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Corona-Schutz im Saisonfinale : Die ganze Bundesliga steckt jetzt in Quarantäne

  • Aktualisiert am

Der FC Bayern quartiert sich in Grassau am Chiemsee ein. Bild: Picture-Alliance

Damit im engen Kalender des Saisonendspurts keine Spiele verlegt werden müssen, gehen alle Bundesligaklubs in Quarantäne. Das Bubble-Prinzip birgt aber auch Risiken. Mehrere Fälle gibt es bei Schalke.

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          Kurz vor den Quarantäne-Trainingslagern schreckte Schalke 04 die Fußball-Bundesliga auf. Zwei Corona-Fälle vermeldete der Absteiger am Dienstag, reiste dennoch in die vorgeschriebene Isolation, die den Saisonendspurt sicherstellen soll. Die Königsblauen, die ihren Aufenthaltsort nicht bekannt gaben, fuhren die Vorsichtsmaßnahmen noch einmal hoch. Am Mittwoch kam ein weiterer positiver Fall dazu, der Spieler befindet sich in strikter Isolation.

          Bundesliga

          Schnell- und PCR-Tests werden jetzt täglich durchgeführt, im Hotel müssen durchgängig FFP2-Masken getragen und die Mahlzeiten auf den Einzelzimmern eingenommen werden. Das Nachholspiel am Mittwoch (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) gegen Hertha BSC soll nach Rücksprache mit dem Gelsenkirchener Gesundheitsamt dennoch stattfinden. Auch vier weitere Profis, die der Kontaktgruppe eins zugeordnet wurden, stehen unter Quarantäne. Somit fehlen dem Absteiger am Mittwoch sieben Spieler.

          Spätestens nach den neuen Fällen auf Schalke war jedem klar: Für die Bundesliga-Quarantäne war es höchste Zeit. Denn es geht nur darum, ohne weitere Corona-Infektionen über die Runden zu kommen und die Ligasaison mit Blick auf die EM-Endrunde ab 11. Juni planmäßig Ende Mai abschließen zu können. Eine abermalige 14-tägige Zwangsquarantäne samt Trainingspause wie zuletzt bei der Hertha würde die Terminplaner der Deutschen Fußball Liga (DFL) vor eine nahezu unlösbare Aufgabe stellen.

          „Richtig und vernünftig“

          Von den körperlichen Belastungen für die betroffenen Profis ganz zu schweigen. Für Tim Meyer beschreitet die DFL mit dieser Maßnahme den richtigen Weg. „Wenn es keine Kontakte nach außen gibt, kann auch nichts in den abgeschirmten Bereich mit Mannschaft, Trainern und Betreuern hineingetragen werden“, sagte der DFB-Arzt der Welt am Sonntag. Das Bubble-Prinzip birgt aber auch Risiken, auf die Karl Lauterbach im SID-Interview hinwies. „Wenn es zu einer Infektionskette kommt, sind auch sehr viele gleichzeitig betroffen“, erklärte der SPD-Gesundheitsexperte mit mahnenden Worten.

          Muffigen Jugendherbergs-Charme müssen die Profis der 36 Erst- und Zweitligaklubs selbstredend nicht fürchten. Der alte und neue Meister Bayern München etwa absolviert sein Luxus-Trainingslager im beschaulichen Achental, wo der Blick vom satten Grün der 18-Loch-Golfanlage auf die majestätischen Berge des Chiemgau schweift. Zweitligaverein Spielvereinigung Greuther Fürth hatte ebenfalls Interesse gezeigt, am Ende aber das Nachsehen.

          Gerade einige junge Familienväter unter den Profis sind indes nicht restlos glücklich mit der Komfort-Kasernierung, die Trainer sehen die Maßnahme dagegen eher gelassen. „Ich halte die Entscheidung für richtig und vernünftig“, sagte stellvertretend Christian Streich, Chefcoach beim SC Freiburg. Allerdings dürfte hier und da – anders als vor der Coronavirus-Pandemie – nach den Übungseinheiten gepflegte Langeweile aufkommen. Schon aus der Zeit vor dem Bundesliga-Restart weiß Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt, was ihn und seine Schützlinge erwartet: „Wir sitzen an Zweiertischen zusammen beim Essen. Ansonsten gehen alle wieder auf ihr Zimmer, da passiert gar nichts.“

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