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Überraschende BVB-Pleite : Dortmunder Debakel gegen Krisenklub

  • -Aktualisiert am

Kaum zu glauben: Marco Reus unterliegt mit der Borussia gegen Köln. Bild: dpa

Mit einem Sieg hätte die Borussia an der Bundesliga-Tabellenspitze Druck auf den FC Bayern machen können. Stattdessen unterliegt der BVB dem abgeschlagenen 1. FC Köln. Erling Haaland vergibt in der Nachspielzeit eine Großchance.

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          Kritiker werfen den Profis von Borussia Dortmund seit Jahren vor, in regelmäßigen Abständen in einen merkwürdigen Zustand der Pomadigkeit zu verfallen. Man könne bereits nach fünf Minuten eines Spiels erkennen, ob das Team wieder einen dieser düsteren Tage habe, heißt es. Beim erstaunlichen 1:2 gegen den 1. FC Köln dauerte es zwar etwas länger, bis deutlich wurde, dass wieder einmal einer dieser Tage gekommen war, aber mehr als eine Stunde lang zeigte sich die dunkle Seite des BVB in ihrer ganzen Pracht. Durch zwei Treffer des Kölner Mittelfeldspielers Ellyes Skhiri verloren die Dortmunder gegen den Abstiegskandidaten aus dem Rheinland, der zuvor 18 Spiele lang ohne Sieg gewesen war.

          Bundesliga

          Die Kölner waren die bessere Mannschaft. Sie verteidigten klug und engagiert, während die Dortmunder viel zu langsam und zu unpräzise agierten. Jadon Sancho hatte zwar früh die Latte getroffen (4.), davon abgesehen waren aber die Kölner viel gefährlicher mit ihren Kontern. Vor dem Tor der Rheinländer spielten Marco Reus, Sancho und Julian Brandt immer wieder fahrige Pässe, und Erling Haaland war fast unsichtbar.

          Dortmunder finden keine Lücke

          So passte der frühe Treffer von Ellyes Skhiri, der eine von Marius Wolf verlängerte Ecke ins Tor geschoben hatte (9.), ganz gut zum Spielverlauf. Die Dortmunder waren ständig am Ball, aber sie fanden keine Lücken im hervorragend eingestellten Defensivkonstrukt der Kölner. Sancho, von dem viele Beobachter nach der guten Leistung gegen Brügge vom Dienstag glaubten, er habe sein Tief der ersten Saisonwochen überwunden, spielte wieder wie an den schlechten Tagen des ersten Saisonviertels. Und den Kölnern gelang es endlich einmal, keine schweren Fehler zu produzieren. Trainer Markus Gisdol konnte mit dieser starken Leistung gute Argumente gegen die Zweifler an seiner Arbeit sammeln. Beim 1:2 gegen Union Berlin in der Woche zuvor wirkte die Mannschaft noch ziemlich überfordert. Nun wurde deutlich, dass dieses Team funktioniert, dass Gisdol kein ganz schlechter Stratege sein kann. Die Rheinländer unterstützten sich, sie harmonierten gut, und die Defensive stand hervorragend. Sogar die Pause, die Sebastiaan Bornauw nach zuletzt eher mäßigen Leistungen im Klub und in der Nationalmannschaft in der Partie gegen Union erhalten hatte, schien sich positiv auszuwirken.

          Der Belgier spielte beeindruckend gegen Erling Haaland, der zuvor vier Tore gegen Hertha BSC und zwei gegen den FC Brügge geschossen hatte. Neben Bornauw gab Sava-Arangel Sestic sein Bundesligadebüt, der ebenfalls bestens zurechtkam auf diesem Niveau. Und vor dem Dortmunder Tor, waren die Kölner erstaunlich effizient. Auch das 2:0 (60.) schoss Ellyes Skhiri nach einer Ecke, die die Dortmunder nicht klären konnten, obgleich sie eindeutig überlegen waren in der Kategorie Körpergröße.

          Hinten schlecht sortierte Borussia

          Hinten waren die Dortmund schlecht sortiert, und in der Offensive klappte fast nichts. Emre Can hatte eine Schusschance, die noch neben das Tor gelenkt wurde (51.), „Weiter, weiter“, rief der Nationalspieler immer wieder. Aber es wurde einfach nicht besser. 25 Minuten vor dem Ende wechselte der Dortmunder Trainer Lucien Favre dann den 16 Jahre alten Youssoufa Moukoko ein, und das Großtalent hatte auch bald eine Chance Doch er setzte seinen Schuss deutlich am Tor vorbei (70.). Allerdings belebte der Teenager das matte Spiel des BVB. Thorgan Hazard gelang mit einem schönen Schuss aus zwölf Metern (74.) das 1:2, der BVB schöpfte neue Hoffnung. Giovanni Reyna und Moukoko hatten den Treffer eingeleitet, alle drei waren gemeinsam von der Bank ins Spiel gekommen.

          Es folgte ein Sturmlauf des BVB, der Kölner Torwart Timo Horn wehrte noch einen gefährlichen Schuss von Mats Hummels ab (87.) ab, und in der Nachspielzeit verfehlte Haaland aus zwei Metern das Tor. Gewonnen hat am Ende die bessere Mannschaft.

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