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Uli Hoeneß zu Corona-Debatte : „Das kann keiner von uns verantworten“

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„Es kann nicht sein, dass für eine oder zwei Wochen mehr Spaß auch nur ein einziger Mensch mehr stirbt“: Uli Hoeneß Bild: dpa

Soll die Bundesliga trotz Corona mit Geisterspielen wieder starten? Nun erklärt Uli Hoeneß, wie er die Lage sieht. Zudem spricht der Ehrenpräsident des FC Bayern über eine „sehr gute Idee“ und den Torwart-Trubel in München.

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          Uli Hoeneß sieht in der Diskussion um den Neustart der Fußball-Bundesliga keine Alternative zu den ungeliebten Geisterspielen. „Grundsätzlich halte ich Geisterspiele für fragwürdig; doch angesichts der wirtschaftlichen Lage einiger Vereine sind sie lebensnotwendig und bedingungslos“, sagte der Ehrenpräsident von Bayern München dem kicker (Montagsausgabe).

          Der langjährige Macher des deutschen Fußball-Rekordmeisters befürwortet zudem einen Vorschlag seines ehemaligen Rivalen bei Werder Bremen, Willi Lemke. Der frühere Bundesliga-Manager hatte sich für die Live-Übertragung von Geisterspielen im frei empfangbaren Fernsehen stark gemacht. „Ich finde diese Idee von Willi Lemke sehr gut, weil damit die Versorgung noch flächendeckender erfolgen könnte – bei Sky ist eine unverschlüsselte Ausstrahlung allerdings auch möglich – und sich Fußballfans nicht in einem Wohnzimmer zusammenscharen müssten. Die Ansteckungsgefahr mit dem Virus würde damit gemindert“, befand Hoeneß.

          „Doch die Öffentlich-Rechtlichen müssten dann dafür entsprechend bezahlen. Denn es kann nicht sein, dass Sky viel Geld für die Rechte ausgibt und ARD und ZDF zu Trittbrettfahrern werden.“ Nach dem Willen von Hoeneß sollten sich die Öffentlich-Rechtlichen „an einer breiteren Übertragung des Fußballs in dieser Ausnahmesituation beteiligen und Sky entsprechend entschädigen“.

          Für die Arbeit der Deutschen Fußball Liga (DFL) fand der 68-Jährige ebenso lobende Worte wie für die Politik. Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Regierung mache „einen sensationellen Job“. Dagegen würde er sich „sehr freuen, wenn sich manche Öffnungs- und Lockerungsfanatiker, die zurzeit in den Meinungsumfragen nicht so gut abschneiden, etwas mehr zurücknehmen würden. Es kann nicht sein, dass für eine oder zwei Wochen mehr Spaß auch nur ein einziger Mensch mehr stirbt. Das kann keiner von uns verantworten“.

          Hoeneß sprach sich auch für eine Vertragsverlängerung mit Kapitän Manuel Neuer aus und lobte den Transfer von Alexander Nübel zum FC Bayern gelobt. „Ich würde es sehr begrüßen und mich sehr freuen, wenn Manuel Neuer die nächsten Jahre beim FC Bayern bleiben würde, weil er nach wie vor der beste Torwart der Welt ist“, sagte Hoeneß. „Genauso bin ich der Meinung, dass die Verpflichtung von Alexander Nübel zu hundert Prozent richtig ist und eine Glanztat von (Sportdirektor) Hasan Salihamidzic war.“

          Nationaltorwart Neuer und der FC Bayern verhandeln seit Wochen mit einigen Nebengeräuschen über eine Verlängerung des bis Mitte 2021 laufenden Vertrags. Nübels Transfer im Sommer ist seit dem Winter beschlossen, er kommt vom FC Schalke 04 zum deutschen Rekordmeister.

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