https://www.faz.net/-gtm-8xrjk

Borussia Dortmund : Tuchel sieht sich als Opfer einer Kampagne

  • -Aktualisiert am

„Unwahrheiten und persönlichen Verleumdungen“: BVB-Trainer Thomas Tuchel. Bild: dpa

Dortmunds Trainer schimpft über „viele Unwahrheiten und persönliche Verleumdungen“. Besonders erbost haben Thomas Tuchel kritische Aussagen von Spielern, die in manchen Medien verbreitet wurden.

          2 Min.

          Als sich vor ein paar Tagen der Berater des Fußballtrainers Thomas Tuchel zu Wort meldete, klang es noch so, als ließen sich die Wogen im Streit seines Klienten mit der Vereinsführung von Borussia Dortmund allmählich wieder glätten. „Mir ist sehr daran gelegen, dass wir den sogenannten Dissens ausräumen. Unser Ziel ist es, dass Thomas beim BVB bleibt und sich alles wieder beruhigt“, sagte Olaf Meinking.

          Wenige später trat Tuchel, turnusgemäß vor dem Bundesligaspiel beim FC Augsburg am Samstag (15.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET), wieder selbst vor die Presse, ohne allerdings zu Beruhigung der Lage beizutragen. Der Trainer sieht sich als Opfer einer gegen ihn gerichteten Kampagne in Teilen der Medien. „Es kursieren viele Unwahrheiten und persönliche Verleumdungen. Da werden persönliche Grenzen dramatisch überschritten. Das ist nicht spurlos an mir vorbeigegangen“, sagte Tuchel: „In dieser Woche ist vieles auf den Kopf gestellt worden.“

          Besonders erbost hatten ihn kritische Aussagen von Spielern, die in manchen Medien verbreitet wurden, ohne dass die Namen der Spieler genannt worden wären. Unterstellt man, dass die Zitate inhaltlich korrekt sind, ließen sie auf ein gestörtes Verhältnis zwischen dem Trainer und den betreffenden Profis daraus ableiten. Die „Süddeutsche Zeitung“ etwa will aus dem Mannschaftskreis kritische Töne wie diesen vernommen haben: „Wenn du besonders gelobt wirst vom Trainer, richtest du dich am besten darauf ein, dass du demnächst nicht mal im Kader bist.“ Auch häufige Systemwechsel, mitunter während eines Spiels, werden dem Trainer nach dieser Darstellung vorgeworfen.

          Tuchel zeigte sich betroffen und auch getroffen. „Es ist aus meiner Sicht die unterste Schublade der Berichterstattung, anonym Spieler zu zitieren, angeblich Spieler zu zitieren, denn wer weiß, ob das überhaupt gesagt wurde.“ Sein Verhältnis zur Mannschaft sei intakt, behauptete der Trainer, zwischen ihm und den Spielern bestehe „maximales Vertrauen“. Er begründete diese Einschätzung mit dem sportlichen Erfolg in den vergangenen Wochen: Dortmund belegt in der Bundesliga den angestrebten dritten Tabellenplatz und ist gegen Bayern München ins Finale des DFB-Pokals eingezogen. Dennoch ist er als BVB-Trainer umstritten, vor allem aufgrund von Differenzen mit der Vereinsführung.

          Die digitale F.A.Z. PLUS
          F.A.Z. Edition

          Die digitale Ausgabe der F.A.Z., für alle Endgeräte optimiert und um multimediale Inhalte angereichert

          Mehr erfahren

          Der jüngste Streit hatte sich vor einer Woche an einem Interview entzündet, in dem Hans-Joachim Watzke, der Vorsitzende der Geschäftsführung, einen Dissens in der Frage eingeräumt hatte, ob es richtig war, dem Druck der Europäischen Fußball-Union nachzugeben und das Champions-League-Spiel gegen AS Monaco schon am Tag nach dem Sprengstoffanschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus auszutragen.

          Tuchel hatte seinem Vorgesetzten daraufhin vorgeworfen, zur Unzeit „ein zu großes Thema“ aufgemacht zu haben. Am Freitag erwähnte er Watzke mit keinem Wort, sagte aber, dass es kein klärendes Gespräch zwischen beiden gegeben habe. Mit Blick auf mögliche Gespräche über eine Verlängerung seines Ende Juni 2018 auslaufenden Vertrages sagte Tuchel: „Es wäre einigermaßen naiv, nach dieser Woche zu sagen: Was spricht dagegen?“

          Weitere Themen

          Borussias neuer „Heiland“? Video-Seite öffnen

          Haaland vor Heimdebüt : Borussias neuer „Heiland“?

          Der junge Stürmer aus Norwegen wird von vielen BVB-Fans beim öffentlichen Training beobachtet – sein Debüt am Wochenende hat große Hoffnungen geweckt. Ist Erling Haaland der neue „Heiland“ für die Borussia?

          Topmeldungen

          Schwäche der Parteien : Mehr Macht den Parlamenten

          Situationen wie in Thüringen wird es künftig öfter geben: Es findet sich keine Koalition mit einer Mehrheit im Parlament. Dadurch wird die Politik unübersichtlicher. Aber das muss nicht schaden – im Gegenteil.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.