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BVB-Geschäftsführer Watzke : „Über vieles aus dem Süden lache ich herzhaft“

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Geschäftsführer Watzke: „Wenn man das zehn Jahre voller Leidenschaft macht und sich diesem immensen Druck aussetzt, ist das schon ein mörderischer Job“ Bild: dpa

Marco Reus halten, jedes Jahr zehn Millionen Euro mehr Umsatz machen, nur den eigenen Weg gehen: Der Fußball-Manager äußert im F.A.Z.-Interview klare Ziele. Und kommentiert den Dauerstreit mit den Bayern.

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          Kurz vor dem Saisonstart der Fußball-Bundesliga hat Borussia Dortmund zwei weitere strategische Partner gewonnen. Was erwarten Sie außer Geld von einem Großaktionär?

          Ein solcher Investor muss zuerst einmal mitteleuropäische Standards vorweisen, was Ethik und soziale Kompetenz angeht. Mindestens genauso wichtig ist der zweite Punkt: Ein strategischer Partner muss neben seinem Engagement als Aktionär langfristig ein großes Sponsoringvolumen bei Borussia Dortmund abdecken. Um es mal ganz plakativ zu sagen: Wir wollen keine Heuschrecken, keine Fonds und auch keine Scheichs. Wir sind sowieso nicht der klassische Kandidat für einen Scheich, der Scheich will ja die komplette Macht, die kann er bei uns eh nicht kriegen. Wir brauchen Partner, die nicht allein wegen der Rendite daran interessiert sind, dass wir Erfolg haben. Deshalb sind wir froh, in Evonik, Puma und Signal Iduna passende Partner gefunden zu haben.

          Unterstellt, alle neuen Aktien werden erfolgreich plaziert und der BVB erlöst gut 114 Millionen Euro: Planen Sie dann den vielzitierten Angriff auf den deutschen Marktführer Bayern München? Oder geht es eher darum, Verfolger wie Leverkusen, Wolfsburg und Schalke weiter auf Distanz zu halten?

          Für einen Angriff auf die Bayern sind die Beträge viel zu niedrig, um die es bei der Kapitalerhöhung geht. Das ist doch Unsinn. Wir gehen ausschließlich unseren eigenen Weg. Wenn wir jedes Jahr solche Summen zusätzlich einnehmen würden, dann könnte man ernsthaft darüber reden. Aber hier geht es ja um einen einmaligen Effekt. Uns bewegen mehrere Themen. Erstens wollen wir unsere Finanzverbindlichkeiten von derzeit vierzig Millionen Euro, die wir aufgrund der Stadionfinanzierung noch haben, vorzeitig auf null zurückfahren. Es wäre schon schön, Borussia Dortmund nach mehr als hundert Jahren mal wieder frei von jeglicher Finanzschuld zu sehen. Wir finden es spannend, etwa das Geld, das wir derzeit für Zins und Tilgung aufwenden, also fünf bis sechs Millionen Euro, künftig in die Mannschaft stecken zu können. Zum zweiten wollen wir durch Investitionen, in die Mannschaft, aber auch in die Infrastruktur, nachhaltiges Wachstum von innen heraus schaffen. Das ist uns ganz wichtig. Aus diesem Wachstum wollen wir die Steigerung des Gehaltsbudgets finanzieren. Natürlich wollen wir auch den Nachwuchsbereich weiter professionalisieren. Und ein prall gefülltes Festgeldkonto kann ja auch nicht schaden, wie man weiß.

          Wo sehen Sie noch Potential?

          Wir versuchen auf allen möglichen Geschäftsfeldern Impulse zu setzen. Wir haben für acht Millionen Euro die Fanwelt gebaut, davon versprechen wir uns Zuwächse im Merchandising, und die Umsätze der ersten Wochen sind ehrlich gesagt mehr als nur vielversprechend. Außerdem beabsichtigen wir, nach und nach verschiedene Bereiche des Signal Iduna Parks zu modernisieren. Zudem gehen wir nach Südostasien. In Singapur werden wir im Oktober eine Repräsentanz eröffnen, um auch in der Auslandsvermarktung zu wachsen.

          Kann der BVB mittelfristig zu den führenden europäischen Klubs aufschließen?

          Borussia Dortmund ist nach einer längeren Pause ja erst seit einigen Jahren wieder europäisch vertreten. Wir brauchen zehn Jahre Kontinuität in der Champions League, um uns im europäischen Geschäft nachhaltig zu etablieren und allmählich näher an die ganz großen Klubs heranzurücken. Vereine wie Real Madrid, FC Barcelona oder Manchester United sind uns noch weit voraus. Manchester United etwa hat einen Ausrüstervertrag über fast 950 Millionen Euro abgeschlossen, das ist Ausfluss dessen, was dieser Verein in England, aber auch im Ausland darstellt. Von solchen Dimensionen sind wir noch weit entfernt, aber das sind alle anderen auch.

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