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Trainingsstart der „Lilien“ : Jäger in Nadelstreifen

  • -Aktualisiert am

In den Vorbereitungen auf die neue Saison: Thomas Isherwood und Darmstadt 98 Bild: Picture-Alliance

Neues Trikot, neuer Trainer, alte Ziele: Darmstadt 98 peilt in der nächsten Zweitliga-Saison einen einstelligen Tabellenplatz an. Doch noch ist einiges zu tun.

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          Die „Lilien“ laufen in der neuen Zweitligasaison in Nadelstreifen auf. Ob sie in den neuen Trikots eine dementsprechend edle Spielweise an den (Spiel-)Tag legen, ist noch ungewiss. Dafür zeichnet seit seiner Verpflichtung vor zwei Wochen Torsten Lieberknecht, der auf und neben dem Feld eine robuste sportliche Kluft bevorzugt, zuständig und verantwortlich. Den Trainingsauftakt des Profijahrgangs 2021/22 des SV Darmstadt 98 begann der 47-Jährige mit einem Appell an den Gemeinsinn. „Ich sehe das Ganze hier wie eine Familie. Es gehört dazu, dass man sich mal kabbelt, aber vor allem vertraut und als Team auftritt. Das war meine erste Botschaft an die Truppe“, sagte Lieberknecht, das sportliche Familienoberhaupt.

          Seit dem vergangenen Samstag bereiten sich die Darmstädter Spieler wieder auf die neue Saison vor. Von der Quantität der Trainingsteilnehmer sind dank der Unterstützung von vielen U-19-Spielern alle Übungsformen möglich, doch qualitativ besteht noch Nachholbedarf am Kader. Denn sechs Neuzugängen – die Torhüter Morten Behrens und Steve Kroll, die Abwehrspieler Jannik Müller, Frank Ronstadt und Emir Karic sowie Angreifer Phillip Tietz (dazu ist Braydon Manu nach Leihende aus Halle zurückgekehrt) – stehen zwölf Abgänge gegenüber.

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          Besonders auf den zentralen Planstellen in der Angriffsmitte, im defensiven Mittelfeld und in der Innenverteidigung besteht Handlungsbedarf. „Diese Positionen stehen auf der Prioritätenliste an erster Stelle. Wir arbeiten mit Hochdruck daran“, so Lieberknecht. Wünschenswert in den Augen des Trainers wäre, wenn bei der Abreise ins Trainingslager in den Schwarzwald an diesem Samstag schon das ein oder andere neue Gesicht mit an Bord wäre.

          „Ich arrangiere mich immer mit den Gegebenheiten vor Ort. Manchmal muss man eben auch ein bisschen warten“, sagte Lieberknecht, der sich für Ovid Hajou als Ko-Trainer entschieden hat. Weil der 37-Jährige, der schon in Osnabrück, Ingolstadt und Dresden assistiert hat, noch nicht mit Lieberknecht zusammengearbeitet hat, startet der neue SVD-Coach quasi ohne eigene Hausmacht in seine Darmstädter Amtszeit. Ein altbekanntes Gesicht hat Lieberknecht dennoch in seinem Trainerteam. Mit dem nach langer Ausfallzeit wieder als Torwarttrainer am Böllenfalltor aktiven Dimo Wache spielte er einst gemeinsam für Mainz 05.

          Worauf sich Lieberknecht in der neuen Runde der prominent besetzten zweiten Liga am meisten freut? „Dass wir jagen können“, sagte der gebürtige Pfälzer. Nach besonders wertvoll anmutenden Tageszielen aus einer kommoden Underdogrolle heraus gegen Teams wie Schalke oder Bremen. Und letztlich nach einem einstelligen Tabellenplatz, der für die Darmstädter im kommenden Mai möglich abfallen soll.

          Zufallen sollen den „Lilien“ auf lange Sicht mehr talentierte Kicker aus dem eigenen Nachwuchs als bisher. Die Darmstädter wollen die klubeigene Ausbildung und den Übergang zwischen Nachwuchs- und Profibereich verbessern. Die neugeschaffene Position des Übergangskoordinators zwischen Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) und Profibereich wird der frühere U-19-Coach Pascal Pellowski bekleiden. Zudem sind fortan zwei feste Plätze im Profitraining für NLZ-Spieler vorgesehen. Denn die vielen U-19-Spieler auf dem Trainingsgrün der Zweitligaprofis sollen allmählich wieder Platz machen. Für gestandene Profis im Nadelstreifentrikot.

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