https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/bvb-gegen-tsg-borussia-dortmund-besiegt-hoffenheim-in-bundesliga-17711028.html

Sieg gegen TSG Hoffenheim : Eine durchschnittliche Leistung reicht dem BVB

  • -Aktualisiert am

Traf zum zwischenzeitlichen 2:1: Dortmunds Marco Reus Bild: EPA

Nach der Blamage im DFB-Pokal kommt Borussia Dortmund in der Liga zurück: Gegen die TSG Hoffenheim schafft der BVB zumindest zeitweise klare Verhältnisse. Kurz vor Schluss wird es aber nochmal brenzlig.

          3 Min.

          Borussia Dortmund hat am Samstagnachmittag nach dem Pokalausrutscher beim FC St. Pauli wieder in die Bundesligaspur gefunden. Mit viel Fortüne und der größeren Kaltblütigkeit im Ausnutzen der wenigen eigenen Torgelegenheiten siegte der Tabellenzweite der Bundesliga bei der nach zuvor sechs Heimsiegen und einem Remis von Rang vier auf Platz sechs zurückgefallenen TSG 1899 Hoffenheim 3:2 nach den Toren von Haaland (6. Minute), Reus (58.) und einem Eigentor von Raum (67.) bei Gegentreffern von Kramaric (45.+1) und Rutter (77.).

          Bundesliga

          „Es war ein Sieg der Effektivität“, sagte Kapitän Marco Reus über den glücklichen Sieg. Da Tabellenführer Bayern München erst an diesem Sonntag bei Hertha BSC in Berlin antritt, verkürzte der BVB den Abstand zum Meister vorerst auf drei Punkte – nach einer Leistung, die nur phasenweise überzeugte. Was die fleißig ackernde Borussia aber der stets bemühten und nach Torschüssen (14:3) deutlich stärkeren TSG voraus hatte, war allein die Kaltblütigkeit im Abschluss.

          „Wir müssen es hinkriegen, dass wir an nicht so guten Tagen keine einfachen Gegentore zulassen, das war heute schon mal ein guter Schritt“, beschrieb Innenverteidiger Manuel Akanji die Dortmunder Selbstverteidigungsstrategie an Tagen wie diesem, an denen eher der Herausforderer Hoffenheim hätte gewinnen müssen. In Dortmund hatte die 1:2-Pokalniederlage beim Zweitligatabellenführer FC St. Pauli wieder einmal am Selbstwertgefühl gerüttelt und aufs Neue die an diesem Standort längst rauf und runter diskutierte Mentalitätsfrage auf die Tagesordnung gesetzt. Trainer Marco Rose hatte daraus den naheliegenden Schluss gezogen: „Wir müssen nachhaltiger und konstanter werden.“

          Guter Start für Dortmund

          Was in den Bundesligaspielen zuletzt zum Standardrepertoire des Tabellenzweiten gehört hatte. Beim Tabellenvierten Hoffenheim hatten sie sich bei der 1:4-Heimschlappe im Pokalachtelfinale gegen den badischen Klassenrivalen SC Freiburg nicht lange aufgehalten. „Das passiert eben mal“, kommentierte Trainer Sebastian Hoeneß das Malheur vom Mittwochabend. Im selben Atemzug hielt er drei Tage vor dem Ligaspitzenspiel gegen den BVB soviel fest: „Das wird uns nicht umwerfen.“

          Neues Spiel, neues Glück also: Daran hatten beide Teams vor dem Duell in der Sinsheimer Arena geglaubt. Und es ging auch sogleich gut los für den Tabellenzweiten, der seine beste Kombination während der ersten Hälfte zum 1:0 nutzte, als Haaland nach Malens Zuspiel aus kurzer Torentfernung das 1:0 erzielte. Danach aber verlor sich das Offensivspiel der Westfalen mehr und mehr – auch weil die Mannschaft eingedenk der schlechten Erfahrungen in Hamburg vor allem auf die Defensivarbeit Wert legte.

          Hoffenheim haderte danach mit einem Pfostenkopfball von Rutter (11.), der Kobel noch die Chance ließ, den Ball abzuwehren. Ein weiterer Kopfball von Richards (23.) touchierte die Latte. Den allemal verdienten Ausgleich leitete der sonst als Stürmer, diesmal als rechter Mittelfeldspieler aufgebotene Bebou mit einer Seitenverlagerung von rechts nach links ein, als seine Vorlage den freistehenden Kroaten Kramaric erreichte, der kurz vor der Pause mit einem Volleyschuss das überfällige 1:1 gegen minütlich anfälliger anmutende Dortmunder erzielte. Es war der dritte Saisontreffer und das hundertste Pflichtspieltor des Andrej Kramaric für den Klub, in dem er sich seit 2016 geborgen fühlt.

          Haaland vorzeitig ausgewechselt

          Ein anderer Spieler der Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß wurde am Samstagnachmittag schon bei der Bekanntgabe der Mannschaftsaufstellung mit warmem Applaus begrüßt: Kapitän Benjamin Hübner stand nach eineinhalb Jahren, in denen er statt zu spielen Verletzungen auskurieren musste, erstmals wieder in der Startelf und präsentierte sich sogleich als der „absolute Wettkampftyp“, den Hoeneß zu Recht in ihm sieht.

          Hoffenheim machte das Spiel – und das nach dem Wechsel noch zwingender als zuvor. Das nächste Tor aber kam den Dortmundern zugute. Reus vollendete mit einem knackigen Schuss hoch ins linke Toreck die zweite sehenswerte Offensivaktion der Westfalen, die aufs Neue der starke Malen eingeleitet hatte.  Beim BVB musste nach rund einer Stunde der augenscheinlich mit Leistenschmerzen kämpfende Haaland vorzeitig den Platz räumen. Für ihn kam der defensive Mittelfeldspieler Witsel – ein Indiz dafür, dass Dortmund noch mehr auf die eigenen Abwehrkräfte setzte?

          Erst mal nicht, nachdem Nationalspieler David Raum, der am Freitag seinen Vertrag mit der TSG um ein Jahr bis 2026 verlängert hatte, Malens scharfe Hereingabe ins eigene Tor lenkte. 1:3, das war ein deutlicher Hinweis auf den Ausgang des Spiels, obwohl Rutter noch das 2:3 erzielte (77.). Ein letztes Mal im Glück war der BVB, als Rudys Fachschuss sein Ziel nur um Zentimeter verfehlte (89.).

          Ging das Dortmunder Spiel beim FC St. Pauli nach einer unterdurchschnittlichen Leistung verloren, reichte diesmal ein durchschnittlicher Auftritt zu einem glücklichen Sieg, der aber, und das war den Dortmundern am wichtigsten, mit einer passenden Mentalität beglaubigt wurde.

          Weitere Themen

          Stiller Winter

          FAZ Plus Artikel: Menschenrechtslage in China : Stiller Winter

          Während der Winterspiele log China die Welt hinsichtlich der Verbrechen an den Uiguren und anderen Muslimen an. Die Sportwelt schwieg, auch nach den Spielen – egal, was aus chinesischen Lagern nach Außen dringt.

          Topmeldungen

          Eine Anwohnerin betritt ihr durch Beschuss zerstörtes Haus in Borodyanka, Ukraine.

          Weltwirtschaftsforum : So viel Unsicherheit war selten

          Olaf Scholz hat in Davos die Vision einer multipolaren Weltordnung skizziert. Darin gehen wirtschaftlicher und technischer Fortschritt Hand in Hand mit Gleichberechtigung und Respekt. Doch die Realität sieht häufig anders aus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          Fahrradhelm
          Fahrradhelme im Test
          Baufinanzierung
          Erhalten Sie Ihren Bauzins in 3 Minuten
          Spanischkurs
          Lernen Sie Spanisch