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3:2 gegen Leverkusen : Dortmund atmet tief durch

Präsentierten sich beim Jubel als Einheit: Dortmunds Team nach dem 1:0 durch Dan-Axel Zagadou Bild: AFP

Borussia Dortmund holt sich mit dem 3:2 gegen Leverkusen den Vorsprung von drei Punkten vor dem FC Bayern München zurück – und muss sich dabei gegen ein starkes Bayer-Team des ehemaligen BVB-Trainers Peter Bosz mächtig strecken.

  • -Aktualisiert am

          Borussia Dortmund hat am Sonntag einen doppelten Ansturm auf den Tabellenführer der Fußball-Bundesliga abgewehrt. Mit dem glücklichen 3:2-Sieg über den Tabellensiebten Bayer 04 Leverkusen hielt sich der BVB am frühen Sonntagabend einen gefährlichen Gegner mit etwas Glück vom Leib; dazu hielten die Westfalen nach zuletzt fünf sieglosen Pflichtspielen den vor dem Anpfiff punktgleichen Meister FC Bayern München auf Abstand und holten sich durch die Treffer von Dan-Axel Zagadou (30. Minute), Jadon Sancho (38.) und Mario Götze (60.) bei Gegentoren durch Kevin Volland (37.) und Jonathan Tah (75.) ihren Dreipunktevorsprung zurück.

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          Endlich mal wieder gewonnen zu haben, könnte für die Schwarz-Gelben ein psychologisches Faustpfand auf dem weiteren Weg durch diese seit Jahren spannendste Saison sein. „Wir haben ein Tor mehr geschossen und es am Ende ruhig und gut wegverteidigt“, lautete das pragmatische Fazit des BVB-Sportdirektors Michael Zorc, „insgesamt hatten wir heute aber nicht die Spielkontrolle, das hat Leverkusen gut gemacht.“ Die Dortmunder Seriensieger aus der Hinrunde fühlten sich nach zuletzt fünf sieglosen Pflichtspielen mal wieder gefordert, den Trend ins Positive zu wenden. Als gutes Zeichen verstanden die Schwarz-Gelben die Rückkehr ihres zuletzt wochenlang unter Hüftschmerzen leidenden Abwehrchefs Manuel Akanji. Dafür wurde Kapitän Marco Reus nach seinem beim Pokal-Aus gegen Werder Bremen erlittenen Muskelfaserriss weiter ebenso schmerzlich vermisst wie der von einer Fersenblessur am Spielen gehinderte Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek. Trainer Lucien Favre veränderte seine Elf gegenüber dem 0:0 in Nürnberg auf drei Positionen: Neben Akanji kehrten Rechtsverteidiger Hakimi und Stürmer Alcácer in die Startelf zurück.

          Auf der anderen Seite baute der im Dezember 2017 nach fünf ereignisreichen Achterbahnmonaten in Dortmund entlassene und als Bayer-Coach in die Bundesliga zurückgekehrte Peter Bosz auf eine defensive Verdichtung des Dreiermittelfelds. Baumgartlinger und Aranguiz sollten die nötige Stabilität garantieren, und allein Brandt war für den offensiven Part vorgesehen. Sein Pendant Havertz rückte in diesem wegweisenden Duell auf die rechte Flügelstürmerposition neben dem zentralen Angreifer Kevin Volland und seinem über links attackierenden Kollegen Leon Bailey. Bosz war danach enttäuscht über den Ausgang des Spiels, „weil wir mehr nach dieser ersten Halbzeit verdient gehabt hätten. Bei den beiden ersten Tore müssen wir besser verteidigen.“

          Götze umzingelt von zwei Leverkusenern. Bayer machte es dem BVB in der Anfangsphase schwer, gab dem Ballführenden kaum Zeit. Bilderstrecke

          Eine knappe halbe Stunde lang hatten die Rheinländer das Spiel mit ihrem größeren Tempo und ihren kunstvollen Ballstafetten diktiert. Zum Glück für den ziemlich passiv gestarteten BVB wirkte die Werkself dabei nur zweimal bedrohlich: als Sven Benders Schuss von Zagadou zur Ecke abgewehrt wurde (20.) und Havertz‘ Versuch sein Ziel knapp verfehlte (23.). Erst danach hatte endlich auch die Borussia zügiger und zielstrebiger gespielt. Dass sich Zagadou nach Sanchos Eckball von Tah und Jedvaj absetzte und den Fuß zum 1:0 hinhalten konnte, belohnte die bis dahin schwächere Mannschaft. Immerhin: Nun gewann die Begegnung an Rasanz und Klasse. Bayer glich nach einem doppelten Doppelpass zwischen Havertz und Volland wenig später durch den 18-Meter-Flachschuss des umtriebigen Mittelstürmers aus. Der BVB war aber um eine prompte Antwort nicht verlegen, als Sancho eine Minute später, unbedrängt von Jedvaj, volley und überaus ansehnlich zum 2:1 nach Diallos Flanke traf. „Dieses Tor war sehr wichtig für die Moral, denn Leverkusen war am Anfang besser als wir“, sagte Trainer Lucien Favre.

          Die hochbegabte Mannschaft von Bosz legte auch nach dem Wechsel sofort den Vorwärtsgang ein und suchte nach ausgleichender Gerechtigkeit. Imponierend, wie sich das Team drei Tage nach dem schmucklosen Ausscheiden aus der Europa League gegen den FK Krasnodar auf engstem Raum immer wieder Platz verschaffte gegen eine aufs Neue zurückgedrängte Dortmunder Mannschaft. Wie man Tore erzielt, demonstrierte zunächst jedoch der BVB. Nach einer ansehnlichen Gegenattacke bekam der an diesem Sonntag in jeder Hinsicht vorbildliche Kapitän Mario Götze, ein starker Ersatz für Reus als zentraler Mittelfeldspieler, an der Strafraumgrenze die Gelegenheit zum 3:1. Er nutzte sie mit einem plazierten Flachschuss ins linke Toreck. Alcácer freute sich danach zu früh über seinen ersten Treffer nach sieben torlosen Auftritten. Der Schuss vorbei an Hradecky (63.) wurde nach der Rückkopplung von Schiedsrichter Dingert mit dem Videoassistenten als Abseitstor bewertet, auch wenn der Schütze womöglich nur um Zentimeter im Abseits gestanden hatte.

          Leverkusen aber gab nie auf und verkürzte in diesem hochklassigen Duell durch Tahs Kopfball nach Brandts Freistoß auf 2:3. Ein Augenblick, in dem die BVB-Defensive nicht gut organisiert war. Trotz eines feurigen Endspurts schaffte Bayer den verdienten Ausgleich aber nicht mehr. „Wir haben ein, zwei Fehler zu viel gemacht, um hier zu bestehen“, klagte Bayers Bester, Julian Brandt. Borussia Dortmund dagegen hatte mit Herz und Leidenschaft mal wieder ein wichtiges Spiel gewonnen und damit womöglich seine kleine Krise beendet.

          Reus wohl gegen Augsburg wieder fit

          Die Borussia hofft auf eine Rückkehr seines Kapitäns Marco Reus am kommenden Freitag beim Spiel in Augsburg. „Er hatte jetzt innerhalb der Reha-Phase noch einen leichten Infekt, aber wir gehen davon aus, dass er nächste Woche wieder dabei ist und uns helfen kann“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc bei Sky. Reus hatte sich beim Pokal-Aus gegen Werder Bremen am 5. Februar einen Faserriss im Oberschenkel zugezogen. Danach hatte sich das erhoffte Comeback des Nationalspielers verzögert. Die Dortmunder müssen im nächsten Freitagspiel (20.30 Uhr) beim Tabellen-15. FC Augsburg antreten. (dpa)

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