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Woche der Wahrheit : Der BVB und die Angst vor der Selbsttäuschung

  • -Aktualisiert am

Fertigmachen zum Foto: Die Dortmunder hatten gegen Bielefeld ihren Spaß. Bild: EPA

Der dritte Sieg in Folge macht Borussia Dortmund zwar Mut – doch die Zweifel am Fortschritt schwingen mit. Zumal nun innerhalb von einer Woche gleich drei knifflige Aufgaben warten.

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          Endgültig klar war sich Mats Hummels am frühen Samstagabend noch nicht darüber, was vom jüngsten Leistungsaufschwung dieser seltsamen Mannschaft zu halten ist, in der er derzeit seinem Beruf als Fußballprofi nachgeht. Das 3:0 gegen Arminia Bielefeld war der dritte Sieg in Folge, das Team habe nach schwierigen Winterwochen „Mut und Selbstvertrauen“ entwickelt, sagte Trainer Edin Terzic.

          Bundesliga

          Aber solche Momente der Zuversicht gab immer wieder in den vergangenen Monaten. Und so formulierte Hummels überraschend nachdenkliche Worte in diesem Moment des Erfolges. Der BVB habe zuletzt zwar „ein bisschen zielorientierter, ein bisschen zielstrebiger und seriöser gespielt“, sagte der Abwehrspieler, „da ist auf jeden Fall eine Verbesserung zu erkennen“. Doch jetzt komme es darauf an, zu „beweisen, dass wir wirklich einen Schritt weiter sind“. Da schwangen Zweifel mit.

          Offensichtlich fürchtet er die alte Neigung zur Selbsttäuschung, der sich diese Mannschaft in der Vergangenheit immer wieder hingegeben hat. Im Spätsommer dachten einige Spieler noch, in dieser Saison sei ein enger Titelkampf mit dem FC Bayern möglich, jetzt können sie froh sein, wenn sie noch in die Champions League kommen. Früh in der Saison nahmen die Dortmunder an, sie hätten plötzlich eine extrem stabile Defensive, um anschließend einen Abwehrfehler an den nächsten zu reihen.

          „Noch lange nicht da, wo wir hinmüssen“

          Es gab Phasen, in denen das Team sich darauf zu verlassen schien, dass der großartige Erling Haaland in schlechten Spielen schon irgendwie die nötigen Tore schießt – all diese giftigen Gedanken führten zu einem Alltagsklima ohne die erforderliche Spannung. Das hat sich geändert. „Wir haben es geschafft, eine Trainingsatmosphäre zu schaffen, wo wir dahin kommen, dass wir diese Aktivität jeden Tag einfordern“, berichtete Terzic.

          Diese Attitüde erleichtert Siege in diesen wenig spektakulären Partien des Alltags, mit denen der BVB oft Probleme hatte. Gegen Bielefeld durchliefen sie zwar auch weniger starke Phasen, es passierten Fehler, die zu Gegentoren hätten führen können, aber die Intensität des Spiels war insgesamt sehr gut. „Die große ganze Einstellung ist wirklich viel besser geworden, aber wir sind noch lange nicht da, wo wir hinmüssen“, sagte Hummels. Mahmoud Dahoud (48. Minute), der wieder einmal sehr lebendige Jadon Sancho (58.) per Foulelfmeter und der eingewechselte Reinier (81.) hatten eine gute Leistung mit ihren Treffern zu einem klaren Sieg veredelt.

          Am Dienstag steht nun das brisante Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach und den künftigen Dortmunder Trainer Marco Rose bevor. Es folgen eine Reise zum FC Bayern sowie in der kommenden Woche das Rückspiel in der Champions League gegen den FC Sevilla. Motivationsprobleme sollte es an diesen großen Abenden nicht geben. Vielmehr wird sich hier zeigen, ob die Dortmunder unter Edin Terzic fußballerisch so gereift sind, dass der neue, etwas aktivere Stil nachhaltig funktioniert.

          Dahoud hatte viele gute Momente in dem Spiel gegen Bielefeld, machte aber auch einen Fehler, der zur größten Chance der Arminia durch Sergio Cordova führte (43.). Sancho nähert sich der Form seiner besten Zeit, Emre Can, Marco Reus und Mateu Morey werden immer besser, und auch Marvin Hitz stabilisiert sich. Der Torhüter spielte, obgleich Roman Bürki wieder gesund ist. Zwar ließ Terzic offen, ob Hitz dauerhaft den Vorzug vor seinem eidgenössischen Landsmann erhält, „das war die Entscheidung für heute, was es in der Zukunft gibt, wird man sehen“, erklärte der Trainer. Aber manches deutet darauf hin, dass endgültig eine Hierarchieverschiebung im Dortmunder Tor vorgenommen wurde.

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