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Geisterspiele im Fußball : Auch Länderspiel gegen Italien ohne Zuschauer

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Auch der FC Augsburg rechnet pro Geisterspiel mit gravierenden Mindereinnahmen. „Wir kalkulieren mit einem sehr hohen sechsstelligen Verlust pro Spiel“, sagte Geschäftsführer Michael Ströll. Eine Versicherung für solch ausbleibende Zuschauereinnahmen könne man nicht abschließen. Beim FC Bayern fällt der finanzielle Ausfall pro Spiel noch größer aus.

FCA-Manager Stefan Reuter wies am Dienstag in Augsburg ebenfalls auf die schwierige Situation hin. „Das ist natürlich ein Riesenproblem für jeden Verein, weil jedem Verein eine enorme Einnahmequelle verloren geht. Wir müssen mit der Situation umgehen und überlegen, welche Maßnahmen ergriffen werden.“ Geisterspiele seien „sicher eine Riesenumstellung für uns alle. Der FC Augsburg plädiert für eine gemeinsame Lösung der Liga, weil es sonst zu Wettbewerbsverzerrungen kommen könne.

In anderen Bundesländern werden ebenfalls Geisterspiele erwartet. Auch Werder Bremen soll am Montag gegen Bayer Leverkusen vor leeren Rängen spielen, ebenso wird die Partie zwischen Köln und dem FSV Mainz 05 am Samstagnachmittag kein Fan im Stadion verfolgen können. Ebenfalls betroffen von einem Zuschauerausschluss ist das Europa-League-Spiel des VfL Wolfsburg gegen Schachtar Donezk am Donnerstagabend. Zu den Spielen sind nach Stand der Dinge nur Vereinsmitarbeiter und Journalisten zugelassen.

In der vergangenen Saison nahmen die Vereine der ersten Bundesliga durch direkte Spieleinnahmen rund 520 Millionen Euro ein – hauptsächlich durch Ticketverkäufe. Das sind circa 13 Prozent des Gesamtumsatzes der Klubs, wie aus dem DFL-Wirtschaftsreport 2020 hervorgeht. Noch mehr Geld nahmen die Vereine durch Medienerlöse (rund 37 Prozent), Werbung (21 Prozent) und Transfers (17 Prozent) ein.

Das Bundesligaspiel zwischen Union Berlin und dem FC Bayern München wird hingegen wie geplant mit Zuschauern stattfinden. Das teilte der Klub nach Rücksprache mit den örtlichen Behörden mit. Zuvor hatte bereits Union-Präsident Dirk Zingler mitgeteilt, er gehe nicht von einem Zuschauerausschluss beim Spiel gegen die Bayern aus. „Wenn wir alle sachlichen Gründe untersuchen, und das haben wir gemacht nach Checkliste des Robert-Koch-Institut, gehe ich davon aus, dass kein Grund dafür besteht, das Spiel ohne Zuschauer stattfinden zu lassen“, sagte Zingler der „Berliner Morgenpost“ am Dienstagvormittag. Als Veranstalter mit 180 Mitarbeitern sieht der Union-Präsident bei einem Zuschauerausschluss die Unternehmensgrundlage entzogen und würde dann auf Schadensersatz pochen, „wenn aus präventiven Maßnahmen eine Behörde eine Anordnung“ erlasse.

Auch in den unteren Ligen warnen die Vereine im Fall von Geisterspielen vor massiven Folgen. Der Geschäftsführer des Regionalliga-Klubs Rot-Weiß Essen, Marcus Uhlig, bezeichnete Geisterspiele als „Worst Case“. „Wir sind viel stärker von dem abhängig, was die Fans bei uns für Tickets aus­geben, ob nun als Ein­zel­ti­cket oder Dau­er­karte“, sagte Uhlig dem Fußballmagazin „11Freunde“. Für die Vereine der dritten Liga und der Regionalligen stellen Spielabsagen womöglich sogar die bessere Alternative dar, da – anders als bei den Bundesliga-Klubs – auch eine Verlängerung der Saison in den Sommer hinein vergleichsweise unproblematisch wäre ohne Terminkollisionen der beschäftigten Profis mit Wettbewerben wie dem Europapokal oder der Europameisterschaft zu riskieren. Bei einem Nachholspiel könnten die Vereine zudem auf die vollen direkten Spieleinnahmen hoffen.

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