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Bundesliga-Spitzenreiter : Dortmunds Watzke stichelt gegen die Bayern

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„Wenn ich mir vorstelle, Borussia Dortmund würde mal in Mint oder so auflaufen – da kriege ich Brechreiz“: Hans-Joachim Watzke. Bild: dpa

Die Stimmung beim Spitzenreiter ist bestens. Der BVB will sich kein Limit mehr bei Transfers setzen. Und Geschäftsführer Watzke kann sich einen Seitenhieb auf die kriselnden Münchner nicht verkneifen.

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          Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vom Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund sieht bei Transfers keine finanziellen Grenzen für seinen Klub. „Wenn wir 100 Millionen Euro einnehmen, können wir auch sehr, sehr viel Geld ausgeben. Was das angeht, setzen wir uns kein Limit“, sagte Watzke in der „Bild“-Serie „Mein Verein in fünf Jahren“. Die absolute Zahl sei für ihn „nicht entscheidend“, ergänzte der 59-Jährige: „Wichtig ist, dass sich Einnahmen und Ausgaben über einen langen Zeitraum in etwa die Waage halten. Wir wollen definitiv schuldenfrei bleiben.“

          Bundesliga

          Bisheriger Rekordtransfer des BVB ist Andre Schürrle, der 2016 für 30 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg kam. Für Rekordabgang Ousmane Dembele hatte die Borussia 2017 vom FC Barcelona 105 Millionen Euro kassiert. Watzke wünscht sich allerdings einen anderen Weg als den mit Millionen-Investitionen. „Sechs Spieler unseres aktuellen Kaders stammen aus der Jugend von Borussia Dortmund. Daran müssen wir weiterarbeiten“, sagte er: „Es wäre schön, wenn wir in nächster Zeit wieder mal einen Dortmunder Jungen aus der Jugend hervorbringen, der dann bei uns anschließend eine große Karriere startet – so wie Marco Reus oder Mario Götze.“

          Der Klub will sich derweil sich um eine feste Verpflichtung von Achraf Hakimi bemühen. Das gab Watzke am Sonntag bei der Jahreshauptversammlung bekannt. Demnach soll der von Real Madrid bis 2020 ausgeliehene 20 Jahre alte Abwehrspieler länger an den Tabellenführer gebunden werden. „Mit dir werden wir das Gleiche versuchen wie bei Paco“, sagte Watzke bei seiner vom Applaus der Mitglieder begleiteten Rede in der Westfalenhalle 3. Mit dem bisher vom FC Barcelona nur ausgeliehenen Torjäger Alcácer hatte sich der BVB vor wenigen Tagen auf einen Vertrag bis 2023 geeinigt. Das wurde durch eine zuvor fixierte Kaufoption möglich. Eine ähnliche Möglichkeit kann der Revierklub beim marokkanischen Nationalspieler Hakimi jedoch nicht nutzen.

          Der sportliche Höhenflug der vergangenen Monate bescherte dem Klub eine harmonische Mitgliederversammlung. Nur einen Tag nach dem hart erkämpften 2:1 des Tabellenführers beim FSV Mainz wurde die Mannschaft um Kapitän Reus von den 1119 anwesenden Mitgliedern mit stürmischem Applaus begrüßt. „Ich sehe nur glückliche Gesichter“, kommentierte BVB-Präsident Reinhard Rauball, „das Team hat sich wieder in die Herzen aller Borussen gespielt.“ Bei aller Begeisterung über die jüngsten Erfolge richtete Watzke einen Appell an das in dieser Saison noch ungeschlagene Team: „Jeder einzelne muss dafür sorgen, dass wir auf scharf geschaltet bleiben, dass wir nicht in schleichende Nachlässigkeit geraten. Gelingt uns das, glaube ich, dass wir für die nächsten Jahre ein tolles Gerüst haben.“


          Mit einer besonderen Aktion macht die Borussia unterdessen auf das Ende des Bergbaus im Revier aufmerksam. Am Tage der letzten Zechenschließung im Ruhrgebiet läuft der BVB im Bundesligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach (21. Dezember) mit einem Sondertrikot auf. Mit dem Ausruf „Danke Kumpel!“ möchte sich der Klub bei den Bergleuten für deren herausragende Verdienste um die Region bedanken, hieß es in einer schriftlichen Mitteilung am Montag. „Der Bergbau hat unsere Region tief geprägt – ebenso wie der Fußball. Jeder große Traditionsverein im Ruhrgebiet ist auf Kohle und Stahl geboren. Kohle, Stahl, Fußball und Bier gehören hier seit jeher zusammen und prägen unser Miteinander und unsere Kultur“, sagte Watzke. Hauptsponsor Evonik verzichtet für diese Aktion auf seinen Schriftzug und gibt das Trikot für die Aktion frei.

          Auf der Mitgliederversammlung zuvor ging es auch um Trikots. Und Watzke konnte sich einen Seitenhieb auf den kriselnden FC Bayern nicht verkneifen. Der war zuletzt unter Protest einiger Fans in mint-grünen Shirts aufgelaufen. Watzke sagte nun, er sei „sehr stolz darauf, dass der BVB auch auswärts immer noch in Schwarz-Gelb spielt“. Sehe er indes „Horror-Farben“, mit denen anderen Teams auswärts aufliefen, würde es ihn „schütteln“. Einmal in Fahrt legte Watzke noch nach: „Wenn ich mir vorstelle, Borussia Dortmund würde mal in Mint oder so auflaufen – da kriege ich Brechreiz.“


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