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DFL und Vereine reagieren : Wie der Fußball die Rückkehr ins Stadion vorbereitet

Auf dem Weg zum Training: Bayern-Profi Robert Lewandowski Bild: dpa

Arbeit auf zwei Feldern: Der deutsche Profifußball blickt seinem Comeback entgegen. Viele Vereine haben ihr Training wieder aufgenommen. Doch noch sind nicht alle Fragen beantwortet.

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          Die Fußball-Bundesliga arbeitet in diesen Tagen auf zwei Feldern verstärkt an ihrer Rückkehr: auf dem Rasen und im öffentlichen Raum. Einerseits haben die Klubs am Montag, nach Ablauf der DFL-Empfehlung, wonach die Profis bis einschließlich 5. April nur individuell trainieren sollen, mit ersten Einheiten auf dem Fußballplatz begonnen. Auch wenn diese Einheiten mit dem regulären Training, mit jener Normalität, wie man sie bis zum 25. Spieltag in der Bundesliga kannte, weiterhin nicht viel zu tun haben.

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          Michael Horeni
          Fußballkorrespondent Europa in Berlin.

          Andererseits sind die Klubs und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) auch dabei, das gesellschaftliche Klima sorgfältig auszuloten, um eine Rückkehr als erste Profisportart des Landes nicht wie die Solonummer eines Milliardenbusiness für seine Kicker-Millionäre erscheinen zu lassen. Der Anpfiff des 26. Spieltags am ersten oder zweiten Maiwochenende soll vielmehr, so der Plan, eingebettet werden in das Comeback des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens des gesamten Landes. Ganz nach dem Motto von DFL-Geschäftsführer Christian Seifert: bloß keine Extrawurst für den Fußball.

          Zukunftsszenarien und Kritik

          Die öffentliche und veröffentliche Meinung, ob Geisterspiele, die ohne umfangreiche medizinische Vorsorgemaßnahmen und entsprechende Tests wohl kaum stattfinden können, trotzdem als gesellschaftlich wünschenswerter Beitrag in Corona-Zeiten angesehen werden, lässt sich nach zwei Wochen Shutdown noch nicht eindeutig sagen. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von RTL und ntv plädieren demnach 60 Prozent der Fußballinteressierten für eine Fortsetzung der Bundesligasaison im Mai mit Geisterspielen, 24 Prozent sind dagegen. Unter denjenigen, die sich nicht für Fußball interessieren, befürworten allerdings nur 28 Prozent eine Fortsetzung des Spielbetriebs im kommenden Monat. 21 Prozent votieren dagegen. 51 Prozent betonen, dass es derzeit Wichtigeres als Fußball gebe. In einer Umfrage des „Kickers“ haben sich wiederum rund 65 Prozent der Fußballfans dafür ausgesprochen, die Saison im Mai fortzusetzen, falls dies medizinisch vertretbar sei. In den Medien werden bereits detaillierte Spielplanszenarien bis zum möglichen Saisonende im Juni ausgebreitet, aber auch an Kritik für diese fortgeschrittenen Planungen mangelt es weder in sozialen Netzwerken noch in traditionellen Medien.

          Borussia Dortmund hat wiederum am vergangenen Wochenende in seinem Stadion ein Corona-Behandlungszentrum eingerichtet, um damit seine gesellschaftliche Verantwortung in der Corona-Krise zu unterstreichen. Der Klub hat zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe ein entsprechendes Areal im Stadion umgebaut, um dort Verdachtsfälle und Patienten mit entsprechenden Beschwerden ambulant behandeln zu können. Zum erweiterten Trainingsbeginn am Montag teilte der BVB mit, dass das Profitraining nach den behördlichen Vorgaben für Berufssportler gemäß Paragraph 3 der Corona-Schutzverordnung nur in begrenztem Umfang nach den aktuellen Hygiene- und Infektionsschutzvorgaben „kontaktarm“ bestritten werde. Diese Regelung gilt für alle Profiklubs.

          Der FC Bayern erklärte, dass seine 21 Profis in vier Gruppen mit jeweils vier und in einer mit fünf Spielern trainierten – und jeweils mit einem gewissen zeitlichen Abstand in der Tiefgarage unter dem Klubgebäude an der Säbener Straße empfangen und in mehrere Kabinen zum Umkleiden gebracht worden seien. Auch der Weg der einzelnen Gruppen zu den Trainingsplätzen sei so eingerichtet, dass zusätzliche Kontakte vermieden würden. Das Internettraining mit seinem individuellen Zuschnitt, das in den vergangenen Wochen im Zentrum der Aktivitäten gestanden hatte, soll weiterhin begleitend angeboten werden. Nach dem Training durften die Bayern-Profis nicht auf dem Klubgelände duschen.

          So oder zumindest so ähnlich dürfte der neue Fußballalltag in dieser Woche auch bei allen anderen Bundesligaklubs aussehen, mit Differenzen im Detail. Beim VfL Wolfsburg etwa müssen die Spieler im Kraftraum Handschuhe tragen, die Geräte sollen nach jeder Übung desinfiziert werden – geduscht wird auf dem Klubgelände, allerdings in getrennten Kabinen.

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