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Für 85 Millionen Euro : BVB-Profi Jadon Sancho wechselt nach Manchester

  • -Aktualisiert am

Aus der Bundesliga nach England: Jadon Sancho Bild: AFP

Beide Klubs haben eine „grundsätzliche Einigung“ erzielt: Der englische Nationalspieler Jadon Sancho von Borussia Dortmund wird sich Manchester United in der Premier League anschließen.

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          Die innere Zerrissenheit war deutlich vernehmbar, als Hans-Joachim Watzke am Donnerstag über den neuen Rekord sprach, den Borussia Dortmund wohl in den kommenden Tagen aufstellen wird. „Wir freuen uns nicht über das Geld, wir sind eher traurig, dass er weg ist“, sagte der Geschäftsführer des börsennotierten Fußballunternehmens Borussia Dortmund wenige Stunden, nachdem per Ad-hoc Mitteilung bekannt gemacht worden war, dass Jadon Sancho vom BVB zu Manchester United wechseln soll.

          Die „fixe Transferentschädigung in Höhe von 85,0 Millionen Euro“, die die Dortmunder nennen, ist die höchste Ablösesumme, die seit Ausbruch der Corona-Pandemie weltweit für einen Fußballer bezahlt wird. Jenseits aller sportlichen Argumente werden die Dortmunder sehr froh sein über den Deal, der noch nicht ganz vollzogen ist. „Es gibt noch eine ganze Menge formaler Dinge, die noch geregelt werden müssen“, erläuterte Watzke, zudem müsse Sancho noch einen Medizincheck überstehen. Aber Dortmunds neuer Trainer Marco Rose plant ohne den Angreifer, der am Samstag im EM-Vertelfinale mit England auf die Ukraine trifft.

          Höchste Anerkennung

          Überraschend kam dieser Transfer für niemanden mehr. „Ich habe die letzten Monate – und das war auch Teil unserer Gespräche – gewusst, dass es darauf hinauslaufen kann, dass Jadon irgendwann nicht mehr da ist“, sagte Rose an seinem ersten Arbeitstag in Dortmund und schwärmte noch einmal von Sancho: „Ich glaube, dass jeder Trainer so einen Spieler gerne im Team hat“ – außer Gareth Southgate, könne man an dieser Stelle anmerken.

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          Der Trainer des englischen EM-Teams setzt trotz der offenkundigen Offensivschwächen seiner Mannschaft lieber auf andere Angreifer. Die vielen Tore und Torvorlagen Sanchos in der Bundesliga besitzen für den englischen EM-Coach offenbar nur wenig Aussagekraft. In Manchester genießt Sancho hingegen höchst Anerkennung.

          Andernfalls hätten sich die Verantwortlichen um Trainer Ole-Gunnar Solskjaer kaum mit dem BVB auf die dritthöchste Ablösesumme geeinigt, die jemals von einem Premier-League-Verein gezahlt wurde. Nur Harry Maguire (87 Millionen) und Paul Pogba (105 Millionen), die ebenfalls zu ManUnited wechselten, waren noch teurer.

          Wobei die Engländer im vergangenen Sommer noch dachten, sie bekämen Sancho deutlich günstiger. Damals unterschätzten sie die Beharrlichkeit der Dortmunder, die nach dem Scheitern der ersten Verhandlungen eine hochsensible Situation bewältigen mussten. Sancho wollte weg, durfte aber nicht. Andere Dortmunder wie Ousmane Dembélé haben in vergleichbaren Situationen gestreikt und den ganzen Klub in Aufruhr gebracht. Für einige Wochen haderte zwar auch Sancho mit dem unerfüllten Wechselwunsch, aber er fing sich. Vor diesem Hintergrund formulierte Watzke noch einmal ein paar Worte des Dankes.

          Es sei „immer ein Unterschied, ob hier jemand aus dem Jugendbereich kommt, hier vier Jahre alles gegeben hat, und dann den Wunsch äußert“, so wie Sancho. „Oder ob jemand mit Krawall versucht, vom Hof zu gehen.“ Rückblickend ist der filigrane Angreifer nun eine große Erfolgsgeschichte für den BVB. Für acht Millionen Euro haben sie das Talent 2017 von Manchester City gekauft, Sancho hat in 137 Pflichtspielen für Dortmund 50 Tore geschossen und 64 weitere vorbereitet und nun eine satten Transfergewinn eingespielt, auch wenn aufgrund von vertraglichen Vereinbarungen zwischen 15 und 20 Prozent der Transfersumme an Sanchos frühere Klubs Manchester City und FC Watford fließen sollen.

          Es bleibt genug für die Verpflichtung eines Nachfolgers, angeblich sind die Verhandlungen mit dem Niederländer Donyell Malen von der PSV Eindhoven schon weit fortgeschritten.

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