https://www.faz.net/-gtm-9wq85

BVB verschärft Bremer Krise : Der unaufhaltsame Lauf des Erling Haaland

  • -Aktualisiert am

Trifft und trifft und trifft: BVB-Stürmer Erling Haaland Bild: EPA

Wieder ist der Dortmunder Neuzugang nicht zu bremsen: Gegen Bremen trifft Erling Haaland zum mittlerweile zwölften Mal in nur acht Spielen. Für Werder spitzt sich die Situation im Tabellenkeller mehr und mehr zu.

          2 Min.

          Sechs Spiele, neun Tore: Erling Haaland scheint sich in der Fußball-Bundesliga ziemlich wohl zu fühlen. Nimmt man die weiteren Wettbewerbe dazu, kommt der Stürmer sogar auf zwölf Treffer in acht Spielen. Es läuft beim 19 Jahre jungen Norweger. Am Dienstag zwei Tore gegen Paris, am Samstagnachmittag ein Treffer im ausverkauften Weserstadion gegen Werder Bremen – auf den Winter-Zugang kann sich Borussia Dortmund verlassen. Das 2:0 bei Werder war zwar ein Arbeitssieg gegen 60 Minuten unbequeme Bremer, doch alles in allem kam er ziemlich entspannt und ungefährdet zustande. Nach dem 2:0 von Haaland in der 66. Minute passierte nicht mehr viel. Vier Punkte stehen Trainer Lucien Favres Dortmunder in der Tabellen nun hinter den am Freitag siegreichen Bayern.

          Bundesliga

          Werder Bremen hingegen ist der zweiten Bundesliga wieder einen Schritt nähergekommen. Die neunte Niederlage aus den vergangenen zehn Spielen hält Bremen auf einem direkten Abstiegsplatz fest, und 17 Punkte aus nun 23 Spielen sind eine allzu dürftige Ausbeute. Trotzdem soll es mit Trainer Florian Kohfeldt weitergehen; das war schon vor dem Spiel klar und das wichtigste Bremer Thema der vergangenen Woche. Das 0:3 bei RB Leipzig vor einer Woche war keine Werbung für Mannschaft und Trainer gewesen, doch das hatte man intern und nach außen mit der Stärke des Gegners erklärt. Auf ein Neues gegen Frankfurt am 1. März also mit Kohfeldt, weil Manager Frank Baumann und Aufsichtsrat Marco Bode weiterhin auf den Trainer setzen, und auch der Weg mit Kohfeldt in die zweite Liga möglich scheint.

          „Wir reden weiter mit dem Trainer und nicht über den Trainer“, sagte Baumann auch nach der Niederlage gegen Dortmund. „Viele haben uns bereits abgeschrieben, das spornt mich und uns zusätzlich an“, sagte der frühere Profi. „Wir können und wir werden es schaffen. Die Überzeugung haben wir nach wie vor.“

          Am Samstag gegen Dortmund sah es zunächst lange Zeit ganz gut aus. „Spiele, in denen niemand etwas von dir erwartet, können auch eine Chance sein“, hatte Kohfeldt vor dem Spiel gesagt und damit die Größenverhältnisse eingeordnet. Werder also in der Rolle des Außenseiters, auch, weil die Heimbilanz bei nur einem Sieg im Weserstadion wirklich erschreckend ist. Doch so schwach wie in anderen Heimspielen spielten die Bremer zunächst nicht. Werder besetzte die Räume, in die die Dortmunder spielen wollten, und ließ kein Tempospiel der Westfalen zu. Da war Wille drin bei Werder, Entschlossenheit und auch Konzentration. Doch das hielt nur eine Stunde.

          Dortmund wirkte vier Tage nach dem 2:1 in der Champions League gegen Paris jederzeit auf der Höhe. Doch Favres Elf verpasste es anfangs, Tempo in die Partie zu bringen; immer wieder lief der Ball hinter herum über Mats Hummels oder Emre Can. Das sah gepflegt und planvoll aus, so aber hatte Werder immer wieder die Chance, die eigenen Reihen zu schließen. Jadon Sanchos Dribblings waren zunächst so selten zu sehen wie Erling Haalands Sprints Richtung Tor. Erst in der 43. Minute sorgte Raphael Guerreiros Freistoß für Gefahr – Jiri Pavlenka im Bremer Tor wehrte den Ball ab.

          Dortmund spielte in der Aufstellung vom Spiel gegen Paris, kontrollierte jederzeit die Partie, wollte nicht noch einmal so leichtfertig in Bremen verlieren wie beim 2:3 im Pokal-Achtelfinale Anfang Februar. Haalands Schuss in der 51. Minute hätte schon die Führung sein können. Werder wehrte ab, den nachfolgenden Eckball Sanchos dann aber nicht mehr – Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou stand wenige Meter vor dem Tor frei und schoss das 1:0 für Dortmund. Das war das elfte Bremer Gegentor nach einem Eckball in dieser Saison. Am Donnerstag hatte Kohfeldt noch defensive Standardsituationen trainieren lassen.

          Nach dem 1:0 setzte der BVB nach und beinahe hätte Haaland schon in der 56. Minute das 2:0 erzielt. Cans Präsenz tat dem Dortmunder Spiel in beide Richtungen gut. Eine schnelle, schöne Kombination über rechts von Sancho und Hakimi gegen dann doch schläfrige Bremer schloss Haaland mit rechts zum 2:0 ab (66. Minute). Da war der Norweger viel schneller gewesen als Bremens Ömer Toprak. Werder hat die schlechteste Abwehr der Liga, aber auch das, was die Bremer früher einmal auszeichnete, ist abhandengekommen: Vier der sechs Ligaspiele 2020 hat Werder ohne Tor beendet.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          In den Vereinigten Staaten wurden zuletzt immer mehr Ölpumpen installiert.

          Ölpreisverfall : Amerika verhandelt nicht mit Russland und Saudi-Arabien

          Das Weiße Haus fordert die beiden Parteien stattdessen auf, sich untereinander zu einigen. Derweil redet Präsident Trump mit Managern großer amerikanischer Ölfirmen über Maßnahmen, um den „Liquiditätsschock“ der Energieindustrie schnell zu beheben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.