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BVB-Geschäftsführer Watzke im Gespräch : „Unser Werk wird nie vollbracht sein“

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Lebensaufgabe in Schwarz und Gelb: Watzke vor dem Wappen Borussia Dortmunds Bild: REUTERS

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund spricht im F.A.Z.-Interview über Bayern München, Trainer Jürgen Klopp, die Champions League, reiche und stinkreiche Vereine - und seine Lebensaufgabe BVB.

          Sie haben jetzt die Chance, den BVB als den nächsten deutschen Sieger der Champions League anzukündigen - nur Mut!

          Wir gehören ja zu den zwei deutschen Klubs, die diesen Titel schon gewonnen haben, aber da halte ich mich jetzt mal schön zurück. Es gab ja auch noch nie einen Klub, der aus Topf vier heraus die Champions League gewonnen hat. Das wäre eine ganz große Nummer. Alle Teams in unserer Gruppe sind aktueller Landesmeister, drei haben schon die Champions League gewonnen. Real Madrid und Manchester City haben wirtschaftlich ganz andere Möglichkeiten als wir. In so einer Gruppe werden Helden geboren. Wir wollen weiterkommen!

          Welche Reaktion erwarten Sie eigentlich von Jürgen Klopp, wenn Sie mal so richtig auf den Putz hauen würden - nach dem Motto: „Von wegen mia san mia - die Nummer eins sind wir!“

          Er hätte außerhalb des Rahmens unserer Freundschaft ja keine Möglichkeiten, mich zur Rechenschaft zu ziehen. Aber wir sind beide spontane Menschen, Jürgen hat auch schon ein paar Dinge gesagt, wo ich ihm zur Seite gesprungen bin. Er würde versuchen, aus der Situation noch das Beste zu machen - aber das wird mir nie passieren.

          Und wenn Hoeneß, Rummenigge und Breitner das Dortmunder Understatement für lächerlich und unglaubwürdig halten, dann behaupten Sie nur, das interessiere Sie nicht. Das glaubt Ihnen doch auch niemand.

          Die Bayern sorgen doch selbst immer wieder dafür, dass ich recht habe. Es muss doch erlaubt sein, darauf hinzuweisen, dass wir uns weiterhin in unterschiedlichen Sphären bewegen. Bayern hat mit dem Martínez-Transfer, den ich sehr begrüße, weil er der Liga guttut, in diesem Jahr 70 Millionen Euro aufgewendet. Wir liegen saldiert bei null. Wir sind sportlich sicherlich ernst zu nehmen, aber wirtschaftlich trennen uns noch einige Dinge. Wenn es uns gelingen sollte, dass wir wie die Bayern mehr als 300 Millionen Umsatz machen und mehr als 100 Millionen Gehalt für die Mannschaft zahlen - dann werde ich jedes Jahr verkünden: Wir wollen deutscher Meister werden! Solange wir das nicht geschafft haben wie die Bayern, werden wir die Herausforderer sein, ganz einfach. Deswegen ist es legitim, dass Bayern sich immer den Titel zum Ziel setzt. Aber sie sollten auch verstehen, warum wir das nicht machen.

          Wann kommen Sie an die 300 Millionen Umsatz?

          Ich neige nicht dazu, permanent zu träumen. Fakt ist aber: Wir sind bei 89 Millionen Euro vor sieben Jahren gestartet und sind jetzt bei 215 Millionen - da schließe ich zumindest nicht aus, dass wir auch die 300 Millionen schaffen.

          Warum gelingt es den Bayern nicht, auf rhetorischer Ebene mit Dortmund in den Zweikampf zu kommen?

          Weil wir diesen Zweikampf nicht führen. Wir sind in Dortmund dem Fußballphilosophen Adi Preißler verpflichtet. Der hat erkannt, dass die Dinge auf dem Platz entschieden werden. Ich würde mir als Vereinschef auch wünschen, dass ich mit der Kraft meiner Worte Spiele beeinflussen kann. Aber ich glaube das nicht einmal im Ansatz.

          Die Bayern schon.

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