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Fußball-Bundesliga : Die drei Außenseiter von Eintracht Frankfurt

  • -Aktualisiert am

Danny da Costa beschäftigte sich schon im Sommer mit einem Transfer. Bild: Imago

Mit 32 Spielern hat die Eintracht den zweitgrößten Kader der Bundesliga. Nicht alle sind davon gefragt. Es gibt drei Profis, die nun kaum noch eine Rolle spielen bei den Frankfurtern. Vielleicht bleibt ihnen nur ein Wechsel.

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          Von Erik Durm war in einem Eintracht-Pflichtspiel schon länger nichts mehr zu sehen. Sportlich ist der Linksverteidiger in der Versenkung verschwunden: Seinen letzten Erstliga-Einsatz hatte er am 23. Mai dieses Jahres beim 2:5 der Frankfurter in München – für nur 14 Spielminuten. In dieser Spielzeit schaffte es der 28-Jährige an den ersten sieben Spieltagen nicht in den Kader von Cheftrainer Adi Hütter. Die Tür für Durm, der sich nur in Testspielen in der Nationalmannschaftspause präsentieren darf, scheint zu zu sein, wenn es um Punkte oder das Weiterkommen im DFB-Pokal geht – und das, obwohl der Weltmeister von 2014 noch einen Vertrag bis einschließlich 30. Juni 2023 besitzt und die Eintracht-Verantwortlichen anfangs große Stücke auf ihn hielten.

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          Bei dessen Verpflichtung im Juli 2019 sah Sportvorstand Fredi Bobic in dem ehemaligen Nationalspieler einen „starken Charaktertyp und überragenden Teamplayer“. Durm habe national und international auf höchstem Niveau gespielt. „Diese Erfahrungen sind ein großer Mehrwert für unsere Mannschaft“, sagte Bobic. Heute kann die Eintracht mit Durm auf den Außenbahnpositionen kaum etwas anfangen. Zum einen ist die Konkurrenz im Kader groß, der mit 32 Spielern der zweitgrößte in der Liga ist. Und Durm bringt offensichtlich selbst nicht die Überzeugungskraft mit, sich am Main mit aller Macht durchsetzen zu können. Er ist zu mutlos und zu blass – diese Attribute hafteten seinen Auftritten an.

          Zu hören ist von Durm nichts. Sich in der Öffentlichkeit zu beklagen, entspräche auch nicht seinem Typ. Er leidet gewissermaßen stumm. So heißt es über ihn aktuell nur, dass er sich trotz seiner vermeintlichen Perspektivlosigkeit im Training weiter voll reinhängt. Das ist Ausdruck seiner Mentalität und Berufsauffassung. Aber: Mit jedem weiteren Monat ohne Einsätze wird sein Defizit an Spielpraxis größer. Auch wenn er in Frankfurt wirtschaftlich noch für einen langen Zeitraum abgesichert ist, kann es nicht sein Anspruch sein, sportlich dauerhaft die Außenseiterrolle einzunehmen. Deshalb würde es für Durm Sinn machen, im Winter eine neue Aufgabe in Angriff zu nehmen. Worauf sich Durm immerhin verlassen kann: Ihm würde die Eintracht einen Vereinswechsel nicht erschweren, im Gegenteil. In finanziell angespannten Zeiten durch die Corona-Pandemie kämen dem Klub Einsparungen bei den Personalkosten gelegen.

          Gedanken im Hinblick auf seine Aussichten, in Frankfurt eine anerkannte Größe in der Bundesliga zu werden, wird sich momentan Djibril Sow machen. Jener Spieler, der der Eintracht im Sommer 2019 viel Geld wert war: Mit rund zehn Millionen Euro Ablöse, die die Hessen Bern zusagten, war der Mittelfeldspieler zum damaligen Zeitpunkt der Frankfurter Rekordeinkauf. Den Nachweis, dass sich die Investition für die Eintracht gerechnet hat, konnte der Schweizer Nationalspieler bislang nicht erbringen. Insgesamt gerade einmal 30 Minuten Einsatzzeit in der Bundesliga stehen auf dem Arbeitszeitkonto von Sow. In vier von sieben Begegnungen blieb ihm nur der Platz auf der Bank. Bei Sow ist die Entwicklung jetzt sogar rückläufig.

          Den hohen Erwartungen von Hütter, der im zweiten Erstliga-Jahr einen Leistungsschub des 23-Jährigen in Aussicht stellte, wird Sow damit nicht gerecht. In der Vorsaison zeigte der Österreicher Hütter große Geduld mit dem Schweizer Nationalspieler und hielt auch nach unbefriedigenden Leistungen an diesem fest. Hütter hatte die Hoffnung, dass sich Sow, dem er ein „unglaubliches Potential“ bescheinigt, mit reichlich Spielpraxis immer besser zurechtfinden werde. Doch mittlerweile rangiert Sow in der internen Hierarchie nur noch hinter Sebastian Rode, Stefan Ilsanker und Dominik Kohr. Dem einst Hochgelobten fehlt die Konstanz auf hohem Niveau. Vielleicht auch der absolute Wille, sich gegen Widerstände durchzusetzen.

          Einen Absturz in der Gunst des Trainers erlebte Danny da Costa. Ein unverzichtbarer Vielspieler wie in der Saison 2018/2019 zu sein, gehört bei ihm der Vergangenheit an. Beim 2:2 in Stuttgart hatte Hütter keine Verwendung für den Außenbahnspieler im Kader. Neuzugang Amin Younes und Rückkehrer Aymen Barkok liefen da Costa in dieser Runde den Rang ab. Zudem bekam Almamy Touré oft die Gelegenheit, sich zu beweisen. Da Costas Karrierechancen sind in Frankfurt stark geschrumpft. In der zurückliegenden Transferperiode beschäftigte sich da Costa offenbar schon mit einem Transfer zu Schalke 04. Obwohl sich beide Vereine einig gewesen sein sollen, hieß es aber, dass der 27-Jährige von einem Wechsel wieder Abstand genommen habe. Im Winter könnte da Costa einen neuen Anlauf für einen Arbeitsplatzwechsel unternehmen. Er dürfte nicht der einzige Eintracht-Profi sein.

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