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Daichi Kamada : Frankfurts Hoffnung gegen die Auswärtsmisere

Bisher brillierte Daichi Kamada für Frankfurt vor allem in der Europa League. Bild: AFP

In fremden Stadien ist die Eintracht diese Saison das schlechteste Team der Bundesliga. Damit die Sorgen nicht noch größer werden, soll es in Wolfsburg besser klappen. Dabei setzt Frankfurt vor allem auf einen Spieler.

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          Der Blick auf die Auswärtstabelle verheißt nichts Gutes. Die in der Fremde schlechteste Mannschaft der Fußball-Bundesliga: Eintracht Frankfurt. Sieben Punkte erst haben die Spieler von Trainer Adi Hütter fern der Heimat geholt. Es ist die Bilanz eines Abstiegskandidaten. Erfreulicher ist die bisherige Ausbeute sechs Runden vor Ultimo zu Hause. Mit 22 Punkten liegt die Eintracht in dieser Statistik auf Platz sechs. Es ist die Bilanz eines Europa-League-Anwärters.

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          In der Summe jedoch ist die Realität eine andere – und jetzt muss die Hütter-Elf auch noch an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) beim zuletzt überzeugenden VfL Wolfsburg antreten. Die „Wölfe“ hatten während der Woche beim vermeintlichen Favoriten Leverkusen zugeschlagen und mit dem 4:1-Auswärtserfolg für Aufsehen gesorgt. Den Frankfurtern, dank eines furiosen Endspurts immerhin noch zu einem 3:3 gegen den Sportclub Freiburg gekommen, ist der Coup der Niedersachsen nicht verborgen geblieben. Die Eintracht – ein dankbarer Gegner für den VfL zur Bundesliga-Kernzeit um halb vier?

          In Frankfurt hat sich ein Stück weit Hoffnung breitgemacht. Der Kraftakt gegen den Sportclub, gegen den die von Kapitän Makoto Hasebe angeführte Mannschaft schon 1:3 zurücklag, ehe der eingewechselte Timothy Chandler doch noch das 3:3 glückte, soll für neuen Schub und neues Selbstvertrauen sorgen. Einer der Spieler, die bei der Aufholjagd schlagartig wieder in den Fokus gerückt sind, soll auch in Wolfsburg der Motor der neuformierten Eintracht sein: Daichi Kamada. Von Hütter nach Wochen des Wartens auf der sogenannten Zehner-Position aufgeboten, ist dem Japaner gegen Freiburg

          etwas ganz Besonderes geglückt: Er hat sein erstes Bundesligator erzielt. Mit der Pike zwar. Doch auch in der Szene, die zum wichtigen 2:3-Anschlusstreffer führte, war der 23 Jahre alte Offensivspieler aus Fernost hellwach und auf der Höhe der Zeit. Gedankenschnell schlug er zu und wurde später allenthalben für seinen beherzten Auftritt gelobt.

          Endlich ein Volltreffer von Kamada. Endlich ein Nachweis auch im Kerngeschäft Bundesliga, das mit dem Japaner stets zu rechnen ist. Zeit seines Wirkens in Frankfurt sind es vor allem Kamadas famose Auftritte in der Europa League, die über den Abpfiff hinaus haftengeblieben sind. In der Zwischenrunde, in der im Hinspiel zu Hause der FC Salzburg 4:1 bezwungen wurde, ließ Kamada als dreifacher Torschütze aufhorchen. In der Gruppenphase, als die Eintracht am fünften Spieltag überraschte und 2:1 beim FC Arsenal in London siegte, war Kamada abermals der Mann des Abends. Seine beiden Tore sorgten nicht nur für Frankfurter Hochgefühle, sondern auch für die Entlassung des gegnerischen Trainers. Daichi Kamada, ein angriffslustiger Offensivspieler mit reichlich Wirkungstreffern.

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          Der noch immer schüchtern und zurückhaltend wirkende Kamada ist einer der Profiteure der Systemumstellung. Eintracht-Trainer Hütter hatte sich vor dem Freiburg-Spiel alter Tugenden besonnen und auf das taktische Muster zurückgegriffen, mit dem seine Mannschaft schon in der Hinrunde harmonierte: einer Dreierkette, zentral gesteuert vom besten Frankfurter Fußballspieler, Makoto Hasebe. Der eine Japaner in der Mitte hinten, der andere Japaner in der Mitte vorn: ein Gegenwartsmodell mit Zukunftscharakter. Mit Hasebe, dem schon 36 Jahre alten lang-

          jährigen Kapitän von Nippons Fußball-Nationalmannschaft, haben die Eintracht-Verantwortlichen unlängst Übereinkunft über die Fortführung der fruchtbaren Arbeitsbeziehung bis jetzt einschließlich 30. Juni 2021 erzielt. Mit Kamada, der gleichfalls im Rahmen eines vor drei Jahren geschlossenen Vierjahresvertrags noch bis Mitte 2021 gebunden ist, will die Eintracht vorzeitig verlängern. Die Zeichen dafür, ließ Sportdirektor Bruno Hübner verlauten, seien positiv. „Wir sind in Gesprächen. Er ist ein wichtiger Spieler für uns, der Ideen hat“, so Hübner.

          Gute Ideen kann die Eintracht für ihr zuletzt stockendes Spiel immer gebrauchen. Seit sechs Bundesliga-Begegnungen schon, seit dem 5:0 gegen den FC Augsburg am 7. Februar, hat Hütters Mannschaft kein Spiel mehr gewonnen. Zeit, das sich was dreht. Ob der Eintracht, deren DFB-Pokal-Halbfinale beim FC Bayern München auf den 10. Juni (20.45 Uhr) terminiert worden ist, ausgerechnet in Wolfsburg die Wende gelingt?

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