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Darmstadt 98 beeindruckt : Mit Mut und Moral

  • -Aktualisiert am

Ein Mann, zwei Tore: Serdar Dursun Bild: dpa

Darmstadt 98 schüttelt die jüngsten Rückschläge ab und siegt beim 3:2 in Paderborn spektakulär. „Wir haben alle Kräfte mobilisiert“, sagt Trainer Markus Anfang.

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          Der Kreis, den der „Lilien“-Tross nach dem Schlusspfiff bildete, löste sich in einer wahren Jubelexplosion auf. Der „Druck auf dem Kessel“ (Torhüter Marcel Schuhen) löste sich eruptiv. „Es tat einfach gut, die Freude rauszuschreien“, sagte Innenverteidiger Immanuel Höhn. Überhaupt mal wieder Freude empfinden, mal wieder einen kollektiven Kraftakt zu einem guten Ende führen – der SV Darmstadt 98 hat am Freitagabend in einer schwierigen Gemengelage zwischen Misserfolgsserie, Verletzungsmisere und aufkommender Trainerdiskussion einen enorm wichtigen Sieg errungen.

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          Der 3:2-Erfolg beim SC Paderborn 07 verschafft dem SVD nun wieder etwas Luft im Kampf um den Klassenverbleib. Und so, wie er zustande kam, hat er durchaus das Potential, wie ein Brust- und Knotenlöser zu wirken für eine Mannschaft, die zuletzt arg gebeutelt war.

          Denn es war ein Sieg gegen alle Widerstände. Unter der Woche waren so viele Spieler im Krankenstand, dass, um bestimmte Übungsformen absolvieren zu können, „Physiotherapeuten, Teammanager, Torwart- und Ko-Trainer mit ins Training eingebaut werden mussten“, erzählte Cheftrainer Markus Anfang. Dass die angeschlagenen Nicolai Rapp und Marvin Mehlem, der sein 100. Zweitligamatch im „Lilien“-Dress bestritt, dann doch auflaufen konnten, war ein Gewinn für das wackelige Darmstädter Gebilde.

          Die jüngsten Rückschläge wirkten zwar bis in die zweite Halbzeit hinein auf das Spiel der Darmstädter. Doch der von Anfang propagierte Rückzug auf wesentliche Tugenden von Abstiegskämpfern – kompakt stehen, Abwehrarbeit priorisieren – zeigte Wirkung. Die spielstarken Paderborner wussten ihre 65 Prozent Ballbesitz in nur wenige Torszenen umzuwandeln. Dennoch vermochten die Ostwestfalen den Darmstädter Führungstreffer durch einen Elfmetertreffer von Serdar Dursun (20.) durch die Tore von Srebeny (24., Elfmeter) und Führich (55.) zunächst zu übertreffen.

          Diese Wendung zu ihren Ungunsten hätte ein destabilisiertes Team umhauen können. Doch die „Lilien“ rafften sich zu einer wuchtigen Antwort auf, die bisweilen spektakuläre Züge trug. Die Zeitspanne zwischen der 66. und 75. Minute war wohl das rasanteste und kurzweiligste, was diese Zweitligasaison bislang zu bieten hatte. Die Darmstädter beförderten den Ball darin sage und schreibe viermal ins Paderborner Tornetz. Nur dass Tim Skarkes Treffer wegen eines vorangegangenen Fouls nach Eingriff des Video-Assistenten nicht zählte (66.).

          Doch schon der nächste Angriff bedeutete den 2:2-Ausgleich durch Mehlem (68.). Und auch der erstarkte Dursun ließ sich nicht entmutigen von seinem aberkannten Treffer (Abseits) in der 70. Minute, sondern ließ fünf Minuten später einen sehenswerten 20-Meter-Volley ins Netz folgen. „Wir sind alle zusammengerückt und haben alle Kräfte mobilisiert. Das zeigt die Moral dieser Mannschaft“, sagte Trainer Anfang.

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