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Darmstadt 98 in zweiter Liga : Es geht nicht mehr um Ästhetik

  • -Aktualisiert am

Verfolgt ein klares Ziel: Trainer Markus Anfang bei Darmstadt 98 Bild: Reuters

„Alle Spiele, die jetzt noch kommen, sind Schlüsselduelle“: Trainer Anfang gibt im Kampf um den Klassenverbleib eine klare Richtung vor. Darmstadt 98 kämpft nur noch um Punkte.

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          Markus Anfangs Arbeit beruht auf einem Drei-Säulen-Modell. Das hat er bei Amtsantritt im vergangenen Sommer gesagt und ist seitdem einige Male darauf zurückgekommen: Attraktiven, guten Fußball spielen, die Profis weiterentwickeln und darüber zu adäquaten Ergebnissen kommen. Es gab Zeiten, beispielsweise kurz vor dem Jahreswechsel, als der SV Darmstadt 98 unter Anleitung seines Cheftrainers auf allen drei Feldern voranzukommen schien.

          2. Bundesliga

          Doch die Unstetigkeit bei den Resultaten hat die „Lilien“ 2021 auch auf den beiden anderen Feldern zurückgeworfen. Im Kampf um den Klassenverbleib in der zweiten Liga sind große Entwicklungssprünge einzelner Spieler kaum möglich. Und auch die erste Säule, gut anzuschauenden, offensivfreudigen Fußball anzubieten, hat Anfang unlängst kassiert.

          Nicht, dass die Darmstädter ihren Spielansatz komplett verändert hätten. Aber der 46-jährige Coach priorisiert spielerische Leichtigkeit nicht mehr. Die unwirtlichen Rasenflächen im Winter und die tabellarische Notlage ließen ihm kaum eine andere Wahl. „Es wird viel über Kampf und Leidenschaft gehen. Alle Spiele, die jetzt noch kommen, sind Schlüsselduelle“, sagte Anfang vor dem Match beim FC St. Pauli an diesem Samstag (13.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur zweiten Liga und bei Sky). „Wir haben die Chance, uns von unten abzusetzen.“

          „Das ist nicht unsere Herangehensweise“

          Die Rolle eines besonderen Schlüsselduells unter lauter Schlüsselduellen wird in der Nachbetrachtung dieser Saison womöglich dem 1:0-Heimsieg gegen Osnabrück vom vergangenen Wochenende zufallen. Zum einen weil an diesem Spieltag die „Lilien“ virtuell zeitweise nur noch einen Punkt von den Abstiegsrängen entfernt waren und es nunmehr sieben Zähler sind. Zum anderen, weil sie sich ganz offensichtlich von ihrem Anspruch, viel Ballbesitz zu haben und viel Dominanz auszustrahlen, verabschiedet hatten. Wille und Fehlervermeidung waren Trumpf.

          „Das ist nicht unsere Herangehensweise“, sagte Anfang zwar. Aber es waren eher die letzten Rückzugsgefechte des Fußballästheten Anfang hin zum Realpolitiker Anfang. Denn er sagte auch, dass Optik, also die erste Säule, kein wichtiges Kriterium mehr sei. „Wir müssen das annehmen: Es geht darum, Punkte zu erkämpfen“, so Anfang. Bei den formstarken Hamburgern wird Seung-ho Paik fehlen. Der Mittelfeldspieler steht kurz vor einem Wechsel in seine südkoreanische Heimat.

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