https://www.faz.net/-gtm-8zn95

Bayern-Neuzugang Tolisso : „Bislang war hier nur Coco Chanel bekannt“

  • Aktualisiert am

„Ich fühle mich am besten auf der Sechs oder Acht“: Corentin Tolisso. Bild: dpa

Corentin Tolisso ist der teuerste Einkauf der Bundesliga. Zum Start beim FC Bayern gibt er sich sehr selbstbewusst. Zwei andere Personalien stellen Tolisso an seinem ersten Arbeitstags aber etwas in den Schatten.

          Der neue Mittelfeld-Hoffnungsträger Corentin Tolisso stellte sich gerade beim FC Bayern vor, da rückten die Abschiede von zwei anderen Münchner Fußball-Profis ein Stück näher. Während der Weggang von Flügelflitzer Douglas Costa zu Juventus Turin unmittelbar bevorsteht, dürfte auch U-21-Europameister Serge Gnabry künftig für einen anderen Klub spielen. Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge bestätigte am Montag vielsagend „konkrete Gespräche“ mit Juve und auch den Wunsch Gnabrys, noch vor dessen erstem Einsatz für den Fußball-Rekordmeister verliehen zu werden. All diese Neuigkeiten stellten den ersten Arbeitstag Tolissos etwas in den Schatten.

          Dabei ist der Franzose für die Bundesliga-Rekordsumme von 41,5 Millionen Euro von Olympique Lyon geholt worden und soll im Mittelfeld der Münchner künftig für Furore sorgen. „Das ist ein Spieler, an dem wir viel Freude haben werden“, meinte Rummenigge, ehe der 22-Jährige am Nachmittag erstmals unter Chefcoach Carlo Ancelotti trainierte. Der Nationalspieler präsentierte sich selbstbewusst und will schnell unverzichtbar werden. „Ich bin hier, um zu spielen“, verkündete er. „Die Konkurrenz ist stark. Aber ich werde mein Bestes geben, damit ich spiele und hier vorankomme.“ Die Ablösesumme wertete Tolisso als „guten Druck“ und sagte: „Ich möchte den Verantwortlichen beweisen, dass sie das Geld zurecht überwiesen haben.“

          Tolisso gilt als eines der größten Talente in Frankreich. Er sei „lauf- und zweikampfstark und zudem noch schnell“, meinte Rummenigge. In puncto Schnelligkeit dürfte er Xabi Alonso bei weitem überflügeln, auf der Sechserposition könnte Tolisso den Welt- und Europameister nach dessen Karriereende ersetzen. Eine Kopie sei er aber definitiv nicht, erklärte Rummenigge und wollte die beiden nicht vergleichen. In Frankreich erarbeitete sich der Youngster den Ruf des Alleskönners und wurde aufgrund der Vielseitigkeit schon „Schweizer Taschenmesser“ genannt. „Ich fühle mich am besten auf der Sechs oder Acht“, sagte Tolisso. „Am allerliebsten spiele ich auf der Acht, da kann ich mehr nach vorne machen.“ Er überzeugte in der vergangenen Saison mit 14 Toren und sieben Vorlagen in 47 Pflichtspielen für Lyon.

          Für Tolisso ging mit dem Wechsel an die Isar ein Traum in Erfüllung, schon als Kind besaß er ein Bayern-Trikot. Die Münchner seien „einer der besten Clubs der Welt, wenn nicht gar der beste. Hier kann man sich entwickeln, und ich muss mich entwickeln. Der Club passt zu mir“. Das hofft auch Rummenigge, der zu Tolissos Spitznamen sagte: „Bislang war in Deutschland nur Coco Chanel bekannt. Ich hoffe, dass in der Zukunft auch Coco Tolisso bekannt ist. Das wünsche ich ihm und uns.“

          Costa dürfte in Deutschland indes nicht mehr nachhaltig auffallen. „Der aktuelle Stand ist, dass wir in konkreten Gesprächen mit Juventus sind, aber dass wir heute noch keinen unterschriftsreifen Deal haben. Ich würde die Gespräche durchaus als positiv bezeichnen, aber ich kann nicht Vollzug melden“, sagte Rummenigge. Italienischen Medienberichten zufolge soll der 26 Jahre alte Brasilianer zunächst in die Serie A verliehen werden; anschließend könnte Juve den Flügelspieler dank einer Klausel fest verpflichten. Auch bei Gnabry ist ein Leihgeschäft möglich. Der Spieler, dem in München zunächst die Ersatzbank blüht, habe den Bayern diesen Wunsch mitgeteilt, sagte Rummenigge. „Wir bewerten jetzt die Situation in aller Ruhe, auch was wir noch auf dem Transfermarkt machen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Klage vor Supreme Court : John Majors Verachtung für Boris Johnson

          Der frühere Premierminister John Major ging zu seiner Amtszeit nicht mit Samthandschuhen vor. Doch Boris Johnsons Mittel gehen ihm zu weit. Deswegen hat er sich der Klage gegen die Beurlaubung des Parlaments angeschlossen.
          Unser Sprinter-Autor: Felix Hooß

          F.A.Z.-Sprinter : Plötzlich kleinlaut

          Trump, Netanjahu und Johnson kennt man großspurig. Doch plötzlich zögert Trump, kämpft Netanjahu um sein politisches Überleben und muss sich Johnson vor dem Supreme Court rechtfertigen. Alles Wichtige steht im F.A.Z.-Sprinter.
          Die Talkrunde zum Thema Klimapolitik bei Frank Plasberg

          TV-Kritik: Hart aber fair : Die Realität der Zwickmühle

          Die Klimapolitik ist so verzwickt, dass es den üblichen Verdächtigen kaum noch gelingt, Einsicht in das Notwendige oder gar Verhaltensänderungen zu erreichen. Tatsächlich sehen einige das Format der Talkshow als Pranger für üble Phantasien.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.