https://www.faz.net/-gtm-9zqf9

Vor Duell mit FC Bayern : Neue Sorgen für den BVB

  • Aktualisiert am

Musste vom Feld: Mats Hummels (Mitte, links) beim Spiel gegen Wolfsburg Bild: dpa

Sechs Siege nacheinander, neun Siege in zehn Rückrunden-Spielen: Mit dieser Empfehlung fordert Borussia Dortmund jetzt den FC Bayern heraus. Aber es gibt auch Probleme.

          2 Min.

          Auf einen Dortmunder Spieler muss der FC Bayern München am Dienstagabend offenbar besonders gut aufpassen. Das ist nicht Mario Götze, der den BVB nach dieser Saison verlassen muss. Und auch nicht Mats Hummels, dessen Einsatz im Topspiel der Fußball-Bundesliga (Dienstag, 18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) zwar wahrscheinlich, aber noch nicht sicher ist. Es geht nach Lage der Dinge um den Portugiesen Raphaël Adelino José Guerreiro, der bei einem gerade in Dauerschleife siegenden Bayern-Herausforderer extra auffällt. Nach zwei Toren im Derby gegen Schalke 04 schoss der Außenverteidiger auch den wichtigen Führungstreffer beim 2:0 (1:0)-Sieg beim VfL Wolfsburg.

          Bundesliga

          Guerreiro ist das, was man im modernen Fußball ein Schnäppchen nennt. Zwölf Millionen Euro zahlte Borussia Dortmund vor vier Jahren für den Europameister von 2016 an den FC Lorient. Für diese Summe hätte man zumindest vor der Corona-Krise nicht einmal ein halbes Bein von Cristiano Ronaldo bekommen. „Rapha spielt einfachen Fußball“, sagte Lucien Favre nach dem Wolfsburg-Spiel. Ein größeres Kompliment kann man von einem etwas verkopften Trainer wie ihm kaum kriegen.

          Auf die Tore aus der zweiten Reihe ist der Bayern-Rivale allerdings auch angewiesen, wenn es in der ersten Reihe mehr und mehr hinkt. Kapitän Marco Reus ist seit Februar verletzt. Der Schlüsselspieler Axel Witsel fehlte nach dem Schalke-Spiel auch an diesem Samstag in Wolfsburg. Jadon Sancho saß wegen seines Trainingsrückstands in beiden Partien jeweils mehr als eine Stunde auf der Bank. Und Mats Hummels musste in der Volkswagen Arena von Emre Can abgelöst werden. Der eine (Hummels) konnte wegen Achillessehnen-Beschwerden nicht mehr weiterspielen. Der andere (Can) übernahm nach gerade überstandener Muskelverletzung dessen Job im Abwehrzentrum.

          Das passt nicht zusammen

          Auf den ersten Blick passt das nicht zusammen. Der BVB hat einen Lauf in diesem Frühjahr. Er gewann schon die letzten vier Ligaspiele vor der Saisonunterbrechung und jetzt auch die ersten beiden danach. Von 30 bislang vergebenen Punkten in der Rückrunde holten die Dortmunder 27 und setzen den Tabellenführer aus München damit unter Druck. Trotzdem brach der Borussia in dieser erfolgreichen Zeit ein Teil ihrer Achse weg und die Frage ist nun: Reicht es in dieser Besetzung auch für einen Sieg gegen die Bayern? Kann man den „deutschen Clasico“ mit einer Reihe hochveranlagter Teilzeitkräfte gewinnen?

          Manuel Akanji glaubt: Ja. Der Schweizer Nationalspieler verteidigt in der neuen Dreierabwehrreihe des BVB und weiß deshalb aus eigener Erfahrung, dass sich die defensive Organisation und die Gegentorquote seiner Mannschaft seit dem 3:4 in Leverkusen Anfang Februar erheblich verbessert hat. „Der Schlüssel ist, dass die gesamte Mannschaft gut verteidigt“, sagte der 24-Jährige. „Wir lassen kaum Chancen zu. Und wir wissen, dass wir immer ein Tor machen können. Ich hoffe, das klappt am Dienstag gegen die Bayern auch.“

          Hinzu kommt: Mats Hummels ist zuversichtlich, bis zum Dienstagabend wieder fit zu sein. „Hummels selbst äußerte sich am Abend optimistisch, im Spitzenspiel gegen den FC Bayern München mitwirken zu können“, hieß es nach dem Wolfsburg-Spiel auf der BVB-Homepage.

          Auch eine Rückkehr von Axel Witsel und ein Startelf-Comeback von Jadon Sancho halten die Dortmunder für möglich. „Er trainiert erst seit zehn Tagen wieder mit der Mannschaft. Das ist nicht viel“, sagte Favre über den 20 Jahre alten Engländer, der am Samstag nach seiner Einwechselung den zweiten Treffer durch Achraf Hakimi (78.) vorbereitete. Trotzdem, so Favre, „kann er länger spielen als heute“.

          Für Mario Götze gilt das in der Theorie auch. In der Praxis aber kommt der Weltmeister von 2014 aktuell nicht einmal mehr zum Einsatz, wenn sein Trainer fünfmal auswechseln darf oder so viele Offensivkräfte schonen muss. In der Konsequenz werden sich der Verein und sein einstmals größter Hoffnungsträger nach dieser Saison trennen, an einer Verlängerung des auslaufenden Vertrags haben beide Seiten kein Interesse. Der 27 Jahre alte Götze ging einst mit lautem Getöse von Dortmund nach München und kehrte nur drei Jahre später für immer noch viel Geld zurück. Beim Duell beider Vereine an diesem Dienstag wird er aber wohl keine Rolle mehr spielen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ärger in der Formel 1 : Hat Ferrari etwa geschummelt?

          Charles Leclerc verblüfft sich selbst mit Platz zwei in Österreich. Denn der Leistungsabfall des Ferrari im Vergleich zu 2019 ist beträchtlich. Die verärgerten Gegner sind sich sicher, dass es nicht mit rechten Dingen zuging.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.