https://www.faz.net/-gtm-72l7n

BVB-Geschäftsführer Watzke im Gespräch : „Unser Werk wird nie vollbracht sein“

  • Aktualisiert am

In der Nationalelf tun sich die BVB-Spieler bisher schwer. Warum gelingt die Blockbildung zwischen Borussen und Bayern nicht - haben wir es mit einem Kampf der Fußballkulturen zu tun, die nicht zueinanderpassen?

Man muss konstatieren: Bayern und die Borussia spielen einen sehr unterschiedlichen Fußball. Und man kann mit einer Bayern-geprägten Nationalelf nicht Dortmunder Fußball spielen - umgekehrt funktioniert das auch nicht. Joachim Löw wird versuchen, das kompatibel zu gestalten. Das ist möglich. Die Spanier schaffen es mit ihren Spielern aus Madrid und Barcelona ja auch, obwohl sich auch da die Spielstile sehr unterscheiden. Aber bisher haben ja kaum Dortmunder gespielt.

Die Dortmund-Fraktion dürfte neben Hummels nun mit Götze und Reus sicher größer werden.

Davon gehe ich auch aus. Ich sehe aber auch, dass Schmelzer eine gute Chance hat. Wenn Lahm im Verein rechts spielt, dann weiß ich nicht, ob es sinnvoll ist, ihn in der Nationalelf immer links spielen zu lassen. Wenn man drei oder vier Dortmunder Spieler dabei hat, ist das für die Nationalelf natürlich schon ein anderes Thema, wie gespielt wird. Aber du kannst eben nicht mit acht Bayern-Spielern einen anderen Fußball spielen, als sie ihn im Klub spielen. Das weiß der Bundestrainer aber auch besser als alle anderen.

Dortmunder Dreierkette: Watzke (im Foto rechts), Manager Michael Zorc (links) und Trainer Jürgen Klopp

Ist Dortmund durch seine besondere Spielweise auch besonders von Trainer Klopp abhängig?

Jürgen wird Minimum noch vier Jahre hier sein, da mache ich mir wenig Sorgen. Aber Tatsache ist, dass unsere erfolgreiche Spielweise sehr von ihm geprägt ist - das unterscheidet auch einen guten von einem weniger guten Trainer. Es kommt ja öfter in Vereinen vor, dass der Stil des alten Trainers gespielt wird, obwohl der neue längst da ist.

Sie spielen doch nicht etwa auf den FC Bayern an?

Nein, um Gottes willen. Aber grundsätzlich ist es so. Wir haben in Dortmund auch einst noch lange versucht, weiter Ottmar-Hitzfeld-Fußball zu spielen - sehr zum Verdruss seines Nachfolgers.

Ihnen dürfte nicht entgangen sein, dass in der Liga - bei allen Komplimenten - hinter vorgehaltener Hand von einer schwarz-gelben Sekte gesprochen wird, die Klopp um sich geschaffen habe.

Das Wort Sekte ist negativ besetzt und in diesem Zusammenhang totaler Quatsch. Ich würde von einer gelebten Gemeinschaft sprechen, die sich einen Werte- und Verhaltenskodex gegeben hat. Wer der Meinung ist, dass er nach alter Väter Sitte jeden zweiten Tag zeigen muss, was er für ein Egoist ist, und daraus eine Führungsspielerrolle ableitet, der würde bei uns nicht funktionieren. Wir sind der Meinung, dass es nützlich ist, dem Spieler freundschaftlich verbunden zu sein, damit er, wenn er an die Führungskräfte im Klub denkt, ein positives Gefühl hat. Und wir behandeln Kontroversen intern. Das sind unsere Grundregeln. Wer sich da einordnen kann, hat gewisse Rechte, und so werden Sie nie erleben, dass wir einen solchen Spieler öffentlich in Grund und Boden stampfen.

Bei Ihnen wird also Klopp nicht sagen: Der Watzke ist ein guter Chef, aber wenn er ein sehr guter Chef wäre, dann hätten wir die Champions League gewonnen?

Weitere Themen

„Das war nett“

BVB-Sensation Erling Haaland : „Das war nett“

Erling Haaland begeistert auch bei seinem Heimdebüt in Dortmund: Nach seiner Einwechslung erzielt er drei Treffer. Die Borussia wähnt sich auch deshalb auf einem guten Weg. Nur Torhüter Bürki übt Kritik am Norweger.

Topmeldungen

Wegbereiter eines großen Erfolgs: Almamy Toure (Mitte) lässt sich von Timothy Chandler feiern.

2:0 gegen Leipzig : Frankfurt stoppt den Tabellenführer

Ein Sieg wider die Gerechtigkeit: Die Frankfurter Eintracht besiegt das lange überlegene Team von RB Leipzig dank einer Leistungssteigerung in Halbzeit zwei. Touré ebnet den Weg. Und der Spitzenreiter stolpert.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.