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Manager Christian Heidel : Der Mann, der Mainz 05 kann

  • -Aktualisiert am

Von Mainz nach Schalke und zurück: Christian Heidel Bild: dpa

In Mainz war er ein Vierteljahrhundert als Manager erfolgreich, auf Schalke binnen drei Jahren gescheitert. Nun kommt es zum Wiedersehen für 05-Rückkehrer Christian Heidel mit Königsblau.

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          Einer Glaskugel bedarf es wohl nicht, um eine Ahnung davon zu haben, wie die Fans des FC Schalke 04 am Freitagabend (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei DAZN) Christian Heidel empfangen würden – wenn sie denn zum Bundesligaspiel gegen den FSV Mainz 05 in ihre Arena dürften. Den Mann, der nach einem knappen Vierteljahrhundert als Mainzer Manager im Frühjahr 2016 Sportvorstand in Gelsenkirchen wurde und sich drei Jahre später vorzeitig verabschiedete, machen sie beim Tabellenletzten für den Niedergang verantwortlich.

          Bundesliga

          Auch über den Kohlenpott hinaus ist der Eindruck entstanden, Heidel sei mit der Aufgabe auf Schalke überfordert gewesen. Heidel selbst wehrte sich dieser Tage via „Sport-Bild“ gegen die Kritik. „2018 waren wir Vizemeister mit acht Punkten Vorsprung. Wir haben Champions League gespielt, den höchsten Umsatz und den höchsten Gewinn aller Zeiten gemacht. Ganz Schalke hat gefeiert. Wir waren auf dem richtigen Weg.“

          Fakt ist aber auch, dass der Fußball, den die Mannschaft unter Domenico Tedesco spielte, in höchstem Maße unattraktiv war. Den Schalkern zuzuschauen machte schon damals keinen Spaß – erst recht nicht, als in der folgenden Saison die Ergebnisse ausblieben. „Nach mir wurden viele Spieler gekauft, Trainer gewechselt und Strukturen verändert. Zehn Monate nach meinem Abschied war Schalke Dritter in der Bundesliga, und alle waren voller Euphorie“, sagt Heidel. „Da kam keine Kritik, alles war prima. Dann erst begann die Talfahrt.“

          In Mainz sieht die Welt anders aus

          Doch dass öffentliche Kritik vor allem dann laut wird, wenn es nicht rundläuft, sollte Heidel nach all den Jahren im Profigeschäft nicht wundern. In seinem Fall beinhaltet sie unter anderem Ausgaben in Höhe von 160 Millionen Euro für den Kader, aber auch, dass er zu viele Eigengewächse wie Sead Kolasinac oder Alexander Nübel habe ziehen lassen, ohne wenigstens noch Erlöse zu erzielen. Demgegenüber standen Ausgaben wie rund 26 Millionen für Breel Embolo, 19 Millionen für den vor allem wegen seiner Suspendierungen aufgefallenen Nabil Bentaleb, 16 Millionen für Sebastian Rudy. Echte Transferflops.

          In Rheinhessen sieht die Welt ganz anders aus. Dort wurde Heidel bei seiner Rückkehr Ende des vorigen Jahres gefeiert wie der Erlöser. Die Entscheidung, den ehemaligen Spieler Bo Svensson als Trainer zu holen, war bislang die richtige. Das bestätigt noch nicht die These, dass Christian Heidel nur Mainz 05 kann. Aber wenn es so wäre, würde es die Mainzer nicht stören.

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