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Bundesliga-Titelrennen : BVB-Berater Sammer kritisiert Dortmunder Spieler

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„Wenn man mir das anbieten würde, würde ich zugreifen“: Matthias Sammer über die Titelchancen der Dortmunder. Bild: dpa

Bei Borussia Dortmund ist Matthias Sammer als externer Berater tätig. Nun benennt er die Fehler des BVB im wohl vergeblichen Kampf um den Meistertitel in der Bundesliga.

          BVB-Berater Matthias Sammer hat die fehlende Konstanz der Dortmunder Fußball-Profis im Kampf um die deutsche Meisterschaft bemängelt. „Sie haben es vorher auf dem Silbertablett serviert bekommen. Wenn man mir das anbieten würde, würde ich zugreifen. Aber sie haben dankend abgelehnt“, kommentierte der einstige Nationalspieler beim TV-Sender Eurosport. Er bezog sich dabei auf den Einbruch der Borussia in den vergangenen Wochen, in denen sie einen zwischenzeitlichen Neun-Punkte-Vorsprung auf die Bayern verspielte. Der ehemalige Sportvorstand der Münchner ist seit vergangenem Sommer beim Revierklub als externer Berater tätig.

          Zwei Spieltage vor dem Saisonende hat das Team von Trainer Lucien Favre bei vier Punkten Rückstand auf die Bayern nur noch geringe Chancen auf den Titel. Nach Einschätzung von Sammer befindet sich der BVB noch in einem Reifeprozess. „Die spektakulären Spielszenen vor allem in der Hinrunde, aber auch in der Rückrunde waren gepaart mit Schwankungen im Spiel und zu vielen individuellen Fehlern. Das hat natürlich mit einer gewissen Ruhe, Reife und Abgeklärtheit zu tun. In der Summe – mit einem starken Widerpart, wie Bayern und Leipzig, kannst du dann nicht ganz oben landen“, sagte der Europameister von 1996 und Champions-League-Sieger von 1997.

          Allerdings nahm Sammer die Borussia auch in Schutz: „Alle tun so, als ob Dortmund mit neun Punkten Vorsprung in die Saison gestartet wäre, aber den hat sich Dortmund erarbeitet.“ Der BVB-Berater arbeitet zudem für Eurosport als Experte.

          Der Kampf um die deutsche Fußball-Meisterschaft zwischen Rekordchampion Bayern München und Dortmund ist für den langjährigen Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm entschieden. „Bayern lässt sich die Meisterschaft nicht mehr nehmen und wird die Schale holen, das ist durch“, sagte der 2014er-Weltmeister der „Sport Bild“. Die Münchner haben vor den letzten beiden Spieltagen vier Punkte Vorsprung auf den Herausforderer aus Dortmund. Mit einem Sieg beim Tabellendritten und Pokalfinalgegner RB Leipzig am Samstag wäre der Titelgewinn für die Bayern perfekt.

          Dass trotz der Chance auf den Gewinn des Doubles die Zukunft von Trainer Niko Kovac in München ungewiss scheint, ist für Lahm „eine typische FC-Bayern-Diskussion. Die Mannschaft wird Meister, steht im Pokalfinale, aber der Verein ist im Achtelfinale der Champions League ausgeschieden – das gab es seit 2011 nicht mehr.“ Die nationale Bayern-Dominanz betrachtet Lahm kritisch. „Wir müssen mehr diskutieren über die Zukunft des Fußballs. Die Bundesliga braucht definitiv mehr Konkurrenz, denn obwohl der FC Bayern in dieser Saison geschwächelt hat, haben andere Vereine diese Möglichkeit nicht genutzt, um Meister zu werden“, sagte er.

          In Deutschland gehöre nur ein Verein zu den Topmarken des internationalen Fußballs: der FC Bayern. „Wir müssen uns im deutschen Fußball darüber klar werden, ob uns das gefällt – und welche Entscheidungen anstehen, wenn es uns nicht gefällt“, sagte  er.

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