in vorderer Front eine Zufuhr an Qualität nötig ist. Mit nur acht Punkten aus 16 Bundesligapartien braucht es in Darmstadt nun zudem einen stabilen Wunderglauben.

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