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Auftakt für die Münchner : Der wahre Maßstab des FC Bayern

  • -Aktualisiert am

Kovacs (l.) Auftrag: Weit kommen in der Königsklasse. Neuzugang Ivan Perisic lauscht gespannt. Bild: dpa

Nicht nur die Transferoffensive hat den Glauben wachsen lassen, dass der BVB diesmal Meister werden könnte. Doch so schlecht sind die Einkäufe der Bayern gar nicht. Und am Ende zählt sowieso etwas anderes.

          Am Ende werden die Bayern sowieso wieder Meister. Das war der Kernsatz der vergangenen Jahre. Zu groß schien der Vorsprung des Titelverteidigers, zu gut besetzt der Kader, als dass man an irgendetwas anderes hätte glauben mögen als an die Dominanz der Münchner. Das scheint diesmal anders, auch wenn mit dem Bremer Florian Kohfeldt laut einer Umfrage nur ein Bundesligatrainer explizit an Borussia Dortmund als nächsten Meister glaubt.

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          Nicht nur die frühe Transferoffensive der Westfalen hat den Glauben daran wachsen lassen, dass der BVB diesmal am Ende ganz oben stehen könnte. Die Analyse der vergangenen Spielzeit haben die Dortmunder sehr sorgfältig und sehr früh betrieben. Die wenigen Schwachstellen, die am Ende für die im Vergleich zu den Vorjahren läppischen zwei Punkte Rückstand auf den ewigen Meister aus München sorgten, scheinen beseitigt. Zugleich geht der BVB die ganze Geschichte diesmal ungewohnt offensiv an und nennt als Saisonziel unverhohlen den Titelgewinn. Die neue Herangehensweise dokumentiert ein anderes Selbstbewusstsein.

          Das aber ist auch gewachsen, weil der FC Bayern, abgesehen von der Tönnies-Affäre, mit seiner ungewöhnlichen Transferpolitik das Sommerloch allein füllte. Dabei schienen die Münchner mit der Verpflichtung von Lucas Hernández von Atletico Madrid und Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart doch ebenfalls früh ihre Hausaufgaben zu erledigen. Doch entgegen der vollmundigen Frühjahrsaussage von Präsident Uli Hoeneß – „Wenn Sie wüssten, wen wir schon alles sicher haben“ – passierte danach erst einmal nichts, was die Spekulationen anheizte. Interesse an Spielern wurde kolportiert, die aber bei anderen Vereinen unterschrieben. Und so entstand der Eindruck, die ratlosen Münchner müssten am Ende die Krümel nehmen, die ihnen der Markt übrig lassen wird.

          Selbst das – abgesehen vom Imageverlust – muss nicht das vorzeitige Ende aller Bestrebungen bedeuten. Denn nach sieben Meisterschaften in Serie wird Trainer Kovac nicht daran gemessen, ob er den achten Titel an die Säbener Straße holt und möglicherweise sogar das Double. Dass sich der Bewertungsmaßstab vornehmlich an der Champions League ausrichtet, hat der Vorstandschef Rummenigge mehr als deutlich gemacht.

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          Und so schlecht sind die Transfers nicht: Mit Hernández, Pavard und Perisic haben die Münchner drei Spieler verpflichtet, die allesamt im WM-Finale standen, möglicherweise kommt mit Mario Mandzukic ein weiterer hinzu und damit ein wenig mehr Widerstandskraft. Auch Leroy Sané, der für die WM ja nicht gut genug gewesen sein soll, bleibt ein Thema. Denn die heiße Phase der Champions League beginnt erst im Frühjahr, für die Bundesliga ist der vorhandene Kader bis dahin sicher gut genug. Und vielleicht wird es bis zum Ende des Transferfensters am 2. September doch noch den Tag geben, an dem alle staunen.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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