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Cottbus gegen Karlsruhe 5:5 : Ein verrücktes Spiel ohne Sieger

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Gerade eingewechselt, setzt er den Schlusspunkt: der Cottbuser Jules Reimerink Bild: dpa

Über dieses 5:5 wird man in der Lausitz noch lange sprechen. Doch es ist nicht das erste Spektakel zwischen Energie Cottbus und dem Karlsruher SC. Auch das ungewöhnliche Ergebnis hat es in der zweiten Bundesliga vor mehr als 23 Jahren schonmal gegeben.

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          Toller geht's fast nicht. Das 10-Tore-Spektakel von Cottbus hat rätselnde Spieler und grübelnde Trainer hinterlassen. „Ich weiß auch, dass wir nicht in jedem Spiel fünf Tore kriegen dürfen“, sagte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz nach dem Tag der offenen Tür beim 5:5 seines Team in der Zweiten Fußball-Bundesliga gegen den Karlsruher SC, betonte aber auch: „Ich bin kein Trainer für ein 0:0.“

          Sein ebenso hin- und hergerissener Kollege Markus Schupp schüttelte noch lange nach dem Abpfiff den Kopf: „Alle Fußball- Verrückten gehen zufrieden nach Hause - bis auf die beiden Trainer.“ Die Partie des dritten Spieltages in der zweithöchsten deutschen Spielklasse geht nicht nur durch das Trefferfestival, sondern auch durch die Dramaturgie in die Geschichte ein.

          „Wir waren durchlässig wie ein Sieb“

          Das Cottbuser Stürmer-Talent Nils Petersen hatte am Montagabend vor 9875 staunenden Fans sein Team schon nach 19 Sekunden in Führung gebracht - früher hat für die Lausitzer noch nie ein Spieler getroffen. Praktisch mit der zweiten Offensiv-Aktion erzielte Kapitän Marc-André Kuska das 2:0. Dann drehte der KSC auf und schockte Cottbus mit fünf Toren nacheinander.

          Der Karlsruher Anton Fink (rechts) schießt seine Mannschaft mit 2:3 in Führung, aber das reicht nicht zum Sieg
          Der Karlsruher Anton Fink (rechts) schießt seine Mannschaft mit 2:3 in Führung, aber das reicht nicht zum Sieg : Bild: dpa

          Doch der Gastgeber schlug nach dem 2:5 noch dreimal zurück: 5:5. „Wir waren durchlässig wie ein Sieb“, beschrieb der nun schon vierfache Cottbuser Saison-Torschütze Petersen das desolate und naive Defensivspiel seiner Mannschaft. Was allerdings genauso auf den KSC zutraf. Die Duelle der beiden Klubs hatten schon in der Vergangenheit mehrfach für Aufsehen gesorgt. Im DFB-Pokal-Halbfinale 1997 fertigte der noch als Drittligaverein spielende FC Energie vor mehr als elf Millionen TV-Zuschauern den damaligen Erstligaklub Karlsruhe mit 3:0 ab - bei Schneetreiben mitten im April.

          „Die Mannschaft muss nach vorn verteidigen“

          Im Vorjahr kam der KSC in Cottbus zu einem 4:2, da hätten schon zehn Tore fallen können. Nur in elf Zweitliga-Spielen überhaupt hat es mehr als zehn Treffer gegeben. Das torreichste Spiel im Bundesliga-Unterhaus war das 7:6 des 1. FC Kaiserslautern gegen den SV Meppen am 34. Spieltag der Saison 1996/97. Und am 14. Juni 1987 hatten sich der FSV Salmrohr und Hannover 96 in der zweite Liga schon einmal 5:5 getrennt - nach 4:0- Führung der 96-er. Den höchsten Sieg in der zweiten Bundesliga feierte Arminia Bielefeld am 23. Mai 1980 mit 11:0 gegen Arminia Hannover.

          „Wir haben nicht so organisiert gespielt“, sagte Energie-Coach Wollitz, der aber weiter von seinen Spielern mutiges Offensivspiel fordern wird: „Die Mannschaft muss nach vorn verteidigen.“ KSC- Trainer Schupp nahm neben dem einen Punkt vor allem die Erkenntnis mit nach Hause: „Wir müssen weiter lernen, wie man Tore verhindert.“ Für den FC Energie war das 5:5 übrigens nicht das torreichste Pflichtspiel. Am 8. Mai 1994 waren die Lausitzer in der Amateur- Oberliga in Merseburg mit 8:5 erfolgreich.

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