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Regeln in der Corona-Krise : Das muntere Wechselspiel erfreut die Bundesliga

  • Aktualisiert am

„Ich finde die aktuelle Regelung sinnvoll“: Bayern-Trainer Hansi Flick (rechts, mit Alvaro Odriozola) gefallen die erweiterten Wechseloptionen. Bild: Picture-Alliance

Um die Belastungen nach der Corona-Pause besser zu verteilen, darf im Profifußball vorerst fünf statt drei Mal gewechselt werden. Die Trainer der Bundesliga sind begeistert. Im Ausland aber gibt es Bedenken.

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          An seine zusätzlichen Wechseloptionen hat sich Heiko Herrlich schnell gewöhnt. So sehr sogar, dass er gar nicht genug bekommen kann. „Die fünf Wechsel sind eine sehr gute Entscheidung“, sagte der Trainer des FC Augsburg, doch er denkt schon weiter: „Wenn es den sechsten Wechsel geben würde, wäre ich auch damit einverstanden.“

          Bundesliga

          So weit ist es noch lange nicht, die Erfahrung der ersten vier Spieltage nach der Corona-Unterbrechung in der Bundesligen zeigt aber: Die neue Regel kommt bei den Trainern gut an. Alleine im Oberhaus schöpften am vergangenen Wochenende gleich 13 Coaches das volle Wechselkontingent aus, drei weitere Trainer nahmen vier Wechsel vor. Nur Wolfsburgs Oliver Glasner ist noch vorsichtig, der Österreicher tauschte bislang nie öfter als dreimal.

          Bayern-Trainer Hansi Flick freundet sich mit den neuen Möglichkeiten immer mehr an, am Samstag beim 5:0 gegen Fortuna Düsseldorf brachte auch er erstmals fünf frische Spieler im Verlauf der Partie aufs Feld. „Ich finde die aktuelle Regelung sinnvoll, auch wenn ich noch nicht so viel Gebrauch davon gemacht habe“, sagte Flick, von Herrlichs Idee einer sechsten Auswechslung hält er jedoch nichts: „Man sollte jetzt nicht übertreiben. Die fünf Wechsel sind absolut ausreichend.“

          Vor dem Wiederbeginn der Saison hatten zahlreiche Sportmediziner Sorgen geäußert und vor einem erhöhten Verletzungsrisiko gewarnt. Schließlich war die Unterbrechung lang, die Vorbereitungszeit kurz und der Spielplan prall gefüllt. Dazu sorgen die vielen Spiele im Sommer für eine zusätzliche Belastung der Spieler. Der Weltverband Fifa und die Regelhüter des International Football Association Board (Ifab) reagierten und schraubten zunächst bis Ende des Jahres die Zahl der möglichen Wechsel pro Team von drei auf fünf. Und der Plan ging auf, die befürchtete Verletzungswelle blieb bislang aus.

          Auch Herrlich sieht dadurch den großen Vorteil, „dass man in den englischen Wochen, wo man schnell von Null auf Hundert hochkommen musste, die Möglichkeit hat, Verletzungen zu vermeiden“. Doch damit nicht genug, den Trainern öffnen sich noch weitere Türen. „Ich sehe das auch in Zukunft als gute Möglichkeit für uns Trainer, taktisch etwas zu verändern, Spielanteile zu verteilen oder im Spiel komplett was zu verändern“, meinte Herrlich.

          Sein Kollege Florian Kohfeldt von Werder Bremen bilanzierte nach den ersten Erfahrungen: „Die Wahrscheinlichkeit, dass du zum Einsatz kommst, ist größer als vorher. Dementsprechend kann man schon sagen, dass es das Gefühl, dass alle am Spieltag gebraucht werden, erhöht.“

          Während in Deutschland die Zustimmung riesig ist, gibt es im Ausland Bedenken. Vor allem Quique Setien, Trainer des FC Barcelona, ist vor dem Restart in Spanien am 11. Juni besorgt. „Ich denke, dass uns das schaden und nicht helfen wird“, sagte der 61-Jährige, durch die Regeländerung hätten die Gegner in der Schlussphase eines Spiels mehr frische Spieler auf dem Platz. „Normalerweise nutzen wir dann immer die Müdigkeit des Gegners aus“, erklärte Setien.

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          Die Regelhüter des Ifab haben derweil für die Saison 2020/21 einige Änderungen bei den Fußballregeln vorgenommen. Speziell beim Dauer-Streitthema Handspiel gab es Anpassungen, wenngleich sie nicht sonderlich gravierend ausfallen. So zieht das Ifab beim Handspiel eine Grenze zwischen Schulter (nicht strafbar) und Arm (potentiell strafbar) auf Höhe der Achselhöhle bei angelegtem Arm.

          Auch in der Entstehung eines Tores oder einer Torchance wird ein unabsichtliches Handspiel der angreifenden Mannschaft nicht mehr zwingend geahndet. Nur wenn der Ball umgehend ins Tor geht oder daraus eine Torchance resultiert, ist das Handspiel strafbar. Wird dagegen nach dem unabsichtlichen Handspiel per Pass oder Dribbling weitergespielt, ist es nicht zu ahnden.

          Eine weitere Änderung sieht vor, dass eine zweite Gelbe Karte im Elfmeterschießen nicht mehr zu einem Platzverweis führt. Das Elfmeterschießen gehört in diesem Sinne nicht mehr zum Spiel. Zudem wird ein Strafstoß nicht mehr wiederholt, wenn der Torwart ein ahndungswürdiges Vergehen begangen hat, der Ball aber ohne Eingreifen des Keepers vorbei, drüber oder ans Aluminium geht.

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