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Spitzenreiter der zweiten Liga : Darmstädter Gipfelsturm

  • -Aktualisiert am

Den Emotionen freien Lauf: die Spieler von Darmstadt 98 nach dem Sieg über St. Pauli Bild: dpa

Darmstadt ist aktuell sportlich und atmosphärisch der Garten Eden im deutschen Profifußball. Und so dürfte sich auch das Thema „Aufstieg“ in den kommenden Wochen nicht länger so glaubhaft umdribbeln wie bisher.

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          Fan-Herz was willst du mehr? Am Böllenfalltor lässt es gerade sich lauthals singen „Uns schlägt keiner“ – und es ist nicht Folklore, sondern die Wahrheit. Da lässt sich eine Mannschaft bestaunen, die mit begeisterndem Fußball die zweite Liga beeindruckt. Da lässt sich ein Trainer nach Schlusspfiff vor die Fankurve bitten, dem dann dort ein persönliches Ständchen gesungen wird. Nicht zum Geburtstag, sondern einfach so, aus Dankbarkeit und Freude.

          Torsten Lieberknecht hat nicht nur die Darmstädter Mannschaft nach seiner Ankunft im Nu hinter sich versammelt, sondern kommt auch beim Pu­blikum enorm gut an. Mit fast jedem Satz spricht der Pfälzer aus der südhessischen Volksseele. Und so ist Darmstadt, das in den vergangenen Zweitligajahren einige schwere Phasen zu durchstehen hatte, aktuell sportlich und atmosphärisch der Garten Eden im deutschen Profifußball.

          2. Bundesliga

          Der Höhenflug dieses auf dem Platz echten Teams, dessen Spielernamen überregional noch weitgehend un­bekannt sind, will einfach nicht zu Ende gehen. Die Tabellenspitze haben die „Lilien“ durch den 4:0-Heimsieg ge­gen den bisherigen Rangersten FC St. Pauli – 4:0 hieß es schon nach der formidablen ersten Halbzeit am Samstag – bereits erklommen. Aus den vergangenen sechs Spielen holten sie 16 von 18 möglichen Punkten. Die nunmehr fünf Heimsiege in Serie wurden mit 20:1 Toren heraus­geschossen.

          Aus dem No-Name-Sturmduo Luca Pfeiffer/Philip Tietz ist die Angriffswucht der Liga schlechthin geworden. Noch nie seit Einführung der eingleisigen zweiten Liga haben zwei Spieler eines Vereins nach 14 Spieltagen schon zweistellig getroffen. Diese unberechenbaren Darmstädter stellen gerade jeden Gegner vor unlösbare Pro­bleme, auch und vor allem die vermeintlichen ­Topadressen und Aufstiegsaspiranten. Der FC St. Pauli, Schalke 04 (4:2), der 1. FC Nürnberg (2:0), Werder Bremen (3:0) und ­Hannover 96 (4:0) haben sich ihre Niederlage gegen die „Lilien“ schon abgeholt.

          Da schickt sich nach den rauschhaften Jahren 2014 bis 2016 wieder eine Mannschaft an, eine besondere Erzählung „made in Darmstadt“ zu schreiben. Zumal wieder eine unverhoffte, vor einigen Wochen noch nicht zu erahnende. Mit dem Vorteil, dass sie bis zum Gipfelsturm am Samstag in Sachen Aufmerksamkeit unter dem Radar flogen. Das wird sich nun ändern. Die Spieler und Verantwortlichen tun gut daran, sich der aktuell unbeschwerten Leichtigkeit des Fußballer-Seins in Darmstadt hinzugeben – um dann im nächsten Spiel wieder voller Enthusiasmus und Klasse da zu sein. So halten sie es seit Wochen. Und umdribbeln das Thema Aufstieg bislang nicht nur clever, sondern auch glaubhaft.

          Wer nacheinander in dieser Liga auf Schalke und gegen St. Pauli deutlich und ungefährdet gewinnt, kann dies aber nicht mehr lange durchhalten. Denn so gefestigt und geschlossen und effektiv dieser SVD-Jahrgang auftritt, ist ein Ende des Hö­hen­flugs nicht absehbar. „Lilien“- Herz, was willst du mehr!

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