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Daniel Thioune beim HSV : „Wir müssen tun, nicht nur wollen“

  • -Aktualisiert am

Neuer HSV-Trainer Daniel Thioune: Weiß um die neuen finanziellen Rahmenbedingungen der Hamburger. Bild: dpa

Der HSV hat einen neuen Coach. Daniel Thioune ist innovativ, wissbegierig, schloss neben seinem Trainer-Dasein beim VfL ein Studium ab. Zu den Hamburgern sagt er: „Jetzt ist ein gewisses Maß an Demut angebracht.“

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          Das Wort „Entwicklung“ fiel auffällig oft, als Daniel Thioune am Montagnachmittag vorgestellt als neuer Cheftrainer des Hamburger SV vorgestellt wurde. Für den 45 Jahre alten Fußball-Lehrer ist es der nächste Schritt seiner persönlichen Entwicklung. Eine seiner wichtigsten Aufgaben beim HSV wird sein, Spieler zu entwickeln, was nach Vorstellung von Sportvorstand Jonas Boldt sowohl Talente als auch gestandene Profis beinhaltet. Boldt sagte: „Wir wollen und müssen die Entwicklung in den Fokus stellen – und das verkörpert Daniel mit Haut und Haaren.“ Das hängt vor allem damit zusammen, dass die finanziellen Möglichkeiten der Hamburger zukünftig deutlich schlechter sein werden. Darauf wies Boldt am Montag noch einmal ausdrücklich hin – dass es nicht mit Dieter Hecking weiterging als Coach des HSV, lag auch daran, dass der wirtschaftliche Rahmen der Hamburger sich denen anderer Zweitliga-Klubs angleicht.

          Thioune kommt vom Ligarivalen VfL Osnabrück. Dort arbeitete er als Spieler und Trainer, schloss nebenbei sein Studium der Sport- und Erziehungswissenschaften in Vechta ab. Der Vater zweier Kinder gilt als innovativer Coach, der Spieler in seiner täglichen Arbeit mitnimmt und ihnen zeigt, wie sie sich verbessern können. „Ich habe in den vergangenen zweieinhalb Jahren einen Riesenschritt in meiner Entwicklung genommen“, sagte er. Thioune war mit den Osnabrückern in die zweite Liga aufgestiegen und hatte sich in der abgelaufenen Saison den Klassenverbleib gesichert. Dank einer Ausstiegsklausel aus dem bis zum 30. Juni 2021 laufenden Vertrag bei den Niedersachsen konnte ihn der HSV nun verpflichten; etwa 300.000 Euro sollen dafür an den VfL fällig werden.

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          Mit Mut, Konzept und Teamgeist ließ Thiounes Mannschaft viele höher gehandelte Vereine hinter sich. Er galt schon seit einiger Zeit als Kandidat für größere Aufgaben, denn Osnabrück und die Möglichkeiten des VfL waren ihm gewissermaßen zu klein geworden. Der HSV hatte schon länger ein Auge auf ihn geworfen, und die Gespräche hatten sich am Wochenende mit Heckings Absage intensiviert.

          „Hier ist Druck zu Angst geworden“

          „In der zweiten Liga gibt es nicht Groß und Klein“, sagte Thioune, „wir müssen die Leidenschaft entwickeln, die man braucht, um diese Liga zu verstehen. Wir müssen den Ball haben wollen, aber auch brutal gegen den Ball spielen, wenn wir ihn nicht haben. Das wichtigste ist: wir müssen tun, nicht nur wollen.“ Thioune skizzierte überzeugend sein Verständnis von Fußball, der im Unterhaus für den HSV erfolgversprechend sein kann, er wirkte gut vorbereitet und voll im Thema. Dabei umriss er auch vorsichtig, woran das zweimalige Scheitern des HSV am Saisonziel Aufstieg gelegen haben könnte: „Hier ist Druck zu Angst geworden. Jetzt ist ein gewisses Maß an Demut angebracht. Vielleicht hat der HSV keinen Schritt zurück gemacht, sondern einen Schritt, mit dem man Anlauf nehmen kann. Ich möchte meine Spieler jetzt mit auf die Reise nehmen.“

          Ein Saisonziel wollte Thioune ausdrücklich nicht definieren. Er vermied es bei seiner Vorstellung trotz Nachfrage auch, eine Einschätzung der Entwicklung des HSV im vergangenen Jahrzehnt vorzunehmen.

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