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BVB-Geschäftsführer Watzke im Gespräch : „Unser Werk wird nie vollbracht sein“

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Das ist ja eine berechtigte Frage, aber im vergangenen November hat es trotz Champions League gereicht, in München 1:0 zu gewinnen. Wenn man das sorgfältiger analysiert, dann müsste einem auffallen, dass wir im Jahr unserer ersten Meisterschaft in der Hinrunde auch international gespielt haben, unter anderem gegen Paris St.-Germain und Sevilla. In dieser Phase unserer ersten Meister-Saison haben wir 43 Punkte geholt, jetzt, beim zweiten Titelgewinn, waren es in der Rückrunde 47 Punkte ohne internationale Belastung. Der Nachweis, dass wir nur ohne internationalen Fußball in der Bundesliga erfolgreich sein können, ist daher nicht erbracht. Ich glaube: Der Effekt der Champions League auf unsere Leistung in der Liga wird nicht groß sein.

Spüren Sie die Angst der Bayern, dass es Ihnen gelingen könnte, jahrelang auf Augenhöhe zu stehen?

Ich beschäftige mich nicht mit den vermeintlichen Ängsten anderer. In den Siebziger Jahren war für jeden erkennbar, dass die finanzielle Basis von Gladbach langfristig zu schwach sein würde. Da konnten die Bayern abwarten. Wirtschaftlich haben wir hingegen schon jetzt die Möglichkeiten, im Misserfolg antizyklisch zu reagieren. Misserfolg wäre für uns, wenn wir keinen internationalen Wettbewerb erreichen. Dann hätten wir eine Menge falsch gemacht.

Planer und Stratege: Der BVB sei wirtschaftlich nicht auf die Champions League angewiesen, sagt Watzke

Wie viele Jahre kann der BVB ohne internationalen Wettbewerb auskommen?

Wir könnten mit dieser Mannschaft drei Jahre Euro League spielen, das wäre kein Problem. Wenn wir gar nicht international spielen würden, müssten wir Abstriche machen, aber die wären nicht gravierend. Wir sind auf die Champions League wirtschaftlich nicht angewiesen. Wir haben extrem lange Verträge mit unseren Sponsoren abgeschlossen, das gibt uns Planungssicherheit.

Sind Sie so gut - oder bleibt die Konkurrenz weit unter ihren Möglichkeiten?

In der Liga fallen mir sechs, sieben Vereine ein, die ganz andere Möglichkeiten haben als wir aus einer mittleren Großstadt ohne großen Konzern im Hintergrund.

Wo sehen Sie den BVB im europäischen Ranking?

Es gibt praktisch keinen großen Verein mehr, der keiner Metropole entstammt, da gehören wir mit 580.000 Einwohnern nicht dazu. Dieser Scheich, der jetzt sein Geld bei Paris St.-Germain ausgibt, ist ja auch nicht dorthingegangen, weil Paris seit Jahren so tollen Fußball spielt, sondern weil Paris eben Paris ist. Aber merkwürdig finde ich, dass der deutsche und der französische Meister jetzt bei der Auslosung in Topf vier waren. Es würde der Attraktivität der Champions League mehr Rechnung tragen, wenn man die vier großen Ligen mit größerem Respekt behandeln würde. Wirtschaftlich sind wir sicher unter den besten zwanzig, wir wünschen uns, unter die Top Ten zu kommen. Sportlich ist das schwierig einzuschätzen, weil jeden Tag neue Player ins Spiel kommen, die irgendwo ihr Geld rausfeuern. Paris, Manchester City - du musst immer damit rechnen, dass irgendwo so etwas passiert. Wenn Financial Fairplay kommt und konsequent angewendet wird, haben wir die Chance, auch sportlich unter die Stärksten in Europa zu kommen. Wenn aber die Alternative ist, für das Achtelfinale 20 Millionen Schulden aufzunehmen, würde ich es nicht machen.

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