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Ansgar Knauff : Der Furchtlose bei Borussia Dortmund

  • -Aktualisiert am

Bereit für mehr: Ansgar Knauff gelingt in Stuttgart das Siegtor. Bild: EPA

In Manchester durfte er von Beginn an spielen, in Stuttgart erzielt er das Siegtor für Dortmund. Ansgar Knauff hat die Gabe, direkt zur Sache zu kommen. Beim BVB kann er damit die Zukunft prägen.

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          Für den Endspurt in der Bundesliga, der Champions League und im DFB-Pokal scheint Ansgar Knauff genau der Richtige. Edin Terzic, der Trainer des 19 Jahre alten Sprinters im Kader von Borussia Dortmund, traut dem aus dem eigenen Nachwuchs gekommenen Niedersachsen jedenfalls derzeit mehr zu als etablierten Außenangreifern wie Thorgan Hazard oder Julian Brandt.

          Bundesliga

          Sie sind dieser Tage von Knauff überholt worden. Am Samstagabend hatte der schnelle Stürmer seinen ersten großen Moment in der Bundesliga, als er dreizehn Minuten nach seiner Einwechslung unaufhaltsam und wild entschlossen das Tor zum 3:2-Sieg des BVB beim VfB Stuttgart erzielte (80.).

          Wie er seine Gegenspieler Pascal Stenzel und Wataru Endo links und rechts stehen ließ und dann aus 16 Metern ins rechte Toreck traf, war ein jugendliches Meisterstück des bei der SVG Göttingen sportlich aufgewachsenen und in Dortmund früh gereiften U-19-Nationalspielers. Er könnte – genau wie sein ebenfalls beim BVB ausgebildeter 16 Jahre alter Mitstreiter Youssufa Moukoko – das Zeug dazu haben, die Erfolgsgeschichte der Borussia in Zukunft mit hausgemachten Zutaten substantiell zu bereichern.

          Edin Terzic hat den Außenstürmer am vergangenen Dienstag erstmals in die Startelf berufen – zum Viertelfinalhinspiel der Champions League bei Manchester City. Schon da zeigte er seine Gabe, direkt und furchtlos zur Sache zu kommen. Am Samstag krönte er seine „unglaubliche Woche“, wie er sagte, mit einem Auftritt, bei dem er mit seiner ersten Torgelegenheit in der Bundesliga gleich ins Schwarze traf. Und das in einem hin und her wogenden Duell mit dem im Hinspiel noch mit 5:1 triumphierenden schwäbischen Aufsteiger.

          „Ansgar hat den Mut“

          Noch ohne Knauff hatte Dortmund den 0:1-Rückstand nach Kalajdzics Kopfball-Bogenlampe (17.) in eine 2:1-Führung verwandelt, durch die sehenswert herausgespielten Treffer von Bellingham – eine Ligapremiere für den hochtalentierten 17 Jahre alten Engländer (47.) – und durch Marco Reus (52.).

          Doch nach Moreys Fehlpass in den Fuß von Kaljdzic und dem daraus folgenden schwäbischen Konter musste der BVB (78.) den Ausgleich hinnehmen. Es drohte eine weitere Enttäuschung. Dann aber nutzte Knauff die Gelegenheit, an diesem Samstag ein finales Ausrufezeichen zu setzen. Er tat es mit einer frappierenden Selbstverständlichkeit und aus der sichtbaren Überzeugung heraus, in der Welt des Spitzenfußballs Fuß fassen zu können. Und zwar genauso rasch wie er spielt, denkt und handelt.

          Edin Terzic sah sich danach in seinem Glauben an Knauffs Möglichkeiten bestätigt. „Ansgar ist wegen seiner Qualität, wegen seines Selbstbewusstseins bei uns“, lobte er den Matchwinner „er hat den Mut, allen zu zeigen, wie er im Eins-gegen-eins vorbeifliegen und den Abschluss suchen kann.“

          Solche Jungs mit Überflieger-Qualitäten brauchen die Schwarz-Gelben, die trotz sieben Punkten Rückstand auf den Ligavierten Eintracht Frankfurt sechs Runden vor Saisonschluss noch immer auf die Champions-League-Qualifikation hoffen. Am Mittwoch steht das Viertelfinalrückspiel gegen City, das am Samstag daheim gegen Leeds United 1:2 verlor, auf dem Spielplan. Gut möglich, dass dann auch wieder der Tempodribbler Knauff eine wichtige Rolle spielen darf.

          Er selbst, der seine ersten Fernsehinterviews nach Spielschluss wohltuend unaufgeregt gab, kommt Terzics Anweisungen mit Vergnügen nach. „Denn er gibt mir immer mit, dass ich mutig sein und meine Stärken ausspielen soll“, sagt er. Und genau das hat Knauff in Stuttgart getan.

          Besonders freute sich darüber am Samstag sein prominenter Sturmpartner Erling Haaland, der Knauff die passende Vorlage zu seinem Premierentreffer geliefert hatte. Der diesmal torlose Torjäger konnte es verschmerzen, dass er nach zwanzig Ligatoren diesmal nicht traf. Begeistert über die Kaltblütigkeit seines ein Jahr jüngeren Sturmpartners, drückte er, der nach zwanzig Bundesligatreffern in dieser Saison seit drei Spielen auf sein nächstes Tor wartet, Knauff stürmisch und vorsichtig zugleich zu Boden.

          Der zwanzig Jahre alte Norweger freute sich unbeschwert mit. Ein Bild, das viel über den nach der 1:2-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt vor einer Woche reanimierten Teamspirit verriet, der die Dortmunder in Manchester und Stuttgart beflügelt hat. Es spiegelte die Zuversicht, dass die Mannschaft ihre selbstgesteckten Saisonziele vielleicht doch noch erreichen kann – gegen alle Wahrscheinlichkeit.

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