https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/bvb-gegen-eintracht-frankfurt-als-kleiner-bundesliga-gipfel-17273242.html

Dortmund gegen Frankfurt : Das kleine Gipfelduell der Bundesliga

André Silva ist derzeit einer der erfolgreichsten Torschützen der Bundesliga. Bild: AFP

Bevor sich Leipzig und die Bayern zum Topspiel treffen, schaut die Liga nach Dortmund, wo die Eintracht im Kampf um die Champions League antritt. Es ist auch das Duell der zweitbesten Torjäger.

          2 Min.

          Die Bilanz ist verheerend. Für den Start in den „Monat der Wahrheit“, wie Eintracht-Trainer Adi Hütter die Herausforderungen im April bezeichnet hat, ist der Blick zum kommenden Gegner nach Dortmund wenig verheißungsvoll. Bundesligaspiele im größten deutschen Fußballstadion weisen seit vielen Jahren schon eine Regelmäßigkeit auf: Für die Eintracht sind sie beim BVB allesamt verlorengegangen.

          Bundesliga
          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          0:4, 1:3, 2:3, 1:3, 1:4, 0:2, 0:4, 0:3, 1:3. Nichts zu holen tief im Westen. Der letzte Auswärtssieg einer Frankfurter Mannschaft datiert vom 7. Februar 2010. Damals gab es tatsächlich einen 3:2-Erfolg – mit Spielern wie Torwart Oka Nikolov, Kapitän Christoph Spycher und Torjäger Alexander Meier.

          Die Protagonisten der Gegenwart heißen Kevin Trapp, Makoto Hasebe und André Silva. Ein Trio, das im Verbund mit dem Rest des Teams bislang eine beeindruckende Saison gespielt hat. Selbst wenn die Hütter-Elf am Karsamstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) auch die zehnte Partie in Serie in Dortmund verlieren sollte: Sie bleibt Tabellenvierter. Der Vorsprung vor dem seit Wochen aufholenden BVB beträgt aktuell vier Punkte. Die Champions League – sie ist weiterhin zum Greifen nah.

          Die zweitbesten Bundesligastürmer

          Vieles rund um die Eintracht ist noch ungewiss, nur eines nicht: Hasebe ist am Samstag nicht dabei. Der Japaner fehlt gesperrt. Dafür drängt es den zuletzt verletzten Erik Durm zurück in die Startelf. Martin Hinteregger wiederum wird weiter fehlen. Er werde „sicher nicht spielen in Dortmund“, sagte Trainer Adi Hütter am Donnerstag: „Er hat noch nicht mit der Mannschaft trainiert, er ist in der Reha. Es wird auch ein Wettlauf mit der Zeit fürs nächste Spiel gegen Wolfsburg. Wir dürfen kein Risiko eingehen.“

          Das Spiel der Eintracht ist auch der Vergleich der beiden zweitbesten Bundesligastürmer. Sowohl André Silva als auch Erling Haaland haben bislang 21 Tore erzielt – jeweils 14 weniger als Bayern-Angreifer Robert Lewandowski. Während der Portugiese für die Frankfurter zumeist filigran erfolgreich war, sind die Erfolgserlebnisse des Dortmunder Norwegers von Wucht begleitet.

          Silva ist in seinem Spiel geschmeidiger als Haaland. Beide eint ihre seit Wochen starke Form. Auch und vor allem dank ihrer Tore kommt es am Karsamstag im Duell des Tabellenvierten beim aufbegehrenden Fünften zu einem weiteren Topspiel dieses 27. Spieltags, an dem viele Blicke am Abend nach Leipzig gehen dürften, wo RB Meister FC Bayern München zum Gipfeltreffen empfängt.

          Beim Bestreben, die ernüchternde Negativserie Frankfurter Auswärtsspiele in Dortmund endlich zu beenden, hat sich Daichi Kamada abermals als torgefährlicher Spieler empfohlen. Beim leicht herausgespielten 14:0 in der Weltmeisterschafts-Qualifikation gegen die Mongolei traf Kamada für Japan zum zwischenzeitlichen 3:0. Es war sein drittes Tor im zehnten Länderspiel.

          Auch die beiden Serben Filip Kostic und Luka Jovic kommen mit einem Erfolgserlebnis bei ihrem Nationalteam zurück nach Frankfurt. Das 2:1 gegen Aserbaidschan war der zweite Sieg im zweiten WM-Qualifikationsspiel. Tore des Duos gab es nicht – und auch nicht von Silva, der beim 3:1 in Luxemburg nur auf der Bank saß. Am Karsamstag, beim kleinen Gipfelduell BVB gegen Eintracht, wird Silva wieder mittendrin sein. Die Eintracht braucht die Tore des Portugiesen.

          Hütter weist Spekulation um Gladbach-Wechsel zurück

          Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter hat Gerüchte um einen Wechsel zum Fußball-Bundesligakonkurrenten Borussia Mönchengladbach eine Absage erteilt. „Ich kann bestätigen, dass ich zu dem, was ich mal gesagt habe, stehe“, sagte der 51 Jahre alte Österreicher am Donnerstag als Reaktion auf einen Bericht der „Bild“-Zeitung vom gleichen Tag. Für ihn sei das Allerwichtigste, dass man gemeinsam ein großes Ziel habe und um etwas spiele, was Frankfurt noch nie erreicht habe: Die Champions League.

          Die Eintracht spielt am Samstag in Dortmund. „Das ist eine schwere Aufgabe und für mich das aktuell Wichtigste“, betonte Hütter, der noch einen Vertrag bis Mitte 2023 am Main hat. „Soll ich jeden zweiten, dritten Tag mich hinstellen und etwas kommentieren oder dementieren. Ich bin 100 Prozent fokussiert auf unsere Aufgabe.“ Als vor rund vier Wochen schon einmal über einen Wechsel zu Gladbach spekuliert wurde, hatte er gesagt: „Ich bleibe.“

          Die volle Konzentration gelte nun dem Spiel beim BVB, der die vergangenen neun Heimspiele gegen die Frankfurter gewonnen hatte. „Wir wollen auf Sieg spielen und die Chance nutzen, einen wichtigen Gegner auf Distanz zu halten“, sagte Hütter vor dem Zweikampf um den Einzug in die Königsklasse. Die Dortmunder liegen mit vier Punkten Rückstand hinter den Hessen auf Tabellenrang vier. (dpa)

          Weitere Themen

          „Es saugt dich aus“

          Große Sorgen bei Brasilien : „Es saugt dich aus“

          Brasilien gilt bei der Fußball-WM in Qatar als einer der großen Favoriten auf den Titel. Nach einer Niederlage zum Abschluss der Gruppenphase aber klagt der Trainer sehr – und das hat nichts mit dem Ergebnis zu tun.

          Topmeldungen

          Ausnahmsweise ohne Buch in der Hand: Buschmann im Sommer bei der Kabinettsklausur in Meseberg

          Die zwei Justizminister : Wer ist Marco Buschmann?

          Fußnoten-Liebhaber und Musikproduzent: Justizminister Buschmann pflegt eine widersprüchliche Selbstinszenierung. Wenn es um seine Überzeugungen geht, ist vom braven Aktenmenschen aber nicht mehr viel übrig. Dann kämpft er hart.
          Französischer Doppeldecker über einer Industrieanlage im Ruhrgebiet: Die Besetzung wegen ausstehender Reparationszahlungen an die Siegermächte des Ersten Weltkriegs begann im Januar 1923 und dauerte bis 1925.

          Das Jahr 1923 : Das Weimarer Doppelgesicht

          Ruhrbesetzung, Hitler-Putsch, linke Umsturzpläne, nationalkonservative Attacken, Hyperinflation: Die Weimarer Republik überstand 1923 einige Gefahren. Fünf neue Bücher widmen sich diesem Jahr.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.