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Darmstadt 98 in zweiter Liga : Zwischen Chaos und Happy End

  • -Aktualisiert am

Blau-weiße Freude: Marvin Mehlem (Mitte) jubelt mit Darmstadts Tobias Kempe (links) und Christian Clemens. Bild: dpa

Darmstadt 98 treibt Trainer Markus Anfang zunächst in den „Wahnsinn“, doch Marvin Mehlems Tore bringen das wichtige 2:1 gegen den SV Sandhausen und so auch drei wichtige Punkte in der zweiten Liga.

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          Trainer Markus Anfang rief im Stakkato das Wort „Wahnsinn“ aufs Feld. In seinem entgeisterten Gesichtsausdruck spiegelte sich der Kontrollverlust, den seine Profis wenige Meter entfernt erlitten. Die Anfangsviertelstunde im Zweitliga-Heimspiel gegen den SV Sandhausen gehörte zu den furchtbarsten Momenten dieser Saison, wenn nicht der vergangenen Jahre. So konfus, so chaotisch präsentierten sich die „Lilien“, dass Verantwortlichen und Anhang angst und bange werden musste.

          2. Bundesliga

          Der nach vier Niederlagen in Serie an den Rand der Abstiegszone gerutschte SV Darmstadt 98 gewährte dem SVS in den ersten 15 Spielminuten ein Tor (nach 33 Sekunden) und drei weitere Großchancen, bei denen der Gegner buchstäblich freie Fahrt bis in den Darmstädter Strafraum hatte. Die Mannschaft schien regelrecht auseinanderzubrechen. Der frühestmögliche Rückstand nach einem Freistoß durch Zhirov hatte einen harten Schlag bedeutet, war zuvor doch die dringend nötige Behebung der Abwehrschwäche bei Standardsituationen priorisierter Trainings- und Gesprächsinhalt gewesen – und war dann schon nach 33 Sekunden Makulatur.

          Doch die miserable Startphase war nur ein Teil des Spielfilms am Mittwochabend am Böllenfalltor. Der zweite, zum Happy End des 2:1-Siegs führende Teil wertete Coach Anfang später so: „Ich bin mächtig stolz auf die Reaktion nach dem frühen Schock.“ Von der 30. Minute an waren die Darmstädter angekommen und voll präsent in diesem bedeutenden Kellerduell – und zogen sich quasi am eigenen Schopf aus der Misere. „Das macht den Sieg für uns als Mannschaft nochmal wertvoller“, sagte Anfang.

          Bei den „Lilien“ sollte man aber nicht außer Acht lassen, dass andere Ligateams als die fußballerisch minderbemittelte wie auswärtsschwache Sandhäuser Equipe mit den Darmstädtern in den ersten 15 Minuten wohl kurzen Prozess gemacht hätten. Auch brauchte es einen exzellenten Tag von Torhüter Marcel Schuhen gegen dessen alten Verein in seinem 100. Zweitligaspiel. Aber dennoch war es aller Ehren wert, wie die Südhessen die Partie zu ihren Gunsten wendeten. Marvin Mehlem spielt, wie in Darmstadt gewohnt, eine wankelmütige Saison mit zuletzt eher schwachen Leistungen. Trainer Anfang hatte schon häufiger „das Gefühl, ihn in den Arm nehmen zu müssen“.

          Die letzte Kuscheleinheit scheint gewirkt zu haben: Gegen Sandhausen war der kapriziöse Kreativspieler der Matchwinner mit seinen beiden Treffern (36. und 48. Minute) und gab das nach innen und außen wichtige Signal, dass das Darmstädter Toreschießen nicht nur eine Sache der Goalgetter Serdar Dursun und Tobias Kempe ist. Zumal Erich Berko, seit Sommer 2019 beim SV 98 und noch nie recht in Tritt gekommen, seine beste Leistung zeigte. Er half entscheidend mit, den Vorsprung vor den direkten Abstiegsplätzen auf sechs zu erhöhen.

          Trainer Anfang freute sich besonders, dass sein Team nicht nur über „die fußballerische Linie alleine“ zum Erfolg kam, sondern „gepaart mit Wille und Überzeugung“. Diese Kombination wird auch an diesem Samstag (13 Uhr) wieder nötig sein, wenn es bei den unbequemen Regensburgern weitergeht.

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